Falsche Beratung: So kommen Anleger zu ihrem Recht

Vielleicht kennen Sie das auch aus eigener Erfahrung: In Zeiten steigender Börsenkurse machen sich die wenigsten Anleger Gedanken darüber, ob der Aufbau ihres Depots ihren persönlichen Prioritäten als eher sicherheitsbetont, risikobewusst oder spekulativ eingestellter Anleger auch wirklich entspricht.

Erst wenn sie sehen, dass sie im Zuge eines plötzlichen Kurseinbruchs oder einer anhaltenden Abwärtsbewegung hohe Verluste erleiden, wird ihnen bewusst, dass die Ausrichtung ihres Portfolios womöglich viel zu spekulativ war.

Ganz ähnlich verhält es sich bei der Frage nach der Qualität des persönlichen Anlageberaters: Solange die Börse boomt und man davon profitiert, kümmert es die wenigsten Anleger, wie gut oder schlecht ihre Bank oder Vermögensverwaltung wirklich ist.

Ob ein Berater gut ist, zeigt sich meistens erst dann, wenn sich die Kurse eine Zeit lang nur noch seitwärts oder gar abwärts bewegen. Erst dann werden auch die Fehler sichtbar, die ein ungenügend qualifizierter oder fahrlässig arbeitender Anlageberater oder Vermögensverwalter macht.

Und wenn er dabei die wichtigsten Grundsätze einer gewissenhaften Anlageberatung verletzt oder sogar die mit Ihnen abgesprochenen Anlageziele klar außer Acht lässt, stellt sich womöglich die Frage nach einer Mithaftung für entstandene Schäden

Lesen Sie hier, in welchen Fällen Sie Chancen haben, Ihren Berater für Ihnen entstandene Schäden haftbar zu machen, und was Sie tun können, um eine sachgerechte Beratung sicherzustellen und bei gravierenden Beratungsfehlern zu Ihrem Recht zu kommen.

In diesen Fällen sollten Sie nicht auf eine Mithaftung Ihres Beraters setzen

In folgenden hier beispielhaft angeführten Fällen ist eine Mithaftung Ihres Beraters für Ihnen entstandene Schäden für nahezu ausgeschlossen:

  • Sie haben mit Ihrem Berater ein Depot zusammengestellt, das sehr aggressiv auf spekulative Chancen am Aktienmarkt gesetzt hat, und dabei in den letzten 2 Jahren Verluste von 70 oder 80% einstecken müssen. Auch wenn ein kompetenter Vermögensverwalter spätestens bei einem Verlust von 30% die Reißleine hätte ziehen oder Sie zwischenzeitlich auf die zu spekulative Gewichtung hätte hinweisen müssen, können Sie ihm diese Unterlassung nur schwerlich als Schuld anlasten. Solange Sie selbst über den Stand Ihres Depots regelmäßig unterrichtet waren und auch über ein Mindestmaß an Kenntnissen und Erfahrungen in diesem Bereich verfügen, kann man Ihnen vorhalten, dass Sie sich nicht rechtzeitig selbst um eine Änderung bemüht hätten.

Erst wenn Ihr Verwalter oder Berater entgegen Ihrem häufigen Drängen auf Abänderung nichts unternommen und Sie immer wieder auf „bessere Zeiten“ vertröstet hat, könnte sich eine Haftungsfrage stellen.

  • Obwohl Sie sich eher als sicherheitsbewusster Anleger begreifen und dies auch Ihrem Berater klar zu verstehen gegeben haben, sind Sie dem Optimismus des Beraters gefolgt. Der riet Ihnen im Sommer vergangenen Jahres, in puncto Aktien auf eine kurzfristige Erholung zu setzen und deshalb den eigentlich angestrebten Aktienanteil vorübergehend von 20 auf 40% zu verdoppeln. Auch wenn Sie vor diesem Hintergrund hohe Verluste einstecken mussten, können Sie dafür Ihren Berater keineswegs allein verantwortlich machen. Wenn er auf die mit einer solchen Umstrukturierung verbundenen höheren

Risiken klar hingewiesen hat oder aus Ihrem früheren Verhalten und der Dauer Ihrer Wertpapiergeschäfte geschlossen werden kann, dass Sie diese auch selbst gut einschätzen konnten, werden Sie für den entstandenen Schaden schon allein einstehen müssen.

