VW-Aktie trotz Rückschlägen im Plus

Am Vortag der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank zum weiteren geldpolitischen Vorgehen hat der Dax ins Plus gedreht. Unterm Strich ging der Leitindex am Mittwoch 0,9 Prozent fester aus dem Handel bei 10.238 Punkten.

Anleger erhoffen sich am Donnerstag von EZB-Präsident Mario Draghi Hinweise auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik, indem etwa das laufende QE-Programm (Quantitative Easing) ausgeweitet oder verlängert wird. Nach bisherigem Stand soll es im September 2016 auslaufen.

Die US-Bilanzsaison präsentierte derweil namhafte Gewinner und Verlierer. Überzeugen konnten unter anderem Opel-Mutter General Motors und der Flugzeugbauer Boeing.

Beide profitierten von vollen Auftragsbüchern und sprudelnden Einnahmen, die die hohen Kosten mancher Pannenserie neutralisieren konnten. Auf der anderen Seite war Coca-Cola zu finden. Der Getränkehersteller hatte unter dem starken Dollar zu leiden, Umsatz und Gewinn konnten bei den Anlegern nicht punkten.

Deutsche Post erhöht Briefporto

In Frankfurt konnte die Deutsche Post die Dax-Spitze erobern mit einem Aufschlag von 4,2 Prozent. Den Aufwind haben die Bonner einer Maßnahme zu verdanken, die zwar bei Aktionären gut ankommt, bei Verbrauchern aber wohl auf wenig Gegenliebe stoßen wird: Zum Jahreswechsel soll das Porto für den Standardbrief von derzeit 62 auf dann 70 Cent erhöht werden.

Stark präsentierte sich auch Adidas auf Rang drei mit einem Plus von 2,4 Prozent. Der Sportartikelhersteller, der seit Wochen einen ziemlich guten Lauf hat und allein seit August um 25 Prozent zulegen konnte, profitierte von einem positiven Analystenkommentar.

Ein Analystenkommentar war es auch, der für Bewegung beim Bayer-Kurs sorgte, allerdings in die gegensätzliche Richtung: Das Papier sackte um 0,3 Prozent ab, nachdem die Commerzbank ihr Kursziel für die Aktie nach unten korrigiert hatte. Hintergrund war unter anderem die erneuerte Konzernstruktur nach der Abspaltung der Kunststoffsparte Covestro.

Energiewerte bleiben auf Zickzack-Kurs

Ebenfalls zu den Verlierern zählten einmal mehr die Energiewerte, die sich in letzter Zeit auf einem Zickzackkurs befinden – Anleger scheuen einerseits die Risiken des Rückbaus der Atommeiler, andererseits sind die Aktien nach monatelangem Sinkflug derzeit günstig zu haben und die Kosten nach jüngsten Regierungsgutachten womöglich doch tragbar.

Allerdings werden jegliche Kursgewinne auch gleich wieder eingestrichen. So markierte RWE das Dax-Schlusslicht mit einem Abschlag von 1,8 Prozent, die Aktie des Konkurrenten Eon verbilligte sich um 0,6 Prozent.

VW-Aktie punktet trotz Rückschlägen

Recht gut lief es dagegen für die Automobilkonzerne: BMW legte um 0,8 Prozent zu, Volkswagen, Daimler und Zulieferer Continental rückten sogar noch deutlicher vor und verteuerten sich um 1,7 bis 2,2 Prozent.

Dabei gab es für die Wolfsburger im Skandal um manipulierte Abgaswerte bereits die nächste schlechte Nachricht: Bei den 1,6-Liter-Dieselmotoren muss nicht nur die Software aktualisiert, sondern auch die Motortechnik erneuert werden. Rund 3 Millionen Fahrzeuge sind von dem Rückruf betroffen.

22. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt