Wann zündet diese Raketen-Aktie?

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Kennen Sie United Technologies? Nein? Wir erklären Ihnen, was hinter der Aktie steckt. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Es gibt Unternehmen, die stellen allerhand her. Klimaanlagen, Flugzeugantriebe oder auch Raketen. Das glauben Sie nicht? Genau diese Kombination gibt es wirklich. Das Unternehmen United Technologies tanzt auf vielen Hochzeiten und ist dafür ziemlich erfolgreich. Wir haben für Sie analysiert, ob sich ein Einstieg in die Aktie lohnt oder nicht.

United Technologies entwickelt und vertreibt eine Vielzahl von Produkten für den industriellen, zivilen und militärischen Bedarf. Hauptgeschäftsfelder sind Klimaanlagen und Sicherheit (Climate, Security), Triebwerke für Flugzeuge und Raketen sowie Industrie- und Schiffsturbinen (Pratt & Whitney, Hamilton Sundstrand), sowie Aufzüge und Rolltreppen (Otis). Zu den Großkunden gehören u.a. Airbus und die US-Regierung.

Zukäufe wirken positiv

United Technologies  hat ausgezeichnete Halbjahreszahlen präsentiert. Der Umsatz stieg um 9,8% und der Gewinn um 18%. Alle Sparten sind gewachsen, die Sparte Flugzeugmotoren (Pratt & Whitney) dank der Übernahme von Rockwell Collins sogar um 15,8% auf 9,07 Mrd $. In den Sparten Klimaanlagen/Sicherheit sowie Luftund Raumfahrt hat sich auch die Rentabilität verbessert. Seine Jahresprognose hat der Konzern zum zweiten Mal angehoben.

Erwartet werden nunmehr ein Umsatz von 63,5 bis 64,5 Mrd $ sowie ein bereinigter Gewinn von 7,10 bis 7,25 $ pro Aktie. Im 1. Halbjahr waren es 3,74 $ pro Aktie. Auch im Gesamtjahr dürfte der Gewinn aufgrund zahlreicher Sondereffekte höher ausfallen. Zwar belasten Restrukturierungskosten in den einzelnen Sparten sowie Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme und Integration von Rockwell Collins die Ergebnisentwicklung.

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Anderseits hat der Verkauf des Eismaschinenherstellers Taylor 795 Mio $ in die Kasse gespült. So gut wie in trockenen Tüchern ist der 30 Mrd $ schwere Rockwell-Collins- Deal, nachdem die EU-Kartellwächter ihre Zustimmung unter Auflagen erteilt haben. Mit dem Flugzeugzulieferer erweitert Pratt & Whitney seine Produktpalette und stärkt seine Position bei Preisverhandlungen mit Großkunden wie Boeing und Airbus und dem Militär.

Dividende hui – Aussicht so lala

Mittelfristig sollte Pratt & Whitney auf jeden Fall von steigenden Rüstungsausgaben und der Zunahme des zivilen Luftverkehrs profitieren. Einen Kursschub könnte eine Abspaltung von Pratt & Whitney nach Integration von Rockwell Collins auslösen. Denn die Synergien mit den anderen Sparten sind gering.

Zwar bietet das Unternehmen nur eine Dividendenrendite von etwa 2%, doch ist United Technologies dafür bekannt, die Ausschüttung regelmäßig anzuheben. Dividendenjäger kommen also durchaus auf ihre Kosten. Leider sehen wir das künftige Wachstum eher so mittelprächtig. Ein Überflieger ist die Aktie nicht – auch nicht mit Raketenantrieb.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.