Walmart warnt vor Trumps Zollpolitik

Die neuerlichen Strafzölle auf chinesische Produkte sorgen für Protest von US-Konzernen. Auch Walmart meldet sich zu Wort. (Foto: FOTOimage Montreal / Shutterstock.com)

Mit seiner Politik der wirtschaftlichen Abschottung hat US-Präsident Donald Trump ranghohe Politiker und Ökonomen rund um den Globus gegen sich aufgebracht.

Auf etliche Importprodukte aus zahlreichen Ländern hat die US-Regierung mittlerweile Strafzölle erhoben, darunter auch Waren aus der Europäischen Union – und aus China. Die Reaktion ließ nicht lang auf sich warten: Auch auf US-Produkte erhoben die betroffenen Länder ihrerseits Strafzölle. Eine Lösung des Konflikts ist bislang nicht in Sicht, stattdessen droht eine weitere Eskalation und im schlimmsten Fall ein Handelskrieg mit kaum absehbaren Folgen.

US-Unternehmen protestieren gegen Trumps Zollpolitik

Doch nicht nur in der internationalen Politik wird die Kritik seit Monaten immer lauter. Auch US-Unternehmen schlagen Alarm und trommeln gegen Trumps Protektionismus. Denn dieser erfüllt nur in begrenztem Maße den vom US-Präsidenten verfolgten Zweck – die amerikanische Wirtschaft zu stützen, sie vor billigen Importprodukten zu schützen, das Handelsdefizit auszugleichen und neue Jobs innerhalb der Vereinigten Staaten zu schaffen.

Stattdessen sind viele Unternehmen auf Importware angewiesen, beispielsweise auf Komponenten asiatischer Zulieferfirmen. Der Tech-Gigant Apple kann ein Lied davon singen, wird das iPhone doch größtenteils jenseits des Pazifiks zusammengesetzt. Doch es mehren sich die gewichtigen Gegenstimmen.

Nun hat auch der US-Einzelhandelsriese Walmart seinen Unmut kundgetan und insbesondere die zuletzt eskalierenden wechselseitigen Strafzölle zwischen den USA und China kritisiert. Der Konzern warnt in einem Schreiben an den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer vor den Auswirkungen der neuen Zölle auf chinesische Produkte.

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Abschottungspolitik belastet langfristig Kaufkraft von US-Verbrauchern

Verteuern sich die Importe, steigen die Produktionskosten für industriell gefertigte Konsumgüter – und die werden über höhere Preise an die Verbraucher weitergereicht. Unterm Strich steigen also die Belastungen für die Konsumenten, was langfristig die Kaufkraft sinken lassen dürfte.

Doch so langfristig und komplex scheint man in Washington schon lang nicht mehr zu denken. Stattdessen prangt der Wahlkampfslogan „America First“ über den meisten außenpolitischen Aktionen der Trump-Administration, und der ist bekanntlich eher kurz gedacht.

Hintergrund der Spirale an Strafzöllen ist das Außenhandelsdefizit: Bereits seit Jahren führen die USA mehr Waren aus dem Ausland ein als sie selbst in die Welt exportieren. Die umstrittene Zollpolitik könnte jedoch im schlimmsten Fall genau das Gegenteil bewirken: Nämlich, dass bestimmte Waren komplett aus dem Sortiment verschwinden, weil sich ihr Import schlichtweg nicht mehr lohnt.

Bereits seit Monaten haben sich die USA und China gegenseitig mit Strafzöllen überzogen, insgesamt ging es dabei um einen Warenwert von rund 100 Milliarden Dollar. Vergangene Woche hat Trump dann die nächste Eskalationsstufe eingeläutet und weitere Waren aus China mit Strafzöllen belegt, worauf Peking seinerseits mit zusätzlichen Sonderabgaben auf US-Produkte reagierte.

Gespräche zwischen Unterhändlern beider Länder brachten zuletzt keine Annäherung. Die Eskalationsspirale dürfte sich wohl noch eine Weile weiter drehen – und die Auswirkungen, vor allem für die US-Bürger selbst, immer deutlicher spürbar werden.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.