Wall Street: Was sagt die Dow-Theorie zum Trend?

Langfristig wogen die Trends an den Aktienmärkten wie Ebbe und Flut. Müssen wir uns bald auf eine Ebbe einstellen? – Wir klären Sie auf: (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

Wenn wir die Ab- und Aufwärts-Trends an den Aktienmärkten mit Ebbe (abwärts) und Flut (aufwärts) vergleichen, dann können wir zweifelsohne konstatieren:

Derzeit herrscht Flut im Dow Jones!

Weiterhin können wir feststellen: Der US-Leitindex befindet sich schon geraume Zeit im Flut-Modus. Zudem schlugen die Wellen zuletzt sehr hoch.

Wir wissen aber auch: Auf jede Flut folgt irgendwann die Ebbe. Daher schauen wir heute einmal, ob uns im Dow Jones ein Gezeitenwechsel bevorstehen könnte.

Gezeitenwechsel-Anzeiger: Die Dow-Theorie

Die Charttechnik hält dazu eine geradezu historische Analyse-Methode für uns bereit: die Dow-Theorie. Worum geht es dabei?

Die Analyse-Methode wird dem Gründer der Dow Jones Finanznachrichtendienste, Charles H. Dow zugeschrieben.

Er lebte von 1851 – 1902. Mit seinen beinahe wissenschaftlichen Artikeln schuf er die Basis für die Dow-Theorie.

Die eigentliche Theorie wurde nach dem Tode Dows von seinem Nachfolger William P. Hamilton in den folgenden 27 Jahren systematisiert.

Die 5 Säulen der Dow-Theorie

Die Dow-Theorie fußt auf 5 Säulen:

  1. Die Indizes berücksichtigen ALLE Markt-Aktivitäten. Ausgenommen sind sogenannte „Akte Gottes“. Das bedeutet: Die Dow-Theorie basiert ausschließlich auf der Charttechnik.
  2. Es werden 3 Trends unterschieden: Der Primär-Trend dauert Monate bis Jahre, der Sekundär-Trend Wochen bis Monate und der Tertiär-Trend Tage bis Wochen.
  3. Zeigt der Primär-Trend aufwärts, liegt ein „Bullenmarkt“ vor, umgekehrt ein „Bärenmarkt“.
  4. Sekundär- und Tertiär-Trends können zeitweilig auch gegensätzlich zum Primär-Trend verlaufen. Die Richtung des Primär-Trends wird dadurch nicht verändert.
  5. Wenn sich die US-Indizes Dow Jones Industrial Average und Dow Jones Transportation Average in ihren Primär-Trends gegenseitig bestätigen, dann dokumentiert das – je nach Richtung – entweder einen Bullen- oder Bärenmarkt.

Der Zusammenhang zwischen Industrie- und Transportwesen

Warum werden ausgerechnet der Industrie- und der Transport-Index miteinander verglichen?

Nun: Damit Sie im Supermarkt einkaufen können, müssen die Waren zuvor von ihren Produktionsstätten zum Einzelhandel transportiert werden.

Steigt die Nachfrage nach Waren, dann profitieren davon die herstellende sowie die Transport-Industrie.

Steigende oder sinkende Nachfrage schlagen sich damit auch in den betroffenen Aktienkursen nieder.

Schauen wir uns dazu einmal gemeinsam eine Vergleichs-Grafik von Dow Jones Industrial Average und Dow Jones Transportation Average an:

dow-theorie_07-11-2017

Dow-Theorie aktuell: Transport-Index weicht seit Kurzem ab

Fazit

Wenn wir einmal davon absehen, dass der Trend im Transport-Index von Anfang 2015 – Mitte 2016 leicht abwärts neigt statt seitwärts, wie der Dow Jones, dann finden wir ansonsten einen bemerkenswerten Gleichlauf vor.

Richtung und Bewegung stimmen auch ab dem Sommer 2016 für beide Indizes überein. Der vertikale Balken dokumentiert seit Mitte Oktober dieses Jahres erstmals einen klaren Gegenlauf.

Die Primär- und Sekundär-Trends befinden sich also noch im Einklang. Lediglich auf der Tertiär-Trend-Ebene finden wir erstmals ein Auseinanderstreben (Divergenz) vor.

Es ist also sicherlich noch viel zu früh, den Aufwärtstrend an der Wall Street im Sinne der Dow-Theorie „abzuschreiben“.

Die Abweichung des Transport-Index in den letzten 3 Wochen ist nichtsdestotrotz eine Entwicklung, die beobachtet werden sollte.

Schließlich fängt auch die Flut erst langsam und allmählich an, die Ebbe abzulösen.


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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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