Walt Disney: Unterhaltungsriese sorgt bei Anlegern für schlechte Laune

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Walt Disney: Aufbau der Streaming-Plattform drückt kräftig auf die Gewinne. Unterhaltungsgigant rücket Netflix mit Kampfreisen auf die Pelle. (Foto: Javi Az / Shutterstock.com)

Der Höhenflug des Unterhaltungsgiganten wurde nach Vorlage der Geschäftszahlen zum abgelaufenen Quartal abrupt gebremst. Mit einem Gewinnrückgang um beinahe 38% sind die Erwartungen der Anleger enttäuscht worden. Entsprechend schwach zeigte sich der Aktienkurs mit einem Rückgang von rund 5%. Trotzdem kann sich die Kursentwicklung der Walt Disney-Papiere durchaus sehen lassen. Auf Sicht der zurückliegenden 12 Monate liegen Anleger mit der Aktie 18% in der Gewinnzone und haben damit den breiten Aktienmarkt (S&P 500: +1%) deutlich hinter sich gelassen.

Walt Disney im Portrait

Walt Disney ist ein international führendes Familienunterhaltungs- und Medienunternehmen, das in erster Linie über seine Filmproduktionen sowie als Betreiber der Erlebnisparks Disneyland bekannt ist. Darüber hinaus entwickelt, produziert und vertreibt die Gesellschaft Fernseh-, Radio-, Verlags- und digitale Inhalte über die Marken Disney/ABC Television Group und ESPN Inc.

Diese werden im Rahmen der Abteilung Disney Consumer Products in Form von Mode, Spielzeug, Wohnzubehör, Büchern, Zeitschriften, Elektronikartikeln und Kunstwerken vermarktet. Ende Oktober 2012 übernahm der Konzern die Filmgesellschaft Lucasfilm, die unter anderem das Epos Krieg der Sterne realisiert hat. 2019 übernahm Disney außerdem die Filmsparte des Konkurrenten 21st Century Fox.

Trotz kräftigem Umsatzwachstum schmelzen die Gewinne zusammen

Trotz der Einnahmen durch Blockbuster-Filme wie „Avengers: Endgame“ verbuchte der amerikanische Medienkonzern im dritten Quartal einen Gewinn und Umsatz unter den Erwartungen der Experten. Obwohl der Umsatz um ein Drittel auf 20,2 Milliarden Dollar kletterte, sackte der Gewinn um knapp 38% auf 1,8 Milliarden Dollar in den Keller. Für Sie zum Vergleich: Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum stand noch ein Gewinn in Höhe von 2,9 Milliarden Dollar in den Büchern. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 1,72 Dollar und leicht unter den Erwartungen der Analysten (1,75 Dollar je Aktie).

Filmstudios und Themenparks sorgen für Bremsspuren

Ein Großteil des Umsatzsprungs ist auf die übernommenen Geschäfte von 21st Century Fox zurückzuführen. Die Übernahmen hatte sich Walt Disney über 70 Milliarden Dollar kosten lassen. Doch sowohl die Filmstudios als auch die Themenparks sorgten im zurückliegenden Quartal für Gegenwind.

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Zugleich fielen die Ausgaben in den Aufbau einer eigenen Streaming-Plattform deutlich höher aus als geplant. Allein im dritten Quartal schlugen die Investitionen mit 535 Millionen Dollar negativ zu Buche. Im Schlussquartal sollen noch einmal 900 Millionen Dollar an Ausgaben für das Online-Angebot anfallen.

Unterhaltungsgigant setzt Netflix gehörig unter Druck

Im Herbst will Walt Disney mit seinem Streaming-Dienst Disney+ an den Start gehen. Der Kanal ist das dritte Engagement von Disney im Streaming-Markt. Bisher ist der Konzern mit dem Streaming-Dienst Hulu und dem Sport-Pendant ESPN+ aktiv.

Wie ernst Disney der Eintritt in den stark wachsenden Markt ist, zeigt Ihnen der Kampfpreis von 6,99 Dollar pro Monat auf dem Heimatmarkt, der vor wenigen Tagen kommuniziert wurde. Damit liegt Disney+ zwei Dollar im Monat unterhalb von Netflix, die im Zuge des Starts von Disney+ auch noch alle bisher gezeigten Disney-Inhalte verlieren wird.

Zugleich hat Firmenboss Bob Iger angekündigt, ein Bündel aus Sportübertragungen, das sich aus allen drei Streaming-Diensten speist, auf den Markt zu bringen. Damit dürfte der Konkurrenzdruck auf dem Streaming-Markt gerade erst begonnen haben.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.