Walt Disney-Aktie: Amerika Hui – Europa Pfui

Die Firma Walt Disney ist Ihnen sicher von den zahlreichen Kinder-Zeichentrickfilmen ein Begriff.  Doch dahinter steckt noch viel mehr. Disney ist der größte Unterhaltungskonzern weltweit.

Und es gibt bei Weitem nicht nur die Medien- und die Filmsparte. Das Imperium erstreckt sich auf Urlaubs-Resorts, Freizeitparks und Kreuzfahrschiffe.

Seit Oktober 2011 gehörte die Aktie zu den Lieblingen der Anleger. Von 29 USD ging es um über 200% mit dem Aktienkurs nach oben. Die erste Reaktion der Anleger auf die jüngsten Quartalszahlen fiel mit +7% wieder sehr positiv aus.

Einnahmen sprudelten in allen Geschäftsbereichen

Der Umsatz stieg über alle Sparten hinweg um 13% auf 13,4 Milliarden US-Dollar. Die Gewinnentwicklung war noch dynamischer. Um 19% ging es hier nach oben.

Dabei profitierte Disney gleich an mehreren Fronten. In den letzten Jahren gelangen dem Konzern mit den Animationsfilmen „Frozen“ („Die Eiskönigin – völlig unverfroren“)  und „Captain America“ gleich zwei Volltreffer.

Frozen  spielte alleine in den Kinos 1,26 Milliarden US-Dollar weltweit ein und ist damit der fünfterfolgreichste Film aller Zeiten. Er findet sich im Ranking nahe bei den ganz Großen wie Titanic und Avatar.

Mit „Frozen“ macht Disney inzwischen seit mehreren Quartalen richtig Kasse. Zuerst mit der Filmversion, dann über DVD-Verkäufe und nun mit den Spielzeugen. Die für „Frozen“-Puppen zuständige Sparte legte im Weihnachtsquartal einen Gewinnsprung von 46% hin.

Wenn Sie selbst Kinder haben, können Sie das gut verstehen. Mit einem Durchschnittspreis von 30 Euro sind die Eisprinzessinnen-Puppen wahrlich keine Schnäppchen.

Disney pumpt weiter Milliarden in die Konzerntochter in Paris

In den USA sorgte der rückläufige Benzinpreis für einen wahren Besucheransturm in den Freizeitparks. Ganz anders sieht es in Europa aus. Der Themenpark Euro Disney in Paris kommt einfach nicht aus den roten Zahlen raus.

In der französischen Hauptstadt kämpfen Mickey Mouse Co. schon lange mit sinkenden Besucherzahlen und hohen Verlusten. Erst im Oktober musste der Mutterkonzern mit einer Milliardenspritze nachhelfen. Trotz über 14 Millionen Besuchern lag der Verlust im letzten Jahr bei über 100 Millionen Euro.

Unterm Strich fehlen einfach die Besucher. Die enorm hohen Fixkosten lasten auf dem Freizeitpark. Auch sind viele der Fahrgeschäfte bereits in die Jahre gekommen. Mittlerweile ist hoher Investitionsbedarf aufgelaufen.

Disney ist mit 40% an Euro-Disney in Paris beteiligt. Ob und wie lange der US-Konzern sich das europäische Debakel mit ansieht, steht allerdings in den Sternen.

Vorerst feiern die Anleger die Quartalszahlen und schieben die Aktie auf ein neues Allzeithoch. Vergessen sollten die Investoren aber nicht, dass Disney sich täglich neu erfinden muss. Die Maschinerie kann nur funktionieren, wenn die Vermarktung über sämtliche Geschäftsbereiche perfekt ineinandergreift.

Und hier wären wir wieder bei der Filmsparte. Der nächste Blockbuster wird dringend gesucht, um die hohen Erwartungen auch in Zukunft erfüllen zu können.

6. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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