Wahnsinn, wie billig die Aktie des wertvollsten Unternehmens der Welt ist

Apple Logo RED_shutterstock_365917562_pio3

Apple wurde kürzlich zum wertvollsten Unternehmen der Welt gekürt, doch dafür sind seine Aktien spottbillig. (Foto: pio3 / shutterstock.com)

Anders als die hochpreisigen Produkte von Apple ist die Aktie des iPhone-Herstellers derzeit ein echtes Schnäppchen.

Aktuell notiert sie auf demselben Niveau wie vor 1 Jahr.

Dabei wartete Apple, das erst jüngst von den Wirtschafts-Prüfern von Ernst & Young zum wertvollsten Unternehmen der Welt gekürt wurde, auch 2015 mit sehr guten Nachrichten auf.

Apple: Wertvollste Aktie der Welt

Da ist zum einen der stetige Ausbau des Geschäftskunden-Bereichs. Erst kürzlich berichtete Apple, dass es gemeinsam mit IBM in den vergangenen Monaten mehr als 100 Apps für mobile Geräte in Unternehmen entwickelt hat.

Noch sind die meisten Anwendungen für das iPad-Tablet konzipiert, doch auch das iPhone und die Computer-Uhr Apple Watch werden immer stärker integriert.

So setzt beispielsweise der deutsche Hausgeräte-Hersteller Bosch Siemens auf Anwendungen, mit denen Service-Techniker Informationen über Störungen abfragen, Anleitungs-Videos anschauen und Kontakt zur Zentrale aufnehmen können.

Der Clou: die Applikationen sind so aufgesetzt, dass durch maschinelles Lernen die passenden Informationen im richtigen Moment bereitgestellt werden.

Weltweit bieten die beiden Partner Apps unter anderem zum Planen von Geschäftsreisen oder Telefon-Konferenzen, sowie für einzelne Berufssparten wie Vertriebs-Mitarbeiter, Immobilien-Händler oder Bankberater an.

Apple Pay jetzt auch in China

Eine weitere Nachricht zeigt, dass sich Apple neben seinem Flaggschiff iPhone weitere starke Geschäftsbereiche aufbaut:

Kunden der Bankkarten-Gruppe China UnionPay sollen von Januar an in Geschäften mit dem Bezahldienst Apple Pay bezahlen können.

Das heißt: Verbraucher müssen nur noch ihr iPhone oder die Apple Watch zum Bezahlen mitnehmen.

Apple setzt dabei auf dem QuickPass-System für kontaktlose Zahlungen von UnionPay auf, das bereits auf vielen Terminals in China verfügbar ist.

Warren Buffett – Krista Kennell – shutterstock_444483763

Warren Buffetts größte FehlinvestitionenUnsere Analyse zeigt: Folgen Sie Warren Buffett nicht in Aktien von Großkonzernen und Technologie-Unternehmen. › mehr lesen

Apple startete seinen Bezahldienst vor gut einem Jahr zunächst in den USA und ist mit ihm mittlerweile auch in Großbritannien, Kanada und Australien vertreten.

Neben diesen guten Nachrichten fällt die dritte Meldung dieser Tage etwas ab: Der Patentstreit zwischen Apple und Samsung Electronics geht weiter.

Nachdem Samsung bereits kürzlich rund 550 Mio. Dollar an Apple zahlen musste, berichtete nun die Nachrichten-Agentur Reuters, dass Apple weitere 180 Mio. Dollar zuzüglich Zinsen fordert.

Bei dem Patentstreit stehen 5 Samsung-Smartphones im Mittelpunkt, die Apple-Patente verletzten und trotz eines Gerichturteils in 2012 weiter verkauft wurden.

Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11

180 Mio. Dollar sind nur ein Klacks angesichts des weiterhin florierenden Geschäfts. Der Gewinn im Ende September 2015 abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/2015: 53,4 Mrd. Dollar. Aktueller Kassenbestand nach Abzug aller Schulden: 140 Mrd. Dollar.

Und dennoch liegt das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) gerade einmal bei 11, das Kurs-Cashflow-Verhältnis bei 7.

Die Aktie ist also deutlich unterbewertet – v. a., wenn Sie zusätzlich auch noch das riesige Aktienrückkauf-Programm berücksichtigen. Apple hat in den vergangenen 3 Jahren für 104 Mrd. Dollar eigenen Aktien zurückgekauft und vernichtet.

Der Unternehmens-Gewinn teilt sich entsprechend auf immer weniger Aktien auf – eine Entwicklung, die auch in den kommenden 15 Monaten weiter anhalten wird. In dieser Zeit will Apple für weitere 36 Mrd. Dollar eigene Wertpapiere erwerben.

Pessimisten streuen bereits seit Monaten das Gerücht, dass Apple in 2016 den Gewinn nicht mehr weiter steigern wird.

Selbst in diesem eher unwahrscheinlichen Fall einer Stagnation werden Apple-Aktionäre dank des Aktienrückkaufs einen höheren Anteil an der Dividenden-Summe und dem Unternehmens-Gewinn erhalten.

Das KGV wird also weiter sinken, die Aktie noch günstiger werden.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.