Wann zündet dieser schlafende Riese?

Konzerne aus Japan haben oft viel zu bieten. NEC hat zuletzt einige interessante Nischen besetzt. Was das für die Aktie bedeutet. (Foto: Alexander Tosltykh / shutterstock.com)

Wissen Sie, wer weltweit im Bereich der Computerchips direkt hinter Intel rangiert? Nein, es ist nicht AMD. Auch nicht nVidia. Es ist das japanische Unternehmen NEC. Doch NEC hat noch viel mehr zu bieten. Wie viele japanische Großkonzerne, stellt auch NEC allerhand her. Die Aktie hat eine positive Entwicklung hinter sich. Die jüngsten Zahlen waren sehr vielversprechend. Wir erklären Ihnen, was das für die Aussichten der Aktie bedeutet!

Der japanische NEC Konzern ist ein führender internationaler Zulieferer von Elektronikprodukten und darüber hinaus für Regierungsstellen und Kommunikationsunternehmen im Bereich der Systemintegration tätig. In der Sparte Computerchips ist der Konzern weltweit die Nr. 2 (hinter Intel). Weitere Produkte stammen aus der Konsumelektronik. UMTS-Handys, die hauptsächlich in Japan vertrieben werden, gehören zu den marktfähigsten Produkten.

Zukäufe passen gut ins Portfolio

NEC hat für 2017 überraschend gute Zahlen präsentiert. Der Umsatz stieg um 6,7% auf rund 2,8 Bio Yen. Unterm Strich konnte ein großer Gewinnsprung erzielt werden. Nach den schwachen Vorjahreszahlen konnte der Gewinn um 68% auf rund 46 Mrd Yen gesteigert werden. Das operative Ergebnis stieg um 52,3% auf rund 64 Mrd Yen. Im Schlussquartal haben sich die Vorzeichen allerdings wieder deutlich eingetrübt.

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Der Umsatz blieb hier fast auf dem Vorjahresniveau von rund 870 Mrd Yen. Der Gewinn ging sogar um 6,3% auf 10,88 Yen pro Aktie zurück. Der Konzern befindet sich weiterhin in einer schwierigen Umstrukturierungsphase. Unprofitable Geschäftsbereiche sollen abgespalten oder verkauft werden. NEC wird aus dem Geschäft mit Batterie-Elektroden aussteigen und dieses an die chinesische Investmentgruppe GSR für rund 134 Mio $ verkaufen. Gleichzeitig sollen profitablere Geschäftsbereiche weiter gestärkt werden.

Im Fokus steht dabei das Geschäft mit High-End LED-Displaysystemen. NEC möchte hier digitale Gesamtlösungen anbieten. Dazu wurde jüngst die Akquisition von Squadrat bekannt gegeben. Damit erweitert NEC sein Produktportfolio mit neuen Indoor- und Outdoor-Display-Angeboten. Zudem wurden weitere strategische Partnerschaften mit Raspberry Pi und Displays Solution eingegangen, wodurch vor allem der Vertrieb in der EMEA-Region verstärkt werden soll.

Warum Sie bei NEC noch warten sollten

Insgesamt hat NEC mit einem sehr dynamischen Wettbewerbsumfeld zu kämpfen. Die klare Fokussierung auf eine schmalere Produktpalette scheint der richtige Weg zu sein. Damit geht NEC einen anderen Weg, als wir es von vielen japanischen Konzernen gewohnt sind. Bei NEC stimmen neben den aktuellen Zahlen auch die Aussichten. Lediglich in Japan selbst läuft es nicht so wirklich rund. Anleger sollten noch abwarten. Die Aktie ist solide, aber es fehlt momentan der Schwung.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.