Dass Ihr Berater die Entwicklung der Börsen falsch beurteilt hat, können Sie ihm nicht vorwerfen. Niemand weiß genau, wo ein Aktienkurs oder ein Börsenindex in drei oder zwölf Monaten stehen wird.

Etwas anders sähe die Situation aus, wenn Ihr Berater Sie – womöglich noch mit Scheinargumenten – dazu veranlasst hätte, in dieser Situation vollständig auf Aktien zu setzen, obwohl er genau wusste, dass der Sicherheitsgedanke bei Ihnen die oberste Priorität hat oder Sie auf die Erträge aus Ihrem Wertpapiervermögen vielleicht sogar existenziell angewiesen sind.

In einem solchen Fall hätte er eine vollständige Umschichtung auf Aktien nur unter ausdrücklichem Hinweis auf die damit verbundenen Risiken für Sie vornehmen dürfen.

  • Sie haben in der Vergangenheit gelegentlich hohe Gewinne mit Optionsscheinen gemacht, obwohl Sie eigentlich von der Sache wenig verstehen und die Entscheidung über die Auswahl solcher Scheine im Wesentlichen Ihrem Berater überlassen haben. Im Zuge der Abwärtsbewegung an den Aktienmärkten müssen Sie nun erhebliche Verluste einstecken, für die Sie allein ihren Berater verantwortlich machen. Womöglich fällt Ihnen dabei jetzt ein, dass Sie über die Risiken von Optionsscheinen „eigentlich“ ja auch gar nicht genügend aufgeklärt waren.

Vielleicht hat der Berater es sogar versäumt, sich von Ihnen in regelmäßigen Abständen diese Aufklärung bescheinigen zu lassen. Das ist zwar eine Unterlassung, die im Zweifelsfall auch rechtlich von Bedeutung sein kann.

Dennoch wird sich die Gegenseite im Streitfall immer darauf berufen können, dass Sie ja lange Zeit mit Optionsscheinen gearbeitet und damit auch gute Ergebnisse erzielt hätten.

Wann Sie ein Verschulden und die Haftung Ihres Beraters prüfen sollten

Jeder Anlageberater ist heute gesetzlich verpflichtet, einen solchen Anlegercheck durchzuführen, die Ergebnisse schriftlich festzuhalten und diese in regelmäßigen Abständen auf mögliche Veränderungen hin zu überprüfen. Denn aus einer nicht anlegergerechten Beratung erwachsen für ihn die entscheidenden Haftungsrisiken.

Im Ergebnis wird ein Anlageberater Sie anhand Ihrer Selbsteinschätzung, aber auch anhand objektiver ihm von Ihnen zur Verfügung gestellter Daten über Ihre beruflichen, finanziellen und familiären Verhältnisse einer von drei bis fünf möglichen Anlegerklassen zuordnen.

Sie und Ihr Anlageberater sollten immer im Auge behalten, ob der Depotaufbau (noch) Ihren Risikopräferenzen entspricht

Wenn Sie beispielsweise eindeutig zur Gruppe der sicherheitsorientierten Anleger gehören, weil Sie sich selbst so definieren und/oder Ihre übrigen Lebensumstände, Ihr Alter und Ihre Vermögensverhältnisse nur eine solche Zuordnung erlauben, muss Ihr Berater dem Sicherheitsgedanken Ihrer Anlagen die höchste Priorität einräumen.

