Warnsignal: Mietpreis-Anstieg kommt fast zum Stillstand

Stetig steigende Mietpreise sind v. a. in deutschen Ballungsräumen schon lange ein großes Problem. Nun stagniert diese Entwicklung wohl. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Seit Jahren werden scheinbar explodierende Mieten in den Boom-Städten Deutschlands als Top-Problem angesehen.

Doch nun gibt es erste Meldungen, dass der vermeintlich unaufhaltsame Anstieg der Mieten zum Ende gekommen ist.

Langsamer steigende Mieten

Der Makler-Verband IVD teilte jüngst mit, dass sich das Mietpreis-Wachstum in Deutschland gegenüber dem der vergangenen Jahre massiv verlangsamt habe.

So seien die Neuvertrags-Mieten für Wohnungen in allen Wohnwert-Klassen sowie fast allen Städtegrößen deutlich langsamer gestiegen als 2016.

Dies ist das zentrale Ergebnis des offiziellen IVD-Wohnpreis-Spiegels 2016/2017.

Stagnierende Mieten in den Metropolen

Hochinteressant ist in dem Kontext jedenfalls, was der Makler-Verband über die Entwicklung in den Boom-Städten zu berichten wusste.

Hier sei es so, dass selbst in boomenden Städten wie Frankfurt am Main, Stuttgart oder Düsseldorf aktuell die Mieten stagnieren.

Jürgen Michael Schick, der Präsident des Verbands, betonte ferner:

Mit Blick auf die inflationsbereinigte Entwicklung der Mietpreise in den 10 größten Städten Deutschlands sei kein empirischer Beleg für explodierende Mieten vorhanden.

So seien die Mieten im Durchschnitt der 10 größten deutschen Städte seit 1996 kaum über die Inflation dieses Zeitraums hinaus angestiegen.

Im Zeitraum von 1996 – 2015 habe sich das Mietpreis-Wachstum in den 10 größten Städten Deutschlands sogar unterhalb der Inflation desselben Zeitraums befunden.

Im bundesdeutschen Durchschnitt liege das indexierte Mietpreis-Wachstum nach wie vor um 13 Punkte unterhalb der Inflation des Zeitraums 1996 – 2017.

Von einer Explosion der Mieten könne daher keine Rede sein.

Fakt sei, dass man aktuell im Schnitt in Deutschland für eine Wohnung mit mittlerem Wohnwert, die nach 1949 errichtet wurde, eine Netto-Kaltmiete von 6,28 € / qm zu zahlen habe.

Fallende Mieten in Düsseldorf

Herr Schick sagte außerdem, dass der in Deutschland zu verzeichnende Neubau mittlerweile doch Wirkung zeitige.

Mehr Wohnungen würden die Märkte entlasten und seien der beste Schutz vor starken Miet-Anstiegen, so Schick weiter.

Er verwies auch auf das Beispiel Düsseldorf:

In der Metropole am Rhein habe es so viel Neubau gegeben, dass die Durchschnitts-Miete für Neubauten dort sogar gegenüber dem Vorjahr rückläufig gewesen sei – und zwar um sage und schreibe 4,35%.

Ja, liebe Leser, wer hätte das gedacht:

Erste klar deflationär zu wertende Tendenzen am deutschen Immobilienmarkt können selbst von notorischen Optimisten nicht mehr abgestritten werden.

Es zeigt sich einmal mehr, dass das sogenannte Betongold alles andere als ein risikoloses Investment ist und die Bäume auch am Immobilienmarkt nicht in den Himmel wachsen…

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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