Wann realisieren die Investoren die Risiken der Amazon-Aktie?

Eine Randerscheinung der jüngsten Rallye an den US-Börsen ist der Höhenflug der Amazon-Aktie. Die Aktie kostet mittlerweile mehr als 1.300 Dollar. (Foto: Hadrian / Shutterstock.com)

Ist Ihnen der reichste Mann der Welt bekannt? Wahrscheinlich werden viele auf Bill Gates oder vielleicht auch den legendären Super-Investor Warren Buffett tippen. Zweifelsohne sind sowohl Gates als auch Buffett steinreiche Milliardäre.

Unter dem Strich führte aber der extreme Kursanstieg der Amazon-Aktie dazu, dass Jeff Bezos nun unangefochten der reichste Mensch der Welt ist. Mittlerweile wird das Vermögen von Herrn Bezos auf um die 110 Milliarden Dollar taxiert. Unglaublich, aber wahr. Bezos hat damit Bill Gates vom Thron des reichsten Menschen der Welt gestoßen und ist mittlerweile reicher, als Gates dies je war.

Amazon-Aktie auf Höhenflug

Der extreme Anstieg des Kurses der Amazon-Aktie auf über 1.300 Dollar war letztlich für den Wechsel an der Spitze der Superreichen verantwortlich. Mittlerweile liegt die Marktkapitalisierung von Amazon bei fast 630 Milliarden Dollar. Das ist eine gewaltige Bewertung, besser gesagt Überbewertung.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt auf Basis des für das Jahr 2017 erwarteten Gewinns pro Aktie in Höhe von 4,32 Dollar bei fast 273. Das ist wahrlich atemberaubend hoch. Selbst wenn es zu einer Steigerung des Gewinns auf acht Dollar je Aktie im Jahr 2018 käme, läge die Bewertung mit einem KGV von 147 immer noch jenseits von Gut und Böse.

Ja, liebe Leser, das Beispiel Amazon zeigt sehr schön auf, wie hoch das Maß der Euphorie, der Gier der Investoren derzeit ist. Den Aktien werden irrsinnig hohe Bewertungen zugestanden, die letztlich nur in einer perfekten Fantasie-Welt vielleicht zu rechtfertigen wären. Und es fällt auch auf, dass die Analysten wie Gurus immer höhere und wildere Kursziele ausrufen. Für Amazon werden mittlerweile schon Kursziele von 1.500 und mehr Dollar je Aktie genannt. Dabei werden sämtliche Risiken ganz und gar ausgeblendet. Und da fallen einem bei Amazon viele ein.

Wettbewerbsrechtliche Probleme, Probleme durch den zunehmenden Protektionismus durch die Trump-Administration bzw. steuerrechtliche Kalamitäten sind nur einige wenige Themenfelder, bei denen Amazon in Bedrängnis bekommen könnte. Hinzu kommen in deutschen Landen ja regelmäßig Streiks der Belegschaft. Der hohe Kurs von über 1.300 Dollar ist letztlich nur dann langfristig haltbar, wenn Amazon über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg weiter rasant wächst.

Wehe, es kommt da irgendwas dazwischen, was aus heutiger Sicht nur wenige auf der Rechnung haben. Kurz gesagt, das Beispiel Amazon zeigt sehr schön auf, wie grotesk teuer der Aktienmarkt derzeit ist.

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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