Warengutscheine an Arbeitnehmer gelten als Barlohnzuwendungen

Der Ausweis eines Geldbetrags auf Warengutscheinen an Arbeitnehmer zählt als Barlohnzuzahlung. Dazu urteilte das Finanzgericht Düsseldorf (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Warengutscheine an Arbeitnehmer mit ausgewiesenem Geldbetrag sind Barlohnzuwendungen.

Der Ausweis eines Geldbetrags auf Warengutscheinen an Arbeitnehmer ist dann nicht bis zur Höhe von 44 € pro Monat steuer- und abgabenfrei. Dazu urteilte das Finanzgericht Düsseldorf (Az. 15 K 1185/09 H(L)):

Firma hatte Warengutscheine an Arbeitnehmer  günstiger versteuert

Eine Firma hatte zusätzlich zum Arbeitslohn monatlich 15 Warengutscheine an Arbeitnehmer über je 5,77 € ausgegeben.

Sie konnten in Restaurants, aber auch in Supermärkten gegen Lebensmittel zum Verzehr eingelöst werden. Der Sachbezugswert von 2,67 € wurde pauschal mit 25 % pro Scheck versteuert. 3,10 € blieben steuerfrei.

Das Finanzamt verweigerte die Anerkennung als Sachbezüge und unterwarf die Schecks der Besteuerung. Und zwar nachträglich mit einem weit höheren Steuersatz, der auf den vollen Wert bezogen wurde.

Warengutscheine an Arbeitnehmer müssen höher besteuert werden

Zu Recht, urteilte das Finanzgericht. Sachbezug setzt eine nach Art und Menge konkret bezeichnete Sache voraus.

Nur diese darf der Beschäftigte beziehen. Ansonsten handelt es sich um zweckgebundene Geldzuwendungen. Die GmbH konnte sich auch nicht darauf berufen, nur zur Verbilligung der Mahlzeiten beigetragen zu haben.

Laut Finanzgericht war nicht sichergestellt, dass die Schecks ausschließlich der arbeitstäglichen Verpflegung dienten.

(Der Deutsche Wirtschaftsbrief 39/2010)

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Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".