Geht er hierbei fahrlässig oder vorsätzlich höhere Risiken ein, als sie Ihnen zuzumuten und für Sie erkennbar sind, dürfte er im Schadensfall ersatzpflichtig sein.

Tipp: Achten Sie peinlichst darauf, dass der Berater einen solchen Anlegercheck mit Ihnen durchführt, und lassen Sie sich die Ergebnisse schriftlich aushändigen. Setzen Sie möglichst schriftlich hinzu, dass eine Änderung des Anlegerprofils und eine entsprechende Änderung der Risikostruktur Ihres Depots nur mit Ihrer ausdrücklichen schriftlichen Zustimmung erfolgen dürfen.

Legen Sie möglichst auch fest, wie hoch der maximale Anteil der jeweiligen Assetklassen (Anleihen, Aktien, Optionsscheine) sein darf. Falls Ihr Berater diese Grenzen dann eigenmächtig überschreitet, werden Sie kaum Schwierigkeiten haben, ihn im Schadensfalle dafür haftbar zu machen.

So prüfen Sie die Fachkompetenz Ihres Beraters

Da es selten einen Berater gibt, der sich in allen Anlageprodukten gleichermaßen gut auskennt, sollten Sie sich an eine Person wenden, die zumindest auf dem Gebiet Ihrer wichtigsten Anlageschwerpunkte gut Bescheid weiß. So gehen Sie möglichen Schäden und Haftungsfragen am besten aus dem Weg, weil sie erst gar nicht entstehen.

Je mehr die Kompetenzen Ihres Beraters mit Ihren Bedürfnissen übereinstimmen, umso sicherer können Sie sein, dass Sie an die richtige Person geraten sind. Stellen Sie dann mithilfe dieser Übersicht gezielte Fragen nach Angeboten in diesen Bereichen.

Erkundigen Sie sich nach Details zu einzelnen Anlageformen, und lassen Sie sich unklare Punkte erläutern. Auf diese Weise merken Sie schnell, wie gut sich der Berater auskennt – und können Ihrem Beratungsprofil das Kompetenzprofil des Beraters gegenüberstellen.

Sie haben ein Recht auf eine nicht nur Anlage, sondern auch anlegergerechte Beratung

Ein bemerkenswertes Urteil hat in zweiter Instanz das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf gefällt und damit ein erstinstanzliches Urteil des Landgerichts aufgehoben.

Mario Ohoven, der Chef der Investor Treuhand (IT), die unter anderem Filmfonds unter dem Namen Cinerenta vertreibt, und seine Mitarbeiter wurden zu Schadenersatz wegen Falschberatung verurteilt.

Bislang konnte Ohoven alle Attacken von Anlegern, die mit den von seinen Mitarbeitern verkauften Produkten Schaden erlitten hatten, mit dem Hinweis abwehren, sie seien nur Vermittler und nicht für die Qualität des Produkts verantwortlich. Das geht so jetzt nicht mehr ohne weiteres.

Verschärfte Anforderungen an eine sachgerechte Beratung kommen Ihnen zugute

Der Fall: Ein 74-Jähriger Rentner hatte sich auf Empfehlung der IT im Filmfonds Cinerenta I engagiert. Ihm stand aus dem Verkauf einer Immobilie ein Geldbetrag von 262.500 DM zur Verfügung, den er als Altersvorsorge für sich und seine Frau vorgesehen hatte.

Das wussten auch seine Berater; denn der Kläger wünschte ausdrücklich eine Anlage mit guter Rendite, bei der das Geld nach etwa zwei Jahren wieder abrufbar sein sollte.

Dementsprechend erweckten die Verkäufer der IT bei dem Rentner den Eindruck, dass dies auch sichergestellt sei. Eine vermeintliche Versicherung sollte den Rückfluss von rund 4/5 der Anlage innerhalb von 18 Monaten garantieren. Tatsächlich erhielt der Kläger fast 5 Jahre nach Beginn des Engagements nur rund 50% zurück.

