Wacker Chemie kann nicht überzeugen

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Die Aktie von Wacker Chemie befindet sich seit 2 Jahren im Sinkflug. Eine Bodenbildung ist (noch) nicht in Sicht. (Foto: Gorodenkoff / shutterstock.com)

Schon längst haben wir uns daran gewöhnt, dass die wirtschaftliche Situation für viele Unternehmen inzwischen eine große Herausforderung birgt und das es vermehrt zu enttäuschenden Aussichten kommt. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist das Unternehmen Wacker Chemie, das in der vergangenen Woche eine nachhaltige Abschreibung bekannt gab und somit einen Verlust für das laufende Jahr ausweisen wird.

Unternehmensportrait

Die Wacker Chemie AG, die in München ansässig ist, fungiert als Muttergesellschaft eines weltweit operierenden deutschen Chemiekonzerns, der auf eine 105-jährige Unternehmensgeschichte zurückblicken kann. Insgesamt verfügt das Unternehmen über 23 Produktionsstätten in Europa, Amerika und Asien und vertreibt seine mehr als 3.200 Produkte in über 100 Ländern.

Wacker Chemie hat vier Geschäftsbereiche, die von den zwei Hauptrohstoffen Ethen und Silicium ausgehen. Der Geschäftsbereich Polysilicon erzeugt hochreines Polysilizium für den Solarmarkt. Silicones bedient Märkte in den Bereichen Bauindustrie, Automobil, Farben und Lacke, Textilien und Papier. Ausgehend von Ethen erzeugt der Bereich Polymers die Zwischenstufen VAM (Vinylacetat) und VAE (Vinylacetat-Ethylen) und bedient vor allem die Bauindustrie mit Dispersionspulvern. Biosolutions konzentriert sich auf biotechnologisch hergestellte Produkte.

Solarmarkt bereitet Sorgen

Dass der Solarmarkt umkämpft ist, ist ohnehin längst klar. Dennoch kam die Meldung von Wacker Chemie in der vergangenen Woche doch einigermaßen überraschend: Der SDax -Konzern muss den Wert von Anlagen zur Herstellung von Silizium um rund 750 Mio. Euro nach unten korrigieren. Bislang war die Gesellschaft von einem leicht positiven Jahresergebnis ausgegangen – jetzt wird ein negatives Ergebnis in eben dieser Größenordnung von rund 750 Mio. Euro erwartet.

Zu dieser Abschreibung kam es, nachdem die Erholung der Preise für Polysilizium, dem Grundstoff für die Herstellung von Solaranlagen, ausgeblieben ist. Zudem ist die Nachfrage in China gegenüber Solaranlagen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Ferner sorgt der chinesische Staat für eine Unterstützung der chinesischen Produzenten von Polysilizium.

Aktienkurs bleibt stabil

Alles in allem also keine guten Nachrichten. Doch der Kursrutsch blieb immerhin aus. Allerdings gibt es für die Anleger des Spezialchemiekonzerns wenig Grund zur Freude in diesem Jahr. So sank der Aktienkurs in diesem Jahr um rund 20% und bewegt sich seit Sommer in einer Spanne zwischen knapp 55 Euro und 75 Euro.

Günstige Bewertung hilft der Aktie nicht auf die Sprünge

Mit einem zu erwartenden KGV von rund 20 im kommenden Jahr und einer Dividendenrendite von rund 3% ist die Aktie recht günstig bewertet. Die Marktkapitalisierung von rund 3 Mrd. Euro liegt außerdem deutlich unter dem Jahresumsatz, der mit knapp 5 Mrd. Euro prognostiziert wird.

Doch all diese Zahlen bringen nicht viel ein, wenn die Aktie einfach nicht anspringen will. Seit dem Hoch Anfang 2018 hat sich der Aktienkurs fast gedrittelt. Ob endlich eine Bodenbildung gelingt, ist noch vollkommen unklar.

Ich rate Ihnen dazu, von solchen Aktien lieber die Finger zu lassen. Investieren Sie stattdessen lieber in Aktien von Unternehmen, deren Geschäfte brummen und bei denen die Anleger dies – in Form entsprechender Kursgewinne – zu schätzen wissen. Hier haben Sie einfach ein besseres Chance/Risiko-Verhältnis.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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