Wall Street: Wie sind die Aussichten für den Biotech-Sektor?

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Nachdem wir zuletzt auf den US-Gesundheitssektor schauten, checken wir nun auch die Charttechnik der Biotechs. (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

US-Biotechnologie? Da war doch was? Tatsächlich wurde ich in meinem Archiv fündig:

Am 14. Januar 2016 warnte ich erstmals vor einem schwächelnden US-Biotechnologie-Markt. Die möglichen Abwärtsrisiken analysierte ich für Sie mittels der Fibonacci-Korrekturziele:

„Im August 2015 hatte der Sektor bereits etwas mehr als das absolute Minimum von -23,6% korrigiert. ‚Normal‘ wären indes Korrekturziele von -38,2% bzw. -50%. Das würde vom aktuellen Niveau [damals: 1.707,48 Punkte im US Dow Jones Biotechnoloy] aus weitere Verluste in Höhe von -6,3% bzw. -18,6% bedeuten.

Schauen wir einmal was daraus geworden ist:

Kein Absturz, aber auch keine großen Avancen

US-Biotechnologie-Sektor: Kein Absturz, aber auch keine großen Avancen

Tatsächlich wurde nur das erstgenannte Abwärts-Kursziel bei -38,2% erreicht und sogar leicht überschritten. Immerhin war die sich anschließende Entwicklung auch nicht gerade erbaulich:

Es folgten 2 langanhaltende Seitwärts-Bewegungen: Die erste endete nach 17 Monaten im Juni 2017. Die darauffolgende dauert bis heute an – sie jährt sich in wenigen Wochen zum zweiten Mal.

Interessant sind die beiden mit roten Kreisen markierten Ausbruchsversuche aus der noch laufenden Seitwärts-Bewegung:

Der erste entpuppte sich als Bullenfalle, wurde doch immerhin ein neues Rekordhoch markiert. Der Tanz über dem Top aus dem Juli 2015 hielt indes gerade einmal 3 Tage an. Auf die daraus resultierenden Auswirkungen komme ich gleich noch zurück.

Auch der Ausbruch nach unten erwies sich als Fehlsignal: Diesmal waren es die Bären, die gefoppt wurden.

Schauen wir nun einmal, wie sich die Lage im Monats-Chart mit dem Relative-Stärke-Index darstellt:

Intakte Abwärtstrends, wohin das Auge blickt

US-Biotechnologie-Sektor: Intakte Abwärtstrends, wohin das Auge blickt

Sie sehen es anhand der blauen Vertikalen: Das Verkaufssignal aufgrund des Trendbruchs im Chart kam vergleichsweise spät. Der 14-Monats-Relative-Stärke-Index  warnte erstmals im Februar 2014 – zugegeben, sehr früh.

Allerdings: Im Anschluss entwickelte sich eine zweifache Divergenz (Abweichung) zum Kurs (pinkfarbene Linien). Während der Branchenindex neue Tops erreichte, blieben die Hochs im Indikator jeweils unter ihren Vorgängern.

Eine solche Divergenz bietet Ihnen zwar kein klar definiertes zeitliches Signal, aber dafür macht es frühzeitig auf Dissonanzen in der Charttechnik aufmerksam. Je höher die Zahl der Abweichungen, umso ernster ist die daraus resultierende Warnung zu nehmen.

Ende Januar 2016 – also gut 2 Wochen nach meiner eingangs zitierten Analyse – generierte der RSI sogar ein noch negativeres Signal, als der seit 2005 bestehende Aufwärtstrend nach unten durchbrochen wurde.

Und selbst nach der erforderlichen Neujustierung der Aufwärtstrendlinie aus dem Jahr 2011 im Index-Chart zeigt sich: Auch dieser Trend wurde schon kurz nach dem Erreichen des neuen Allzeithochs im Januar 2018 wieder verlassen.

Fazit

Auch wenn der von mir im Januar 2016 befürchtete Abschwung der US-Biotech-Aktien glimpflicher ausfiel: Viel Freude hatten die Investoren an diesem Sektor bis dato auch nicht.

2 Seitwärts-Bewegungen und 2 Fehlsignale später lässt sich konstatieren: Der Abwärtstrend im Biotech-Sektor weist noch immer Richtung Süden. Das bestätigen sowohl der Index, als auch der Trend-Intensitäts-Indikator RSI.

Sollten sich die in meinem Beitrag zum Gesundheitssektor geäußerten Befürchtungen bestätigen, würde dies gewiss auch noch einmal negative Auswirkungen auf den (stark forschenden) Biotech-Sektor nach sich ziehen.

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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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