Eine nur anlagegerechte Beratung ist keineswegs ausreichend

Anders als die Erstinstanz stellte sich das OLG jetzt auf den Standpunkt, dass zwischen Kläger und IT ein Beratungsvertrag zustande gekommen sei, an den strengere Sorgfaltspflichten geknüpft sind (AZ: 8 U6/01).

Die Beratung muss nicht nur anlagegerecht sein (es muss über das Produkt genau aufgeklärt werden), sondern auch anlegergerecht (es muss unter entscheidenden Aspekten zum Anleger passen). Beides war nach Auffassung des Gerichts im vorliegenden Fall nicht gewährleistet. Denn an Steuervorteilen beispielsweise, die die Beteiligung bot, war der Anleger überhaupt nicht interessiert, weil er als 74Jähriger gar kein steuerpflichtiges Einkommen hatte.

Problematische BGHEntscheidung: Verluste aus Aktienanleihen müssen Sie hinnehmen

Aktienanleihen bescherten Ihnen als Anleger bislang fast nur Verluste. Ich habe Sie im GeldanlageBerater/GB deshalb immer wieder vor diesem Instrument gewarnt, das meistens nur dem Emittenten Vorteile bringt, aber nicht Ihnen als Anleger. Böse Zungen behaupten sogar, dass die Aktienanleihe von den Finanzingenieuren bei den Kreditinstituten nur erfunden worden sei, um Letzeren eine Möglichkeit zu eröffnen, sich auf billige Art von Aktienbeständen zu trennen.

Bereits nach der 1. Emission dieser „Anleihen“ hatte ich auf den irreführenden Begriff des Instruments hingewiesen, der vielen Anlegern eine Sicherheit vortäuscht, die die „Anleihe“ nicht hat. Denn Sie allein tragen dabei das volle Risiko eines Kursverlustes bei der zugrunde liegenden Aktie. Und dafür werden Sie durch einen hohen Ertrag aus dem Kupon in aller Regel nur unzureichend entschädigt.

Beim Erwerb einer Aktienanleihe sind Sie praktisch Stillhalter einer Put(=Verkaufs)Option. Ein 79-Jähriger Rentner hoffte daher, dass er seinen Schaden wegen fehlender Termingeschäftsfähigkeit von seiner Bank ersetzt bekäme. Das Kammergericht Berlin hatte ihm auch Recht gegeben. Doch jetzt entschied der Bundesgerichtshof/BGH gegen den Rentner und hob das Urteil des Kammergerichts Berlin auf.

Der BGH stellte fest, dass im Gegensatz zu Börsentermingeschäften zur Wirksamkeit von Geschäften mit Aktienanleihen keine schriftliche Belehrung und auch keine Termingeschäftsfähigkeit erforderlich seien. Die Begründung: Der Anleger gehe im Vergleich zum direkten Aktienerwerb kein größeres Risiko ein.

Tipp: Nach meiner Auffassung wird es erforderlich sein, dass Ihr Anlageberater oder Ihre Bank Sie beim Kauf von Aktienanleihen nachdrücklich darauf hingewiesen hat, dass diese Geschäfte – anders als bei gut „gerateten“ Anleihen – ähnlich wie bei Aktienanlagen auch mit erheblichen Verlusten enden können. Falls das nicht geschehen ist und Sie dies auch tatsächlich nachweisen können, dürften Sie gute Chancen haben, Ihren Berater für entstandene Schäden haftbar zu machen.

Einige Kreditinstitute verkaufen Aktienanleihen aber nur an Anleger, die ihre Termingeschäftsfähigkeit nachgewiesen haben – das ist eine durchaus lobens- und nachahmenswerte Handhabung des umstrittenen Instruments.

