VTAD-Frühjahrskonferenz: Charttechnik weiter auf dem Vormarsch

Die letzten Jahre haben es doch wieder einmal eindeutig gezeigt. Die alte Kostolany-Strategie „Aktien kaufen und schlafen gehen“ funktioniert nur in ausgewählten Zeitperioden. Und gerade in den letzten Jahren war das Risiko besonders hoch, mit Aktien kein oder nur sehr wenig Geld zu verdienen, wenn man dieser Strategie folgte.

Wer vor 3 Jahren im DAX investiert hat, kann sich heute immer noch über einen Verlust von rund -26% ärgern. Das kann und darf nicht der Sinn einer Investition ein.

Die Bedeutung der Charttechnik ist durch dieses Verhalten der Aktienmärkte stetig gewachsen. Ein an die jeweilige Situation angepasstes Investitionsverhalten ist für uns Anleger überlebenswichtig geworden. Und das kann fundierte Chartanalyse leisten. Dabei spielt es keine Rolle, welche Chartanalyse-Methodik verwendet wird: Es sollte halt nur ein Könner seines Fachgebietes sein, der die Analysen anfertigt.

Diese Könner ihres jeweiligen Fachgebietes sind in Deutschland im VTAD (Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands e.V.) organisiert. Ich hatte am vergangenen Samstag und Sonntag die Freude, an der jährlich stattfindenden Frühjahrskonferenz des VTAD in Frankfurt teilzunehmen. Ich möchte Ihnen, den Lesern von Chartanalyse-Trends meine Eindrücke daher nicht vorenthalten. Natürlich kann ich an dieser Stelle nur punktuell auf das umfangreiche Vortragsprogramm eingehen, wobei jedoch ausnahmslos alle Vorträge und Diskussionen von höchster Qualität waren.

Im Konferenzbereich des Steigenberger Hotels hatten sich absolute Top-Leute der Technischen Analyse versammelt. So hielten unter anderem Robert Rethfeld, Stephan Salomon, Karin Roller, Thomas Bopp und viele andere hochinteressante Vorträge und stellten sich im Anschluss Diskussionen und Fragen der Zuhörer.

Leider kann ich an dieser Stelle aus Platzgründen nicht auf alle Vorträge eingehen und bin einfach gezwungen, „Vortrags-Picking“ zu betreiben. Am Samstag stach mir besonders der Vortrag von Karin Roller zum Thema Gold ins Auge. Eben weil sie mit der Elliott-Wellen-Charttechnik einen völlig anderen Ansatz verwendet als ich, der sich der Point&FigureCharttechnik verschrieben hat. Aber: Das Ergebnis der Analyse deckt sich in weiten Teilen mit meiner Point&Figure-Analyse.

Goldpreis und Elliott-Wellen: Nach Rückschlag bis 918 USD Anstieg über 1.500 USD

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Goldpreis in USD je Feinunze: Elliott-Wellen-Chart

Als Ergebnis ihrer Analyse erwartet Karin Roller erst einen Rücksetzer im Goldpreis bis 918 USD pro Feinunze und danach einen Anstieg auf über 1.500 USD. Diesen Anstieg sieht sie auf Sicht von mehreren Monaten – sie bezieht sich mithin auf einen längeren Zeitraum.

Point&Figure-Chart: Verkaufssignal im Gold weiter intakt

Goldpreis in USD je Feinunze: Point&Figure-Chart

Dass der Goldpreis in der nächsten Zeit erst einmal „südwärts“ tendieren wird, zeigt der Point&Figure-Chart ebenfalls an. Hier ist das Kursziel allerdings noch ambitionierter: Es liegt bei 840 USD pro Feinunze. Die Kurssteigerungen, die wir in der letzten Zeit gesehen haben, sind nur ein Rücklauf nach dem Verkaufssignal Anfang Februar (im Chart mit der 2 gekennzeichnet). Erst ein Ansteigen des Goldpreises über 1.160 USD würde dieses Verkaufssignal aufheben.

Sie sehen also wieder einmal, dass verschiedene Chartanalyse-Methoden durchaus zu ähnlichen Analyseergebnissen führen können. Um es ganz klar zu sagen: Es gibt keine „guten“ oder „schlechten“ Chartanalyse-Methoden. Jeder sollte mit der Methode arbeiten, die ihm persönlich am besten liegt.

Bilder von der Frühjahrskonferenz

Beim Schreiben dieses Artikels sitze ich hier mit einem lachenden und weinenden Auge. Auf der einen Seite freue ich mich, dass ich Ihnen die Analyse von Karin Roller kurz vorstellen konnte, auf der anderen Seite bedaure ich, dass ich aus Platzgründen nicht auf all die anderen ebenso exzellenten Vorträge eingehen kann. Aber als Abschluss möchte ich Ihnen gerne noch einige Bilder dieser rundum gelungenen Veranstaltung präsentieren.

Gebannte Zuhörer © VTAD

Die Goldentwicklung aus Sicht der Elliott-Wellen  © VTAD

Alle Referenten auf einem Bild

Von rechts nach links: Dr. Michael Lorenz

dahinter Dietrich Denkhaus

Stefan Salomon

dahinter Thomas Bopp

Karin Roller

dahinter Rüdiger Born

Wilfried Kölz

dahinter Daniel Haase

Konrad Kleinfeld

dahinter Christina Kämmerer

Thomas Nagel

© Argentuminvest GmbH

Mein Fazit: Eine gelungene Frühjahrskonferenz des VTAD, die der weiter wachsenden Bedeutung der Charttechnik mehr als gerecht wurde.

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24. März 2010

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Jörg Mahnert
Von: Jörg Mahnert. Über den Autor

Jörg Mahnert, Jahrgang 1966, kam bereits in jungen Jahren in Kontakt mit der Börse. Bereits mit 18 Jahren betreute er sowohl eigene Depots als auch den familiären Aktienbesitz.

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