Warnsignale: Das ist schon 3x danebengegangen

Das kennen wir doch schon... – Was, das verrät Ihnen unser Börsen-Experte Michael Sturm in diesem Beitrag im Einzelnen: (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Seit 5 – 6 Wochen versuchen die DAX-Bullen den Sprung nach oben.

Die 13.000er-Marke reizt schon sehr, aber es will einfach nicht gelingen. Warum das so zäh vonstatten geht, sehen Sie in der folgenden Chart-Analyse.

Kurzfristiger 1-Monats-Chart des DAX-Index:

DAX 210617 1M

DAX-Chart 1 Monat (Stunden-Balken)

3x versucht, 3x gescheitert

Im kurzfristigen 1-Monats-Chartbild vom DAX-Index fallen die 3 Ausbruchs-Versuche sofort auf (rote Spitzen).

3x wurde der Sprung gewagt und der DAX-Index schoss nach oben, doch jedesmal wurde der Versuch an den Folgetagen sehr schnell zunichtegemacht.

Die 3 umgekehrten V-Formationen sind Zeugnis von 3 Fehlversuchen.

Dabei wurden alle 3 Aufschwünge sehr vielversprechend durch Eröffnungs-GAPs eingeleitet (Kurslücken, schwarze Ellipsen).

Diese GAPs wurden jedoch am Folgetag bereits schon wieder geschlossen.

Dass dies innerhalb von 3 Wochen 3x hintereinander geschah, ist schon etwas überraschend und durchaus negativ zu werten.

Positiv bleibt allerdings zu vermerken, dass die jeweiligen Tops der Bewegung jedes Mal ein wenig höher als beim Vorgänger-Versuch ausfielen.

Fazit kurzfristig:

Uneinheitliches Bild: Positive Reihe höherer Tops, aber 3 Fehlversuche mit 3 GAP-Schließungen. Die Chance:Risiko-Verteilung bewerte ich mit 50:50.

Im mittelfristigen 1-Jahres-Chartbild hat sich rein gar nichts verändert:

DAX 210617 1J

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Es bleibt dabei: Aufwärts-Hangeln an der oberen Begrenzung

Im mittelfristigen Chartbild sehen Sie den mustergültigen Aufwärts-Trendkanal (dunkelblauer Trendkanal).

Innerhalb dieses Trends hangelte sich der DAX-Index seit etwa 1 Jahr nach oben. Seit Dezember 2016 wechselte er auf die Überholspur in die obere Hälfte des Trendkanals.

Dabei bot ihm die untere Begrenzung des schmalen Aufwärts-Bandes (hellblaue Trendlinie) immer wieder eine gute Unterstützung.

Sie wurde bis heute nicht verletzt! Wird sie verletzt, dann sollte die Konsolidierung einen etwas ausgedehnteren Umfang haben (rote Pfeile).

An der Oberkante ist gut sichtbar, dass die Luft doch merklich dünner geworden ist – zumindest für den mittelfristigen Aufwärts-Trendkanal.

Der kommt ihm bei etwa 13.000 Punkten mit seiner oberen Begrenzung entgegen.

Das sieht besser aus, als Sie denken!Konsolidierung bald zuende oder Baisse? Auf was Sie jetzt achten müssen, das verrrät Ihnen Michael Sturm! › mehr lesen

Bis dahin ist alles kein Problem, aber um diesen Trend nach oben zu verlassen, bedarf es schon neuer kräftiger Impulse.

Fazit mittelfristig:

Unverändertes Kraxeln an der oberen Begrenzung des mittelfristigen Aufwärts-Trendkanals. Das ist auch der Grund, warum bisher die 3 Ausbruchs-Versuche ohne Erfolg blieben.

Denn ein Überspringen der oberen Begrenzung würde das charttechnische Bild deutlich verzerren.

Möglich ist so etwas zwar – und im 1. Quartal 2015 haben wir es auch schon einmal erlebt –, aber der nachfolgende Absturz des DAX-Index mahnt viele Investoren.

Dies wird aus dem langfristigen 10-Jahres-Chart vom DAX-Index ersichtlich:

DAX 210617 10J

DAX-Chart 10 Jahre (Wochen-Balken)

Ausbruch wie in QI/2015 möglich, aber nicht ungefährlich

Die obere Begrenzung des innenliegenden Trendkanals (grüner Trend) wird aktuell aufgeweicht.

Schließt der DAX-Index mit einem Wochenschluss signifikant darüber, dann ist durchaus eine Übertreibungs-Welle nach oben bis an die obere Begrenzung des mehrjährigen Hausse-Trendkanals möglich (blauer Trend).

Diese notiert aktuell bei etwa 13.500 Punkten.

Oberkante Trendkanal bei 13.500

Dann ist aber Schluss! Noch weiter steigende DAX-Kurse über diesen mehrjährigen Widerstand hinaus halte ich für schier unmöglich.

Spätestens bei dieser Marke sollten größere Gewinn-Mitnahmen einsetzen und auch Sie sich vorübergehend von Ihren DAX-Positionen trennen.

Nach einer Konsolidierung sind dann bis zum Jahresende auf dieser Basis DAX-Kurse von 13.850 Punkten möglich.

Fazit

Dass die 13.000 fallen wird, sehe ich mit einer großen Wahrscheinlichkeit. Aber ist es wirklich sinnvoll, dies jetzt schon zu vollziehen?

Dagegen spricht jedenfalls die dann deutliche Übertreibung und der mit großer Wahrscheinlichkeit dann kommende Absturz der Aktienmärkte nach Erreichen der oberen Begrenzung des langfristigen Hausse-Trendkanals.

Besser und wesentlich gesünder wäre eine vorherige und baldige Konsolidierung bis in den Bereich 12.000/12.250 Punkte.

Die dadurch gesammelte Kraft und das größere Potenzial an Neukäufern sollte dann einen Sprung über die 13.000 wesentlich erleichtern.

Wichtig für Sie:

Auf alle Fälle wird der Index diese obere blaue Trendbegrenzung nicht überwinden! Das bedeutet für Sie: Sobald Sie erreicht wird, steigen Sie aus dem Markt aus!

Nach unten sollten Sie unbedingt die 12.500er-Marke im Auge behalten. Bricht sie, dann stehen ruckzuck 12.000 auf dem Programm.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Traden!


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Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!