Woran Sie unseriöse Berater leicht erkennen

Wenn Sie sich in Gelddingen nicht von einem Bankmitarbeiter, sondern von freien Anlageberatern, Vermögensverwaltern oder Anlagevermittlern „beraten“ lassen, geraten Sie leicht in die Fallen unseriöser Anlagenvermittler am grauen Kapitalmarkt, die nur an einem interessiert sind: an Ihr Geld zu kommen.

Da Sie die in den meisten Fällen kaum zur Haftung heranziehen können, weil das Geld, das Sie ihnen überlassen haben, längst weg ist, bevor Sie als vertrauensseliger Anleger dies überhaupt merken, sollten Sie sich von solchen Typen unbedingt fernhalten.

Die folgenden Fragen helfen Ihnen, die schwarzen Schafe schnell ausfindig zu machen:

  • Werden Ihnen Renditen versprochen, die um 50 bis 100% über den geltenden Marktrenditen liegen?

Anlagen, die Ihnen – bei einem sonst marktüblichen Zinssatz von derzeit maximal 5 bis 6% – eine sichere Rendite von 10 oder 12% garantieren, sind nur in den seltensten Ausnahmefällen realistisch.

In der Regel werden die höheren Renditen durch entsprechende Risiken (Währungs-, Bonitäts-, Steuerrisiken) erkauft, über die Sie als Anleger ausdrücklich schriftlich aufgeklärt werden müssen. Achten Sie dabei genau auf die gewählten Formulierungen des Anbieters. Wird nur von „erzielbaren“ oder „in der Vergangenheit erzielten“ hohen Renditen gesprochen, ist dies nichts als eine Prognose, aus der Sie keinerlei Ansprüche herleiten können.

Eine Garantie wird er in den meisten Fällen nur geben, wenn er weiß, dass er sich der Einlösung dieses Versprechens jederzeit (durch eine Verlagerung des Firmen oder seines Wohnsitzes) entziehen kann.

  • Wird mit Modellen geworben, die eine überdurchschnittliche, gar 80 oder 90%ige Trefferquote haben sollen?

Solche Systeme beispielsweise beim Einsatz von computerunterstützten Handelsprogrammen an den Terminmärkten kann es nicht geben, weil sie der Effizienz eines Marktes widersprechen. Die Trefferquote von Analyse und Handelssystemen liegt bestenfalls bei etwas über 50%.

Wer Ihnen erzählt, er besäße ein Programm, aus dessen Signalen er sichere Kauf und Verkaufsentscheidungen für die Börse (zumeist im Bereich des hochspekulativen Handels mit Währungen) herleiten könne, handelt daher mit Sicherheit in betrügerischer Absicht.

  • Werden Sie in den schriftlichen Unterlagen über die Risiken der Kapitalanlage umfassend aufgeklärt?

Dazu sind alle seriösen Anbieter verpflichtet. Und sie werden dieser Verpflichtung auch peinlichst genau nachkommen, um nicht in die Gefahr zu geraten, wegen falscher oder unvollständiger Angaben haften zu müssen.

Bei allen anderen Anbietern, die Sie nicht entsprechend aufklären, ist Ihr Misserfolg bereits vorprogrammiert.

Prüfen Sie Ihre Ersatzansprüche kritisch, bevor Sie den Rechtsweg beschreiten

Auch wenn Sie das sichere Gefühl oder sogar deutliche Hinweise darauf haben, falsch beraten worden zu sein, und Ihnen daraus finanzielle Schäden erwachsen sind, reicht dies allein nicht aus, um im Streitfall vor Gericht wirklich Recht zu bekommen.

Wichtig ist vielmehr, dass Sie für Ihre Vermutungen auch Beweise in Form von Schriftstücken (Beraterverträge, Besprechungsprotokolle) oder Zeugen beibringen können. Wenn es in diesem Bereich um ganz wichtige, grundlegende Entscheidungen geht, sollten Sie bereits im Vorfeld entsprechende Maßnahmen ergreifen und beispielsweise einen Freund oder Partner zu solchen Verhandlungen mitnehmen.

