VW: Truck- und Bus-Sparte vor Börsengang

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Ein möglicher Börsengang von VW Truck & Bus könnte im kommenden Jahr den deutschen Aktienmarkt beleben. (Foto: AR Pictures / shutterstock.com)

Die Truck- und Bus-Sparte von VW zieht es an die Börse. Nachdem ich Ihnen erst vorgestern hier im „Schlussgong“ von den größten weltweiten Börsengängen im 1. Quartal 2018 berichtet habe, steht nun also schon wieder das spannende Thema IPO (Börsengang) an.

Zwar soll es erst im nächsten Jahr soweit sein, doch schon jetzt ist klar, dass dieser Börsengang – wenn es denn tatsächlich dazu kommt – ein Höhepunkt des kommenden Jahres werden wird.

VW Truck & Bus will die Nummer 1 werden

Der VW-Konzern will endlich den Abgas-Skandal zur Seite schieben und wieder positive Schlagzeilen schreiben. Der geplante Börsengang soll der nächste Schritt sein auf dem Weg zur Nummer 1 der Branche. Mitte des nächsten Jahrzehnts will das Unternehmen die globale Spitze erobert haben – bezogen auf Umsatzrendite, Innovationen und globale Präsenz.

VW hatte die Truck- und Bus-Sparte in der jetzigen Form erst 2015 gegründet. Sie vereint die Marken MAN, Scania sowie das LKW- und Busgeschäft von VW in Lateinamerika. Die Nutzfahrzeugsparte von VW, die kleinere und mittelgroße Transporter beinhaltet, gehört hingegen nicht dazu.

Ebenfalls sollen die beiden MAN-Töchter Diesel & Turbo (unter anderem im Bereich Schiffsdiesel tätig) sowie Renk (Getriebe) außen vor bleiben. Für beide müsste mit Volkswagen eine Lösung gefunden werden, sagt VW Truck & Bus Chef Andreas Renschler. Pläne für einen Verkauf gebe es nicht, so Renschler.

Warum es das Unternehmen an den Kapitalmarkt zieht

Doch warum zieht es VW Truck & Bus an den Kapitalmarkt (neben einem Börsengang soll alternativ auch die Finanzierung über Anleihen in Betracht kommen)? Ganz einfach: Das Unternehmen will mit den finanziellen Mitteln, die man dadurch einsammelt, das zukünftige Wachstum finanzieren, das nötig ist, wenn man die Nummer 1 in der Branche werden will.

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Ein Teil des Erlöses soll für die internationale Expansion ausgegeben werden. Ein anderer Teil für Innovationen in den Bereichen autonomes Fahren, der Vernetzung von Fahrzeugen, ein effizienteres Transportwesen und Elektromobilität.

Im ersten Schritt soll die Rechtsform von einer GmbH in eine AG umgewandelt werden. Später ist eine europäische Aktiengesellschaft (SE) geplant. „Wir sind eine europäische Gesellschaft mit Standorten in Deutschland und Schweden“, begründet Renschler den angestrebten Schritt hin zu einer SE.

Es wird geschätzt, dass VW Truck & Bus einen Wert von ca. 25 bis 30 Mrd. Euro hat. Wenn 25% der Anteile an die Börse gebracht würden, ergäbe sich daraus ein Emissionserlös in einer Größenordnung von 6,25 bis 7,5 Mrd. Euro.

Warum ich zunächst nur mit 25% rechne? Weil VW-Aufsichtsrats-Chef Dieter Pötsch klargestellt hat, dass es keine Überlegungen im Konzern gebe, die Kontrolle über das LKW- und Busgeschäft abzugeben. Daher ist nicht mit dem Verkauf eines größeren Anteils an diesem Geschäft zu rechnen.

Ich werde Sie hier im „Schlussgong“ selbstverständlich darüber auf dem Laufenden halten, wie es bei VW Truck & Bus in den kommenden Monaten weitergeht. Wird der Börsengang der VW-Tochter 2019 ein Erfolg, würde das auch die Aktie des Mutterkonzerns deutlich aufwerten.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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