Walt-Disney-Aktie: Medien-Riese mit schwacher Prognose

Walt-Disney-Aktie: Die Hoffnungen der Anleger des Medien-Riesen auf steigende Gewinne sind angesichts der schwachen Prognose gedämpft. (Foto: cjmacer / Shutterstock.com)

Wie gewonnen, so zerronnen – die satten Gewinne der Walt-Disney-Aktie sind längst wieder zusammengeschmolzen.

Nach der gerade gesenkten Gewinn-Prognose nahm die Abwärts-Bewegung noch einmal deutlich an Fahrt auf.

Mittlerweile notieren die Papiere des Medien-Giganten mit 97 Dollar nur noch 3% über dem Jahresanfangs-Niveau.

Für Sie zum Vergleich: Anfang Mai betrug der Wertzuwachs noch über 18%.

Weltweit führender Medien-Konzern

Die Walt Disney Company ist ein international führendes Familien-Unterhaltungs- und Medien-Unternehmen

Dieses ist in 1. Linie über seine Filmproduktionen sowie als Betreiber der Erlebnis-Parks Disneyland bekannt.

Darüber hinaus entwickelt, produziert und vertreibt die Gesellschaft Fernseh-, Radio-, Verlags- und digitale Inhalte über die Marken Disney/ABC Television Group und ESPN Inc.

Diese werden zugleich vermarktet in Form von:

  • Mode,
  • Spielzeug,
  • Wohnzubehör,
  • Büchern,
  • Zeitschriften,
  • Elektronik-Artikeln
  • und Kunstwerken.

Ende Oktober 2012 übernahm der Konzern die Filmgesellschaft Lucasfilm, die u. a. das Epos Krieg der Sterne realisiert hat.

Im Dezember 2015 schließlich lief Disneys Star Wars: Das Erwachen der Macht in den deutschen Kinos an.

Gewinn-Warnung sorgt für Enttäuschung

Mit seiner konkretisierten Jahres-Prognose sorgte Firmenchef Bob Iger bei seinen Anlegern für Enttäuschung.

Denn seine Wachstums-Ziele hat der Medien-Konzern erst einmal begraben.

Der Gewinn soll in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Zuvor waren die Analysen noch von einem Zuwachs um 3% ausgegangen.

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Gründe für das schwache Abschneiden gibt es laut Konzernchef Iger gleich mehrere:

  • Zum einen sind die Kosten Übertragungs-Rechte unerwartet stark gestiegen.
  • Zum anderen hat der jüngste Star-Wars-Film “Rogue One” nicht mit dem Erfolg des Vorgängers “The Force Awakens” mithalten können.
  • Darüber hinaus belastet der kriselnde Sportsender ESPN, der unter Zuschauerschwund leidet, weiterhin die Bilanz.

Disney baut eigenen Streaming-Dienst auf

Neben der neuen Jahres-Planung hat Disney auf einer Medienkonferenz in Los Angeles seine Pläne zum eigenen Streaming-Dienst konkretisiert.

Demnach soll die Streaming-Plattform in den USA Ende 2019 an den Start gehen, in einigen Ländern sei der Start vielleicht schon früher möglich.

Zusätzlich zum bestehenden Content-Katalog kündigte er 4 – 5 neue Disney-Serien sowie 3 – 4 neue Filme an.

Gewissheit herrscht nun auch über den Verbleib der Marken wie Marvel und Star Wars bei Netflix.

Gerüchten nach sollten diese Formate auch zukünftig beim Streaming-Pionier Netflix laufen.

Aber jetzt ist klar: Ab 2019 wird es diese Inhalte exklusiv beim Dienst von Disney geben.

Details zu einem möglichen Preis des Dienstes sind allerdings noch nicht veröffentlicht worden.

Analysten zeigen sich unausgewogen

Nach der Gewinn-Warnung zeigen sich die Experten noch unausgewogen:

Während 18 Bank-Experten die Aktie zum Kauf empfehlen, sehen 11 in dem Titel nur eine Halteposition und 3 Analysten raten sogar zum Verkauf der Aktie.

Bei einem erwarteten Gewinn je Aktie von 6,51 Dollar für das kommende Geschäftsjahr liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aktuell bei 15.

Das durchschnittliche Kursziel aller Analysten liegt mit 114,25 Dollar allerdings deutlich über dem aktuellen Kursniveau (97,15 Dollar).


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.