Ein auf diesem Gebiet kundiger Anwalt wird Ihnen später schnell sagen können, ob das Ihnen zur Verfügung stehende Beweismaterial ausreichend ist, um im Streitfall erfolgreich zu sein.

Manchmal haben Sie mit der Durchsetzung solcher Ansprüche größeren Erfolg, wenn Sie versuchen, im Vorfeld einer Ihnen immer noch offen stehenden juristischen Klärung eine gütliche Einigung zu finden.

Das erspart Ihnen in der Regel viel Zeit und Geld. Je besser Ihre bisherigen Geschäftsbeziehungen zu Ihrem Berater oder der Bank waren und je stärker deren Interesse an einer Fortsetzung dieser Beziehungen ist, desto größer sind dabei auch die Chancen auf eine Einigung.

Obwohl ich selbst in der Vergangenheit häufig den Banken, über die ich Wertpapiergeschäfte abwickle, Fehler nachweisen konnte, ist es mir stets gelungen, sie davon zu überzeugen, mir die entstandenen finanziellen Schäden zu ersetzen. Voraussetzung war allerdings immer der ganz eindeutige Nachweis dafür, dass nicht ich, sondern sie für den Fehler verantwortlich waren. Daher werden alle in solchem Zusammenhang geführten Gespräche von mir strikt protokolliert.

Wichtige Telefonate werden von mir sogar – nach ausdrücklichem Hinweis für den Gesprächspartner und mit dessen Einverständnis – auf Tonband aufgezeichnet. Ein guter Berater wird dagegen nichts einzuwenden haben. Denn im Streitfall helfen diese Aufzeichnungen beiden Seiten, die Sachverhalte eindeutig zu klären.

Checkliste: So kommen Sie am besten zu Ihrem Recht

Wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Verluste bereits entstanden sind, haben Sie mit den folgenden Maßnahmen gute Chancen, Ihre Ansprüche geltend zu machen:

  • Versuchen Sie zunächst, über eine Schiedsstelle oder auf dem Wege des Vergleichs Ihr Geld zurückzubekommen. Häufig führt dieser – kostengünstigere und einfachere – Weg zum Erfolg.

  • Suchen Sie vor einer Klage nach „Gleichgesinnten“. Dadurch verteilen Sie das Risiko der Prozesskosten auf mehrere Beteiligte. Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, übernimmt diese bei ausreichenden Erfolgsaussichten Ihre Anwalts und Gerichtskosten.

  • Prüfen Sie zunächst, welche Zahlungen nach einer erfolgreichen Klage zu erwarten wären. Setzen Sie die Dauer des Verfahrens, den Zeitaufwand, den Ärger und auch die möglichen Unsicherheiten über den Ausgang des Verfahrens dagegen, um abzuschätzen, ob sich ein Rechtsstreit für Sie überhaupt lohnt.

  • Prüfen Sie, ob Ihre Ansprüche nicht bereits verjährt sind. Schadenersatzansprüche verjähren regelmäßig nach 3 Jahren, in besonderen Fällen ist die Frist 10 oder 30 Jahre. Lassen Sie sich hierbei von einem Anwalt beraten.

  • Wenden Sie sich mit Ihrem Anliegen zuallererst an eine Verbraucherschutzorganisation (beispielsweise die Verbraucherzentrale in Berlin. Diese geben Ihnen unentgeltlich oder gegen eine geringe Gebühr Auskunft über Ihre Erfolgschancen.


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1. August 2002

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Dr. Werner Kurzawa
Von: Dr. Werner Kurzawa. Über den Autor

Als ehemaliger Bankkaufmann ist Dr. Werner Kurzawa seit über einem Jahrzehnt freier Wirtschafts und Finanzjournalist und hat zahlreiche Bücher, Zeitschriftenartikel, Fernseh und Rundfunkbeiträge rund um das Thema Geldanlage, Börse und Finanzen veröffentlicht.

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