Wahrscheinlichkeit einer Rezession in Deutschland nimmt zu

Anhaltender Boom der Wirtschaft in Deutschland? Fakt ist, dass die Wahrscheinlichkeit einer Rezession immer stärker zunimmt. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Jüngst wurde bekannt, dass die Bundesregierung nach wie vor von einem stabilen Aufschwung in deutschen Landen ausgeht. Sowohl für das Jahr 2018 wie auch für 2019 wird ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von über zwei Prozent erwartet.

Eiskalter Gegenwind einer Rezession droht

Höchst beachtlich stimmt aber, dass sich schon jetzt die ersten Stimmen aus der Ökonomie in Sachen Abschwung aus der Deckung wagen. Prof. Stefan Kooths, Konjunkturchef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, warnte jüngst in der Wirtschaftswoche vor einem abrupten Ende des Wirtschaftsaufschwungs. Deutschland sei mit Blick auf eine Rezession schlecht vorbereitet. Die neue Bundesregierung nehme zwar momentan den warmen Rückenwind mit, wappne sich aber kaum für den eiskalten Gegenwind der nächsten Rezession.

Konjunkturelle Abschwächung im Fokus

Wie wir hier in den letzten Wochen ja sehr dezidiert aufgeführt haben, mehren sich die Hinweise auf einen konjunkturellen Abschwung in Deutschland. Eine Vielzahl von Indikatoren deutet schon jetzt stark darauf hin, dass sich das Wirtschaftswachstum im Jahr 2018 zumindest wohl merklich abschwächen wird. Bereits für den Monat Februar wurde ja zum Beispiel bekannt, dass die Produktion der Industrie, die Auftragseingänge des verarbeitenden Gewerbes wie auch die Umsatzerlöse der Einzelhändler spürbar rückläufig waren.

Risiko einer Rezession nimmt zu

Kein Wunder also, dass das Risiko, dass Deutschland in den kommenden drei Monaten in eine Rezession gerät, sich von März auf April merklich erhöht hat. Das signalisiert jedenfalls der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Für den Zeitraum von April bis Ende Juni weist das Frühwarninstrument, das die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, eine mittlere Rezessionswahrscheinlichkeit von 32,4 Prozent aus. Im März hatte das Rezessionsrisiko bei lediglich 6,8 Prozent gelegen.

Ursachenforschung

Interessant ist auch die Begründung für den Umschwung. Den deutlichen Anstieg beim Rezessionsrisiko erklärt das IMK mit einem Mix aus drei Faktoren: dem zuletzt merklichen Rückgang der Industrieproduktion, einer gestiegenen Volatilität an den Börsen und einer Verschlechterung von Stimmungsindikatoren. Während die Gründe für das Produktionsminus im Februar nicht ganz klar sind, führen die Konjunkturforscher die Negativ-Signale von den Finanzmärkten und die schlechtere Stimmung zum größten Teil auf den Konfrontationskurs zurück, den US-Präsident Donald Trump in der Handels- und Zollpolitik eingeschlagen hat.

Ja, liebe Leser, im Gegensatz zur deutschen Regierung bereiten wir uns auf die kommende Rezession vor. Wir sind jedenfalls für den aufziehenden Sturm bestens präpariert….


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.