VW-Großaktionär Porsche stockt auf

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Der VW-Großaktionär Porsche hat seinen Anteil an VW-Stammaktien zuletzt für 81 Mio. Euro auf 53,3% aufgestockt. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Am Aktienmarkt gab es heute wieder rote Vorzeichen. Besonders die konjunkturabhängigen Werte standen unter Druck. So finden Sie auch viele Auto-Aktien auf der Verliererseite. Was in dieser Situation interessant ist: Einige gut informierte Insider stehen auf der Käuferseite.

Wussten Sie, dass die Beteiligungsgesellschaft Porsche (nicht zu verwechseln mit der Automarke Porsche) Großaktionär von VW ist? Der von den Familien Porsche und Piech kontrollierte VW-Großaktionär, die Porsche Holding, hat ihren VW-Anteil kürzlich sogar aufgestockt.

Aus einer aktuellen Meldung geht hervor, dass die Porsche SE zuletzt für 81 Mio. Euro weitere VW-Stammaktien erworben hat und damit nun 53,3% hält.

Weitere Informationen zur Porsche SE

Wenn Sie Aktien der Porsche SE kaufen, erwerben Sie damit übrigens nur indirekt Anteile am operativen Geschäft des Zuffenhausener Sportwagenherstellers. Denn die Porsche SE ist nicht gleichzusetzen mit dem Sportwagenhersteller Porsche.

Die heutige Porsche SE ist vielmehr eine Beteiligungsgesellschaft, deren mit Abstand größte Beteiligung ein signifikanter Anteil an den Stammaktien von VW ist. Und das operative Geschäft von Porsche (Bau von Sportwagen) gehört zum VW-Konzern. Die Porsche SE hält einen Anteil von 53,3% an den Stammaktien des VW Konzerns. Dies entspricht einem Anteil von 31,4% am gezeichneten Kapital des Wolfsburger Konzerns.

Darüber hinaus ist die Porsche SE zu 100% im Besitz der PTV AG. Das ist ein Anbieter von Software für Verkehrsplanung und Verkehrsmanagement sowie Transportlogistik. Daneben hat Porsche noch einige interessante Minderheitsbeteiligungen im Portfolio.

VW-Stammaktie mit Rabatt

Die VW-Stammaktie notierte zuletzt bei rund 133 Euro und die Aktie der Porsche SE bei rund 43 Euro. Vereinfacht gesagt bekommen Sie als Aktionär der Porsche SE eine halbe VW-Stammaktie für 43 Euro. Bei einem Kurs der VW-Stammaktie von 133 Euro müsste eine halbe Stammaktie also rund 67 Euro kosten.

Die Porsche-Aktie notiert jedoch nur bei 43 Euro. Zudem bekommen Sie als Porsche-Aktionär noch einige kleinere Beteiligungen obendrauf. Und Porsche verfügte zum Ende des vergangenen Jahres noch über eine Nettoliquidität (Bankguthaben abzgl. Schulden) in Höhe von 553 Mio. Euro.

Porsche-Aktie bietet nicht nur günstige Bewertung

Kommen wir zu der Frage, warum die Porsche-Aktie aktuell so günstig bewertet ist. Ein Grund sind laufende Verfahren gegen die Porsche SE, die ganz klar ein Belastungsfaktor sind. Jedoch sind diese Schadenersatzansprüche bzw. ein Teil dieser Ansprüche bald geklärt und somit der Belastungsfaktor verschwunden. Die maximale Belastung durch diese Verfahren liegt bei 5,4 Mrd. Euro zuzüglich Zinsen.

Der NAV (Nettoinventarwert) der Porsche-Aktie liegt aktuell deutlich über dem Kurs der Porsche Aktie, sodass selbst unter Einbeziehung der Gerichtsverfahren und des daraus womöglich resultierenden Mittelabflusses von gut 5 Mrd. Euro noch immer ein deutlicher Abschlag übrig bliebe. Das bedeutet: Der NAV der Porsche-Aktie liegt auch unter Einbeziehung der Klagerisiken noch deutlich oberhalb des Kurses der Porsche-Aktie.

Daneben ist die Porsche-Aktie aus meiner Sicht wegen der signifikanten Beteiligung an VW einen Blick wert. Die E-Auto-Offensive von VW könnte schon bald Früchte tragen.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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