VW-Affäre belastet Dax auch zum Wochenstart

VW bleibt unter Druck, die Aktie rutscht immer tiefer ins Minus – und zieht die Konkurrenz mit. Vor allem ein Unternehmen ärgert sich. (Foto: Deutsche Börse AG)

Neue Woche, alte Probleme – auch am Montag hat die VW-Affäre den Aktienhandel in Frankfurt belastet. Der Dax rauschte zum Wochenauftakt erneut in den Keller und schloss 2,1 Prozent tiefer bei 9.483 Zählern.

VW-Affäre belastet den Dax auch in der neuen Woche

Runtergezogen wurde der Leitindex dabei erneut vor allem von den Automobilwerten. Volksagen übernahm einmal mehr die rote Laterne und verlor 7,5 Prozent. Damit war die Vorzugsaktie am Abend für unter 100 Euro zu haben – ein herber Rückschlag, war sie doch noch im Frühjahr deutlich über 200 Euro wert.

Auch BMW und Daimler konnten sich dem Abwärtssog nicht entziehen, ihre Papiere büßten 2,9 beziehungsweise 3,2 Prozent an Wert ein. Beide Titel waren bereits in der vergangenen Woche teils heftig unter Verkaufsdruck geraten, weil der Verdacht im Raum steht, auch Modelle der Münchener oder Stuttgarter könnten Abgaswerte geschönt haben. Bislang weisen beide Konzerne dies jedoch entschieden zurück.

Schlechtes Timing für Schaeffler

Zulieferer Continental schloss 2,5 Prozent schwächer. Beim Konkurrenten Schaeffler dürfte die Stimmung derzeit ebenfalls im Keller sein: Der Zulieferer wird in Kürze den Schritt an die Börse wagen, doch angesichts der jüngsten Verwerfungen in der Automobilbranche erscheint der Zeitpunkt denkbar schlecht.

Unter Verkaufsdruck stehen zudem nach wie vor die Energiekonzerne Eon und RWE. Ihre Aktienkurse gaben am Montag um 3,4 und 4,1 Prozent nach. Auch die Banken landeten auf den Verkaufszetteln. Die Commerzbank-Aktie gab um 2,8 Prozent nach, die Deutsche Bank war mit einem Minus von 4,7 Prozent der zweitschwächste Wert im Dax.

Nur ein Wert schafft Tagesplus

Mit Beiersdorf schaffte lediglich ein Titel den Sprung in die Gewinnzone, die Aktie legte um 0,7 Prozent zu. Auf den Rängen zwei bis vier landeten die Münchener Rück, Adidas, Allianz und SAP mit Verlusten zwischen 0,3 und 0,9 Prozent – alle anderen Dax-Werte schlossen jeweils mehr als 1 Prozent im Minus.

Vieles spricht dafür, dass die VW-Affäre den Dax auch noch in den kommenden Wochen belasten wird. Ermittlungen gegen Ex-Konzernchef Martin Winterkorn sowie die Freistellung mehrerer hochrangiger Manager verheißen aus Wolfsburger Sicht nichts Gutes.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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