Wann entfacht die Rosenbauer-Aktie neue Begeisterung?

Die Rosenbauer-Aktie hat sich in diesem Jahr nur unterdurchschnittlich entwickelt. (Foto: Wiener Börse AG)

Die Rosenbauer-Aktie hat sich in diesem Jahr nur unterdurchschnittlich entwickelt. Aktuell bewegt sich das Papier des österreichischen Feuerwehrausrüsters auf demselben Niveau wie zu Jahresbeginn – der Leitindex ATX steht hingegen mit gut elf Prozent im Plus.

Dabei ist Rosenbauer gut aufgestellt. Das Unternehmen verdiente in den ersten drei Quartalen 2015 zwar weniger, weist aber den höchsten Auftragsbestand der Firmengeschichte auf. Der Ausblick für die kommenden Monate fiel bei der Quartalsberichterstattung im November entsprechend optimistisch aus.

In den ersten neun Monaten 2015 erhielt das österreichische Unternehmen Neuaufträge im Wert von 699 Mio. Euro – gut 10% mehr als im Vorjahreszeitraum. Aktuell liegt der Auftragsbestand mit 846 Mio. Euro 11% höher als Ende September 2014.

Umsatz steigt deutlich an

Rosenbauer ist also auf einem guten Weg, den Umsatz weiter auszubauen. In den ersten drei Quartalen stieg er bereits um 12% auf 628 Mio. Euro. Weniger gut fiel der operative Gewinn (EBIT) aus – er sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13% auf 27,6 Mio. Euro. Auch unter dem Strich blieben 12% weniger übrig: Der Nettogewinn betrug 21 Mio. Euro.

Aber immerhin sank der Nettogewinn nicht ganz so stark wie von Analysten im Vorfeld befürchtet – sie waren im Schnitt von einem Gewinn von nur 15 Mio. Euro ausgegangen.

Zudem verursachten vor allem die Aufwendungen für die Markteinführung neuer Produkte und den Auftritt auf der weltgrößten Branchenmesse Interschutz den Ergebnisrückgang: die sonstigen Aufwendungen stiegen um 20% auf 78,8 Mio. Euro.

Investitionen zahlen sich aus

Und diese Investitionen zahlen sich bereits aus. Rosenbauer präsentierte auf der Messe im Juni die vierte Generation des Flughafenlöschfahrzeugs Panther. Ende November berichteten die Österreicher, dass die Airports Authority of India (AAI) 50 Panther bestellt hat. Der Gegenwert: rund 30 Mio. Euro. AAI ist die Betreiberin von insgesamt 125 Flughäfen – weitere Aufträge sind also nicht ausgeschlossen.

Schließlich ist dieser indische Auftrag ein guter Gradmesser für das kommende Geschäft. Dem Vernehmen nach steht Rosenbauer derzeit mit zahlreichen Unternehmen in Verhandlungen, die auf der Interschutz initiiert wurden.

Aktuell wird die Rosenbauer-Aktie aufgrund des schwächeren Ergebnisses von der Masse der Anleger (noch) übersehen. Der hervorragende Auftragsbestand und die sehr gut gelaufene Interschutz-Messe weisen aber auf deutlich steigenden Umsatz und Gewinn hin. Die Begeisterung für die Rosenbauer-Aktie kann also jederzeit wieder neu entfachen.

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.