VTG: Was ist da los?

Warum die VTG-Aktie seit einiger Zeit im Sinkflug ist und warum Sie sich nicht zu sehr auf den Kurs einer Aktie konzentrieren sollten. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Im vergangenen Jahr habe ich Ihnen häufiger an dieser Stelle über den Waggonvermieter und Schienenlogistiker VTG berichtet. Es gab fast nur positive Nachrichten. Und so kam es auch, dass die VTG-Aktie im vergangenen Jahr in der Spitze um fast 80% zugelegt hat.

In diesem Jahr befindet sich die Aktie allerdings im Rückwärtsgang. Doch was sind die Gründe dafür? Ein Hauptgrund ist, dass es immer mehr Zweifel gibt an der Übernahme der Nacco Gruppe. Diese noch nicht abgeschlossene Übernahme war im zurückliegenden Jahr einer der Haupttreiber für die VTG-Aktie.

Doch nun sieht es so aus, als wenn die Übernahme doch noch – zumindest teilweise – scheitern könnte. Einige Analysten sorgen sich inzwischen, dass kartellrechtliche Einwände VTG an einer Komplettübernahme von Nacco hindern könnten und VTG den Konkurrenten somit nur in Teilen übernehmen werde.

Nachdem bereits zu Beginn dieser Woche der Analyst Nikolas Mauder von Kepler Chevreaux die Nacco-Übernahme etwas zurückhaltener als vorher beurteilt hat und in Folge dessen seine Kauf-Empfehlung für die VTG-Aktie zurücknahm, sprang heute der Berenberg-Analyst Benjamin Pfannes-Varrow auf den Zug auf und beurteilt die Übernahmepläne ebenfalls skeptischer als zuvor.

Soweit die Gründe für den Kursrückgang der VTG-Aktie in den vergangenen Tagen und Wochen. Kommen wir nun zum spannenderen Teil:

Achten Sie auf Werte, nicht auf Preise

Ich habe den Lesern meines Börsendienstes „Mittelstands-Depot“ im Dezember 2016 ein Hebel-Zertifikat auf VTG zum Kauf empfohlen. Dieses habe ich im vergangenen Jahr in 2 Tranchen verkauft. Die 2. Tranche zu einem Zeitpunkt, als die VTG-Aktie bei knapp 50 Euro notierte.

Es brachte den Lesern des „Mittelstands-Depots“ einen Durchschnittsgewinn von gut 120% (1. Tranche: +103% / 2. Tranche: +138%) in gerade einmal 10 Monaten.

Habe ich die negative Entwicklung der vergangenen Wochen vorhergesehen und deshalb Wochen vorher bei höheren Kursen verkauft? Klare Antwort: Nein! Denn ich habe leider keine Glaskugel, die mir so etwas verrät.

Warum also habe ich verkauft? Ganz einfach: Weil die VTG-Aktie bei knapp 50 Euro aus meiner Sicht fundamental fair bewertet war. Hätte sie kurzfristig weiter steigen können? Na klar!

Das kann immer passieren. Es kann aber ebenso kommen, wie es schlussendlich kam: Die VTG-Aktie hat im laufenden Jahr rund 15% an Wert eingebüßt. Das hätte für meine Leser und deren Hebel-Zertifikate aufgrund der Hebel-Wirkung ein Minus von rund 30% bedeutet – und das in gerade einmal dreieinhalb Wochen.

Was Sie daraus lernen können: Aus meiner Sicht konzentrieren sich viel zu viele Anleger auf den Preis (also den Aktienkurs) und haben damit keinen oder nur mäßigen Erfolg. Machen Sie es wie Investorenlegende Warren Buffett und die meisten anderen erfolgreichen Anleger auf diesem Planeten auch und konzentrieren Sie sich nicht auf den Preis, sondern auf den Wert einer Aktie. Damit fahren Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit deutlich besser!

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Tobias Schöneich. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt