VW: Aufarbeitung des Abgas-Skandals schreitet voran

Der deutsche Leitindex DAX konnte heute einen Etappensieg erringen und die hart umkämpfte 11.600-Punkte-Marke überspringen.

Zu den DAX-Treibern gehörte die VW-Aktie, die um gut 3% zulegen konnte. Aus den USA gibt es für VW positive Meldungen:

Die Verhandlungen zwischen VW und den US-Behörden im Zusammenhang mit der im September 2015 öffentlich gewordenen Diesel-Affäre stehen vor dem Abschluss.

VW steht vor einer weiteren Einigung mit den US-Behörden:

In Verhandlungen mit dem US-Justizministerium sehe ein Vergleichs-Entwurf Strafzahlungen in Höhe von 4,3 Mrd. US-Dollar (rund 4,1 Mrd. €) vor, hieß es seitens VW.

Mit einer Einigung sollen verschiedene strafrechtliche Untersuchungen sowie zivilrechtliche Bußgeld-Verfahren beigelegt werden, hieß es weiter.

Laut VW enthält der Vergleichs-Entwurf auch ein Schuld-Eingeständnis des Automobil-Konzerns.

Über die vereinbarten Strafzahlungen hinaus sollen nun die interne Kontrolle bei VW gestärkt und eine „unabhängige Aufsichtsperson“ benannt werden.

Bisherigen Rückstellungen wohl zu niedrig

Bislang hat VW 18,2 Mrd. € für die Folgen des Abgas-Skandals zurückgelegt.

Davon dürfte allerdings der größte Teil für Entschädigungs-Zahlungen für US-Kunden und Strafen in zivilrechtlichen Auseinandersetzungen draufgehen.

Auch VW teilte mit, dass die Summe nicht reichen werde.

„Kommt es zu dem Vergleich, werden die Zahlungs-Verpflichtungen voraussichtlich zu einem die bestehenden Rückstellungen übersteigenden finanziellen Aufwand führen“, hieß es.

„Wie hoch die Belastung für das Jahresergebnis 2016 konkret sein wird, hängt von einer Reihe weiterer Faktoren ab und lässt sich derzeit noch nicht bestimmen“, so das Unternehmen weiter.

Noch ist der Vergleich aber auch nicht durch.

Er steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Vorstands und des Aufsichtsrats von VW sowie der Zustimmung der Organe weiterer betroffener Gesellschaften des VW-Konzerns.

Auch die zuständigen US-Behörden und die zuständigen US-Gerichte müssen noch zustimmen.

Kapital-Erhöhung nicht notwendig

Zwar benötigt VW voraussichtlich mehr Geld als die 18,2 Mrd. €, die bislang für die Bewältigung der Krise zurückgestellt wurden.

Doch die Analysten sind zuversichtlich, dass VW auch in Zukunft ohne Kapital-Erhöhung wird auskommen können.

Zudem äußerte ein Händler, dass zwar noch mit Strafzahlungen außerhalb der USA zu rechnen sei, mit der Einigung in den USA aber „der große Brocken vom Eis“ sei.

Der Vergleich hilft VW und seinen Zulieferern

Für VW ist es schmerzlich, derart hohe Summen für die Folgen des Abgas-Skandals zahlen zu müssen.

Aber jeder Schritt, den VW auf dem Weg der Bewältigung zurücklegt, bringt wieder mehr  Sicherheit – u. a. für VW und die VW-Aktionäre. Daher legte die VW-Aktie am heutigen Tag recht deutlich zu.

Erfreulich ist die voranschreitende Aufarbeitung des VW-Abgas-Skandals aber auch für die Zulieferer von VW. Denn diese erhalten dadurch mehr Planungs-Sicherheit.

Daher lohnt sich aus meiner Sicht nach wie vor ein Blick auf die Aktien verschiedener deutscher Auto-Zulieferer. Dazu zählen beispielsweise Grammer, PWO, Bertrandt und SHW.

11. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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