VW zieht den DAX in den Keller | EUR/USD bei 1,16

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Audi-Chef Stadler hinter Gittern. DAX lässt sich von Volkswagen Richtung 12.800 drücken. EUR/USD kämpfen gegen die EZB. Chartanalyse von VW, DAX und EUR/USD. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Der Audi-Chef Rupert Stadler ist in der Abgasaffäre vorläufig verhaftet worden. Ihm werden absichtliche Manipulation der Abgaswerte vorgeworfen. Durchsuchungen haben offenbar eine E-Mail ans Tageslicht gebracht, die beweist, dass er von den geschönten Werte wusste und trotzdem den europaweiten Verkauf nicht gestoppt habe.

Das freut logischerweise auch nicht die Aktionäre des angehängten VW-Konzerns. Der vermeintliche Widerstand nach unten bei etwa 155 Euro wurde heute gebrochen.

Wir notierten heute erstmalig in diesem Jahr unter 153 Euro pro Aktie und damit ein neues Jahrestief. Sofern jetzt keine schnelle Gegenbewegung kommt, können wir die 150 Euro als Ziel nehmen.

Zusätzlich dazu gab es bei den Durchschnittslinien ein kleines Todeskreuz. Die 20-Tagelinie durchkreuzt die 200-Tagelinie von oben. Üblicherweise sollten alle Alarmglocken läuten, wenn die SMA-50 die SM-200 schneidet, aber davon sind wir noch etwas entfernt. Die 50-Tagelinie verläuft relativ waagrecht bei 167 Euro.

Vom Jahreshoch sind wir schon 45 Euro entfernt. Wie weit geht es dieses Jahr noch mit der VW-Aktie nach unten? Bald müsste der komplette Skandal um die gefälschten Abgaswerte doch eigentlich verarbeitet sein.

DAX startet mit deutlichem Minus in die Woche

Wir hatten uns Ende vergangener Woche schön von der 200-Tagelinie absetzen können. Jetzt gab es heute fast schon wieder einen Kontakt. Der DAX möchte gerne ausbrechen und durchstarten, doch irgendwer holt ihn immer wieder zurück. Das Ergebnis heute: 12.800 Punkte.

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Spannend wird es, wenn die 50-Tagelinie in Blau die grüne 200-Tagelinie nach oben kreuzt. In vielen Fällen ist das ein sehr bullisches Zeichen (umgekehrtes Todeskreuz) und das müsste eigentlich diese Woche noch kommen. Auch die orange Trendlinie aus den letzten Tiefs im Chart zeigt nach oben.

Doch aktuell ist das alles Wunschdenken. Hätten wir die 13.200 letzte Woche geknackt, wäre da durchaus mehr drin. Doch so müssen wir abwarten, was die Kurse machen. Richtig schlecht würde es für den DAX aussehen, wenn jetzt die SMA-200 schon wieder durchbrochen wird. Das kann schneller geschehen als uns lieb ist. Sollte dann auch noch die Aufwärtstrendlinie fallen, könnten wir wieder mit Kursen um 12.400 oder sogar darunter rechnen.

So weit sind wir aber noch nicht. Die nächsten Tage werden entscheiden. VW sollte morgen schon kein Negativ-Thema mehr sein und es könnte eine Gegenbewegung geben. Ansonsten gilt für die DAX-Werte dasselbe, wie für die Deutsche Fußballnationalmannschaft: Es müssen alle an einem Strang ziehen, damit es etwas wird.

EUR/USD hat weiterhin mit Draghi zu kämpfen

Nach den heftigen Bewegungen Mitte letzter Woche, hat sich das Währungspaar scheinbar vorerst beruhigt. Wir sehen einen kleinen Handelsbereich, der noch keine eindeutige Richtung vorgibt. Zwar gab es drei grüne Kerzen, aber von diesen bräuchten wir noch etwa 20, um die große rote EZB-Kerze vom 14.6.18 auszugleichen.

Das nächste Ziel ist die 20-Tagelinie. Wenn wir diese wieder überschießen, wäre das schon ein großer Erfolg. Bis dahin hält uns nach unten die 1,15 hoffentlich auf. Wenn wir dort durchfallen, sind sofort weitere Cent-Verluste möglich.

Also grob bewegt sich vorerst alles zwischen 1,15 und 1,17 ohne das Bild zu verändern. Erst wenn eine dieser Marken fällt, gibt es neue Impulse aus der Charttechnik. Politische Börsen können aber jederzeit gespielt werden, deshalb bleiben wir vorerst an der Seitenlinie.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.