Volkswagen-Aktie: Noch tiefer kann es nicht mehr gehen?

Eine meiner wichtigsten Börsenlehren: Sage nie, es kann nicht noch tiefer gehen! (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

VolkswagenVolk„Diese Aktie ist bereits so stark gesunken, da kann es gar nicht mehr weiter runter gehen!“

Ich vermag nicht zu sagen, wie oft ich diesen Satz in den mehr als 35 Jahren vernommen habe, in denen ich mittlerweile professionell an den Börsen unterwegs bin. Ja:

In den Anfangsjahren meiner Börsenkarriere habe auch ich viele Male mit diesem Satz Käufe in stark gefallene Aktien vor mir selbst begründet – und habe damit in gefühlt 99% aller Fälle falsch gelegen.

Mal schnell -13% bis -20% Verlust in 2 Tagen mit Volkswagen

Hoffentlich haben Sie daher meinen Rat von Montag beherzigt, der da lautete:

„Auch wenn Ihnen der heutige Kurseinbruch wie eine Steilvorlage zum „Schnäppchen“-Einstieg erscheinen mag: Angesichts der von mir dargelegten Unwägbarkeiten scheinen mittel- und langfristig noch deutlich niedrigere VW-Kurse unvermeidbar.“

Selbst wenn Sie am Montag die Volkswagen Vorzugsaktie (VZ) nahe den Tagestiefs von 125,40 Euro „erwischt“ hätten, würden Sie in nur 2 Tagen etwa -13% bis -20% Verlust (aktueller Kurs: 109,40 Euro) verbuchten. Das ist kein Investment, sondern Vermögensvernichtung pur!

Was tun, wenn der „Schnäppchenkauf“ danebenging?

Falls Sie meine Empfehlung ignoriert haben, stehen Sie vermutlich vor der Frage, was jetzt zu tun wäre? Sie haben 3 Möglichkeiten:

  1. Mit Verlust verkaufen, sich den Fehler eingestehen und daraus lernen. Das ist die wohl schwerste Entscheidung, aber auch die beste.
  2. Die VW-Aktie weiter halten und darauf hoffen, dass sich der Kurs bald wieder erholt.

Keine gute Wahl, da aus solchen Investments in aller Regel „Dauer-Verlust-Positionen“ resultieren. Und dieses „Mahnmal“ einer falschen Kaufentscheidung rufen Sie sich bei jedem Blick auf Ihr Depot neu ins Gedächtnis.

  1. Die Aktie weiter halten und sogar noch „verbilligen“: Schließlich kann der Kurs ja kaum noch weiter fallen, weil sie schon … nun Sie kennen den Satz ja bereits.

Dies ist die mit Abstand schlechteste Entscheidung, die Sie treffen können: Nicht nur hat Ihr Investment schon nach so kurzer Zeit Ihre These des „nicht-weiter-sinken-Könnens“ widerlegt. Sie werfen auch noch gutes Geld schlecht investiertem Geld hinterher.

Sie sollten sich Folgendes klar machen: Wenn Sie mit Aktien Geld verdienen möchten, dann geht das nur auf eine einzige Art und Weise:

Sie müssen teurer verkaufen, als Sie gekauft haben! Punkt.

Sie kennen vermutlich die Börsen-Binsenwahrheit: „The Trend is your Friend.“ Zu deutsch: Der Trend ist ihr Freund. Soll heißen:

Wenn Sie auf Dauer erfolgreich investieren wollen, dann sollten Sie dem Trend folgen, dem Ihr Investment unterliegt.

Den folgenden Chart sollten Sie in Ihr Gedächtnis „brennen“ und immer dann abrufen, falls Sie jemals wieder meinen, ein Aktienkurs könne nicht mehr tiefer fallen:

tomtom nv-aktie-23-09-2015

TomTom NV-Aktie: Sage nie, ein Kurs kann nicht mehr tiefer sinken!

TomTom-Aktie: Ohne Navi in den Abgrund gerauscht

Als Autofahrer ist Ihnen der Name TomTom sicherlich ein Begriff: Die Aktie des Herstellers von Navigations-Systemen (Navi) für Fahrzeuge erlebte im 2. Halbjahr 2007 ihren Boom, als sich der Kurs mehr als verdoppelte.

Das Navi als Massenmarkt: Da musste man nach einer„völlig überzogenen“ Kurshalbierung „doch einfach zuschlagen“!

Mein Eingangs-Mantra konnten Sie bis März 2009 noch viele Male wiederholen: Erst bei -96% Kursverlust endete die Talfahrt der TomTom-Aktie, der damals offensichtlich die Wegführung ihres eigenen Produktes fehlte.

Die folgende Tabelle macht deutlich, wie sich eine TomTom-Spekulation entwickelt hätte, wenn Sie jeweils an den Tiefstkursen verbilligt hätten. Das wäre natürlich der Idealfall gewesen.

verbilligen ist eine schlechte investmentstrategie-23-09-2015

TomTom NV-Aktie: Verbilligen ist eine schlechte Investmentstrategie

Viel wahrscheinlicher ist indes das zweite Szenario, bei dem Ihre Zukäufe jeweils deutlich über den bestmöglichen gelegen hätten: In diesem Fall hätte sich für Sie im September 2009 ein Zeitfenster von exakt 3 Tagen geöffnet, in welchem Sie Ihre Position plusminus Null wieder hätten verkaufen können. Denn:

13,56 Euro war der höchste Kurs, den die TomTom-Aktie bis zum heutigen Tage erreicht hat (aktuell: 9,53 Euro).

Fazit

Falls Sie nun einwenden, ein solches Schicksal werde der VW-Aktie wohl kaum widerfahren, dann mögen Sie vielleicht recht behalten. Aber niemand kennt die Zukunft! Und:

Wer hätte bei 30 Euro geglaubt, dass die TomTom-Aktie noch auf 2,67 Euro abrutscht?

Wer hätte beim Top von 51,37 Euro in 2008 geglaubt, dass eine E.ON-Aktie mal auf 7,40 Euro (Kurs gestern) abrutscht?

Wer hätte beim Top von 102,54 Euro in 2008 geglaubt, dass eine RWE-Aktie mal auf 9,87 Euro (Kurs gestern) abrutscht?


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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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