VTG -Aktie: Eisenbahn-Spezialist mit neuem Großaktionär

Dass Veränderungen im Anlegerkreis eines Unternehmens Auslöser von starken Kursbewegungen sein können, liegt auf der Hand.

Dies konnten Sie gerade bei der Aktie des Eisenbahn-Dienstleisters VTG beobachten:

Die verteuerte sich um fast 10%, nachdem die Investmentbank Morgan Stanley mit einem ihrer Infrastruktur-Fonds ein großes Aktienpaket gekauft hat.

Aufsichtsrat gibt Anteile ab

Aber jetzt zu den Details des Deals. Andreas Goer hat seine Beteiligung (29% aller VTG-Aktien) komplett an den Morgan Stanley Infrastructure Fund für 29 € je Aktie verkauft.

Das entsprach einem Aufschlag von gut 16% auf den Schlusskurs der Aktie vom Vortag der Transaktion (12. Oktober).

Zu Ihrer Information: Andreas Goer sitzt im Aufsichtsrat des Konzerns. Die 29%-Beteiligung stammt aus dem Verkauf seines Unternehmens AAE an VTG aus dem Frühjahr 2015.

Über die Gründe kann nur spekuliert werden

Warum der Aufsichtsrat seine Aktien veräußert ist bislang nicht bekannt. Die Marktstellung von VTG oder die Zukunfts-Perspektiven gelten als ausgezeichnet und dürften nicht der Beweggrund gewesen sein.

Europas Nr. 1 in der Waggon-Vermietung

Denn der Konzern ist Europas Nr. 1 in der privaten Waggon-Vermietung. Mit mehr als 1.000 unterschiedlichen Kunden aus verschiedensten Branchen ist das Geschäft stark diversifiziert.

Zugleich ist das Geschäftsmodell auf Grund langfristiger Mietverträge und hoher Wechselkosten für die Kunden sehr stabil.

Starke Marktposition

Der Wettbewerb ist unterdessen überschaubar:

VTG konkurriert nicht mit den (ehemals) staatlichen Eisenbahnen, da diese keine Waggons vermieten, sondern eine eher alte/schrumpfende Flotte betreiben und häufig nicht die nötigen Mittel für eine Modernisierung haben.

Die Markteintritts-Barrieren sind auch extrem hoch und halten neue Rivalen in Schach. Denn der rasche Aufbau einer großen Waggon-Flotte ist nicht möglich

Die Waggon-Vermietung ist ein Langfrist-Geschäft, eine vorzeitige Beendigung ist für Kunden unattraktiv, selbst wenn die Wagen temporär nicht gebraucht werden

Aktien-Transaktion ein positives Zeichen

Auch wenn die Hintergründe des Ausstiegs nicht bekannt sind, so hat der Deal eine positive Strahlkraft.

Denn mit dem neuen Investor bekommt VTG einen erfahrenen Sparring-Partner aus dem Infrastruktur-Bereich an die Seite, der zusätzliche Perspektiven eröffnet.

Zugleich zeigt der gebotene Aufschlag zum Börsenkurs dass Morgan Stanley die Aktie offenbar für deutlich unterbewertet hält.

Erlöse und Gewinn-Margen zeigen nach oben

Der Blick in die Bilanzen zeigt Ihnen, warum die Aktie das Interesse von dem Fonds angelockt hat. Seit 2012 kletterten die Erlöse von 767 Mio. € auf 1,028 Mrd. € im letzten Geschäftsjahr.

Im Gegenzug verbesserte sich die Vorsteuer-Marge von 9% auf 14%. Für die kommenden Jahre rechnen die Analysten mit einer weiteren Ertrags-Verbesserung bei einem gleichzeitig leichten Umsatz-Wachstum.

18. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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