Wall Street: Es fehlt nur noch ein kleiner Schubser

Die bisherigen Erkenntnisse aus der laufenden US-Quartalsberichtssaison führen zu einer überraschenden Schlussfolgerung. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Gemeinhin sprechen wir von Charttechnik. Streng genommen meinen wir jedoch die umfassende „Technische Analyse“.

Die Charttechnik ist vielmehr ein Teil der Technischen Analyse von Aktien, ebenso wie die Markttechnik.

Manche Experten beziehen auch die Zyklen-Technik oder die Sentiment-Analyse (Anleger-Verhalten) mit ein.

Charttechnik

Die Charttechnik begrenzt sich auf die Analyse von Kursentwicklungen im Zusammenhang mit den Umsätzen.

Immer wiederkehrende Chart-Muster wie beispielsweise Dreiecke, Doppelboden- oder Doppeltop-Formationen, Widerstände und Unterstützungen lassen spezifische Kursentwicklungen erwarten.

Abgerundet wird die Charttechnik durch das Ziehen von Trend-Linien: Auf- und Abwärtstrends, Widerstands- und Unterstützung-Linien gehören hier zum Arsenal des Charttechnikers.

Markttechnik

Die Markttechnik misst die Kraft, den Schwung, die Dynamik oder auch die Intensität von Trends mit Hilfe von Indikatoren.

Momentum, Relative Stärke Index (Wilder), On-Balance-Volumen und MACD gehören beispielsweise zu meinem bevorzugten Repertoire an Analyse-Werkzeugen.

Ich selbst kombiniere allerdings Markttechnik auch mit Charttechnik: In Indikatoren gezogene Trend-Linien und eingezeichnete Widerstands- und Unterstützungs-Linien zeitigen regelmäßig exzellente Analyse-Ergebnisse!

Relative Stärke Index (Wilder)

Einer meiner Favoriten ist der von Welles Wilder jr. entwickelte Relative Stärke Index (RSI).

Er vergleicht indes nicht die Relative Stärke mehrerer Aktien oder Indizes, sondern misst die „innere Stärke“ (Trend-Intensität) eines Kursverlaufes.

Üblicherweise wird der RSI in Tages-Charts mit einer Periode von 14 Tagen angewendet.

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Mein Geheimtipp: RSI im Monats-Chart

Mein Geheimtipp ist jedoch die Verwendung auf Monatsebene: Ein solcher Chart zeigt lediglich den Eröffnungskurs, Hoch und Tief sowie den Schlusskurs eines Monats. Der Grund:

Im Monats-Chart werden die täglichen „Nebengeräusche“ ausgefiltert. Die Entwicklung eines Kalender-Monates wird auf die 4 genannten, relevanten Kursdaten kondensiert.

Signale auf dieser „höheren Zeitebene“ gewinnen dadurch eine weit größere Bedeutung. Genau das demonstriert Ihnen der folgende Chart des S&P 500:

s&p 500 mit relative stärke index (wilder)-09-05-2016

S&P 500 mit Relative Stärke Index (Wilder): Es fehlt nur noch ein kleiner Schubser!

Vorab noch ein Hinweis: Da der Mai 2016 noch nicht beendet ist, ist natürlich auch die aktuell eingezeichnete Entwicklung des Monatsbalkens und des Indikators nicht endgültig.

Es fehlt aktuell nur noch ein kleiner Schubser!

In diesem, 20 Jahre zurückreichenden, Monats-Chart wurden Trend-Linien auf den RSI angewendet. Auf diese Weise generiert der Indikator langfristige Kaufsignale (grüne Balken) und Verkaufs-Signale (rote Balken).

Der Chart und die eingezeichneten Linien machen eigentlich jeglichen Kommentar überflüssig. Die Vorteile dieser Analyse-Methode sind eindeutig.

Wichtig ist indes noch der gelbe Kreis. Wie Sie unschwer erkennen können, fehlt dem US-Aktien-Index derzeit nämlich nur noch ein kleiner Schubser nach oben:

Gelingt es dem Relative Stärke Index des S&P 500, den seit September 2014 bestehenden Abwärtstrend zu überwinden, dann wird das nächste langfristige Kaufsignal für die Wall Street ausgebildet!


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© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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