Wall Street: Benötigen Sie noch mehr Kaufsignale?

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Während der DAX vor sich hin dümpelt, startet die Wall Street ihre nächste Rallye. (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

Der deutsche Aktienmarkt kommt einfach nicht vom Fleck: Ab dem 25. April kletterte der DAX zwar in 4 Wochen um 900 Punkte, doch seither hat er davon bis zu 700 Zähler wieder abgegeben.

Ganz nebenbei: Mit einem Stand von rund 12.900 am Dienstagvormittag ist der deutsche Leitindex noch rund 700 Punkte bzw. +5,4% von seinem bisherigen Allzeithoch von 13.596 entfernt.

Nun ja: Und die Sorgen durch das mit Italien wieder auferstandene Euro-Schuldengespenst tragen auch nicht gerade zu einer Verbesserung der Anlegerstimmung bei.

Dabei gibt es einen Aktienmarkt, der – wieder einmal – den deutschen Dividendenpapieren den Rang abläuft und sich daher bestens für Ihre Investments eignet:

Die Wall Street generiert gerade reichlich Kaufsignale!

Der Vorreiter startet wieder durch

Die Technologieaktien haben am US-Aktienmarkt traditionell eine Art Vorreiterrolle inne: Sie laufen zumeist vorweg und signalisieren Ihnen damit vorzeitig, ob Sie ein- oder aussteigen sollten.

Schauen wir also gleich einmal auf die jüngste Entwicklung des Nasdaq 100: Dieser Index bildet die Kursverläufe der 100 nach Marktkapitalisierung größten US-Technologieaktien ab:

Nasdaq 100: 2 Kaufsignale in Serie im Momentum

Nasdaq 100: 2 Kaufsignale in Serie im Momentum

Wie Sie sehen, hat der Nasdaq 100 an den letzten Handelstagen einen kräftigen Schub erhalten und notierte gestern Abend nach Handelsschluss nur noch 43 Punkte bzw. +0,6% von seinem am  13. März ausgebildeten Allzeithoch von 7.186.

Dass diese Rekordmarke noch in dieser Woche überboten wird, dafür spricht der im unteren Chartteil abgebildete Schwung-Indikator:

Das 50-Tage-Momentum hat am vergangenen Donnerstag seinen kurzfristigen Abwärtstrend nach oben durchbrochen (gelber Kreis). Gestern folgte mit dem Sprung auf ein neues Hoch in der laufenden Aufwärtsbewegung ein weiteres Kaufsignal (grüner Kreis).

Davon einmal abgesehen, bewegt sich der US-Technologieindex in einem intakten Aufwärtstrend, der bereits im Februar 2016 seinen Anfang nahm.

Langfrist-Vergleich von Dow Jones und DAX

Doch ich habe noch ein weiteres Argument für Sie, warum US-Aktien – wieder einmal – ihren deutschen Pendants vorzuziehen sind: Es ist der Spread zwischen dem Dow Jones und dem DAX.

Falls Ihnen der Begriff nichts sagt: Der Spread zweier Märkte zeigt Ihnen, welcher gerade die größere Relative Stärke besitzt. Oh je: Noch so ein Fachterminus…

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Der Nikolaus packt die Rute aus...Wenn es nach der Charfttechnik geht, dann....! Was damit gemeint ist, das verrrät Ihnen Michael Sturm! › mehr lesen

Relative Stärke besagt, dass sich ein Markt besser als der mit ihm verglichene entwickelt. Das heißt nicht nur, dass er stärker steigt, als der andere: Wenn beide Märkte fallen, dann sinkt der mit der höheren Relativen Stärke eben weniger.

Doch zurück zum Spread: Er wird berechnet, indem der Schlusskurs des einen Marktes durch den des anderen dividiert und anschließend mit 100 multipliziert wird.

Die tägliche Fortschreibung der Ergebnisse ergibt dann eine Verlaufskurve, die Sie interpretieren können. Schauen wir uns das einmal in der folgenden Grafik gemeinsam an:

Spread: Dow Jones rennt dem DAX einmal mehr davon

Dow Jones übernimmt erneut die Führungsrolle

Sinkt die Kurve, dann läuft es im DAX besser als im Dow Jones. Verhält es sich umgekehrt, dann hat der US-Leitindex die Nase vorn.

Wichtig an diesem Vergleich ist: Von 2011 bis Anfang 2015 lief es im DAX tendenziell besser: Der Spread bewegte sich, unter Schwankungen, in einem breiten Trendkanal abwärts.

Im Sommer 2017 wurde dieser Abwärtstrendkanal endgültig und dynamisch nach oben verlassen. Anders gesagt: Seitdem besitzt der Dow Jones tendenziell die höhere Relative Stärke!

Der gelbe Kreis macht Ihnen deutlich, dass die Wall Street in den letzten Tagen den kurzfristigen Abwärtstrend im Spread nach oben durchbrochen hat.

Fazit

Fassen wir zusammen:

Während der DAX noch weit entfernt von seinen Rekordständen ist und zudem die Diskussion über das Schuldenproblem Italien das Fortkommen behindert, marschiert der amerikanische Aktienmarkt voran.

Nach einer ausgiebigen Korrektur in den letzten 4 Monaten ist die Wall Street damit nun reif für die nächste Aufwärts-Rallye. Der Frühindikator Nasdaq 100 ist nur noch 0,6% vom Allzeithoch entfernt.

Das 50-Tage-Momentum hat in den letzten Handelstagen gleich 2 Kaufsignale generiert, die es wahrscheinlich machen, dass die US-Technologieaktien noch in dieser Woche neue Bestmarken erreichen werden.

US-Aktien sind daher derzeit wieder einmal die bessere Wahl. Und Investments darin werden – ganz nebenbei – noch von einem schwächeren Euro begünstigt: Denn der beschert Ihnen noch zusätzliche Währungsgewinne.


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.