VW Aktie: Am US-Markt läuft’s

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VW fährt in den USA der Konkurrenz davon und kann seinen Absatz 2018 ausbauen. Bis sich die VW Aktie fängt, kann es jedoch noch dauern. (Foto: AR Pictures / shutterstock.com)

Für Volkswagen geht ein Jahr mit einigen Höhen und vielen Tiefen zu Ende. Einen Lichtblick liefern die Zahlen vom US-Markt: Dort konnte der Konzern aus Wolfsburg seinen Absatz auch im Gesamtjahr 2018 steigern, zum zweiten Mal in Folge nach dem Einbruch, den die Dieselaffäre ausgelöst hatte.

Mehr als 354.000 Fahrzeuge der Marke VW wurden demnach im vergangenen Jahr in den USA verkauft, als besonders erfolgreich erwiesen sich einmal mehr die bei der US-Kundschaft beliebten SUV-Modelle. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Verkaufszahlen damit um 4,2 Prozent erhöht werden. Für den Monat Dezember lag das Plus bei 5,8 Prozent, in diesem Monat wurden 32.047 Autos der Marke VW in den Vereinigten Staaten verkauft.

Volkswagen besser als die Konkurrenz

Damit steht der krisengeplagte Autobauer deutlich besser da als die Konkurrenz. BMW kämpfte sich nach zwei schwächeren Jahren erstmals wieder ins Plus und verkaufte mit gut 311.000 Autos 1,7 Prozent mehr Fahrzeuge seiner Kernmarke als im Vorjahr. Daimler hingegen geriet unter die Räder. Die Stuttgarter verkauften 2018 in den USA zwar mit mehr als 355.000 Fahrzeugen stückzahlenmäßig die meisten Autos, im Vorjahr waren es allerdings noch mehr gewesen. Der Rückgang summiert sich für das Gesamtjahr auf 5,3 Prozent.

Die US-Autobauer General Motors (GM) und Ford taten sich ebenfalls schwer, ihre Absatzzahlen entwickelten sich mit 1,6 beziehungsweise 3,5 Prozent ebenfalls rückläufig. Grund hierfür waren nicht zuletzt gestiegene Materialkosten, ausgelöst durch den Zollstreit zwischen US-Präsident Donald Trump und wichtigen internationalen Handelspartnern in Europa und Asien. Erklärtes Ziel des trumpschen Wirtschaftsprotektionismus unter dem Leitmotto „America first“ ist der Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen. In der Realität wird jedoch wohl der gegenteilige Effekt erzielt: GM und Ford haben zuletzt angekündigt, ihre Kosten zu senken – nicht zuletzt auch durch den Abbau von Personal.

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Bei deutschen Herstellern hingegen scheinen die Drohungen aus Washington durchaus zu wirken. Hochrangige Vertreter von VW, Daimler und BMW waren vor wenigen Wochen ins Weiße Haus gereist und hatten unter anderem Investitionen in US-Standorte angekündigt.

Aktien der Autobauer weiter unter Druck

Die Aktien der Autobauer stehen jedoch weiterhin unter Druck. Auf Jahressicht hat die im Dax notierte VW Vorzugsaktie mehr als 20 Prozent an Wert verloren und kostete zuletzt gut 140 Euro. Die BMW Aktie liegt auf Jahressicht ebenfalls gut 20 Prozent im Minus und war Anfang der Woche für rund 71 Euro zu haben. Noch schlechter sieht es in Stuttgart aus: Der Kurs der Daimler Aktie ist binnen Jahresfrist um mehr als 35 Prozentpunkte eingebrochen.

Aktuelle Entwicklungen wie die Musterfeststellungsklage oder die ersten flächendeckenden Dieselfahrverbote deuten darauf hin, dass auch 2019 für die Autobauer ein eher durchwachsenes Jahr werden dürfte.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.