VW-Krise: Übernimmt Apple jetzt die Wolfsburger?

Apple könnte die VW-Krise ausnutzen und einen Übernahme-Versuch starten. Geld genug hätten die Kalifornier, doch mehr spricht nicht für einen Deal. (Foto: Francesco Marino - Fotolia)

Was für ein Schock! Deutschlands größter Automobil-Konzern VW steckt in dem größten Skandal der Unternehmensgeschichte. Wieder einmal ziehen einige Wenige einen ganzen Konzern in Verruf. Die 600.000 Mitarbeiter (und auch viele Aktionäre) sind entsetzt, was da passiert ist.

Vorsätzlich wurde die US-Umweltbehörde mit einer Software getäuscht, die den Schadstoffausstoß beschönigte. Die gewissenlosen Manager, die das zu verantworten haben, werden jetzt natürlich zur Rechenschaft gezogen – Konzernchef Martin Winterkorn musste bereits seinen Hut nehmen.

Auch wenn Winterkorn sehr wahrscheinlich nicht wusste, was da passierte, ist es völlig verständlich, dass der Chef gehen muss. Ob das fair ist, steht auf einem anderen Blatt.

Volkswagen-Aktie 60% unter Jahreshoch

Die Reaktion an der Börse fiel scharf aus. An zwei Handelstagen hintereinander verlor das VW-Papier jeweils 20%. 30 Mrd. Euro Marktkapitalisierung wurden vernichtet. Vom Hoch bei 262 Euro im März war die Aktie am Dienstag über 60% entfernt.

Gestern und heute kommt es zwar zu einer Gegenreaktion, doch wann die Aktie noch einmal in die Regionen um 250 Euro kommen wird, ist unklar. Jetzt geht es erst einmal darum, den Trümmerhaufen zu beseitigen und den noch kommenden Schaden so gering wie möglich zu halten.

Apple könnte VW theoretisch mit der Portokasse bezahlen

Der VW-Konzern ist aktuell an der Börse nicht einmal mehr 60 Mrd. Euro wert. Beim Durchspielen verschiedener Szenarien fiel zuletzt der Begriff „VW-Übernahme“. Ein kompletter Neuanfang unter neuer Führung wurde als Möglichkeit in Betracht gezogen.

Passenderweise tüftelt der US-Technologie-Konzern Apple gerade an einem Auto. Und die innovationsreichen Kalifornier sind mit über 150 Mio. Euro äußerst liquide. Aktionäre verlangen, dass das Geld sinnvoll eingesetzt wird – demnach erscheint eine VW-Übernahme möglich.

Wer sich die Nachrichten richtig zurecht biegt, erkennt Übernahme-Story

Was theoretisch möglich ist, muss nicht in der Praxis funktionieren. Alleine viel Geld zu haben, war noch nie ein Argument dafür, dass jemand potenzieller Bieter ist. Ansonsten käme Apple für VW, Daimler und BMW als Bieter in Frage. Mit dem Cash-Polster deckt der US-Konzern nämlich die Marktkapitalisierung aller 3 großen deutschen Autobauer ab.

Aber! Bei VW handelt es sich derzeit um eine Ausnahme-Situation. Nicht wenige Investoren kaufen bewusst in Krisen Aktien – einige Star-Investoren wie Warren Buffett übernehmen auch gerne ganze Konzerne in Krisen.

Das jetzt günstige Timing macht ein VW-Übernahme-Szenario dann doch wieder denkbarer. Zudem: Apple tüftelt ja gerüchteweise an einem Auto. In der Vorwoche solle sich der Technologie-Konzern mit Behörden getroffen haben, um über das Regelwerk autonomer Fahrzeuge zu sprechen.

Wenn Apple VW übernimmt, dann wäre man auf Anhieb größter Automobilhersteller der Welt und könnte viel schneller dem Traum vom autonomen Fahrzeug Wirklichkeit werden lassen.

Apple ist Technologie-Konzern und VW ist kein Übernahme-Kandidat

Wenn Sie den Übernahme-Sensor häufiger lesen, dann wissen Sie das Wunsch und Wirklichkeit leider manchmal weit auseinander liegen. Dass Apple VW übernimmt ist natürlich Quatsch.

Nicht nur, dass eine Übernahme strategischer Unfug ist, auch dürften weder VW noch Apple Interesse an einem Deal haben. Es gibt zudem keinen Preis der die beiden Seiten – die keinen Deal wollen – zusammenbringen würde.

Apple ist ein US-Technologie-Konzern, der seine Möglichkeiten im Bereich autonomes Fahren prüft – und mehr ist da nicht. VW ist und bleibt führender deutscher Automobilhersteller. Die Krise werden die Wolfsburger selbständig meistern, da kann es keine Zweifel geben. Jetzt zu gucken, wer wie viel Geld hat, um VW zu übernehmen, ist Quatsch.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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