Warnung: In A1alvc Anleihe der Deutschen Bank nicht investieren

Kursexplosion ja – aber erst nach starken Rücksetzern

Das Argument von „Focus Money“ für Hybrid-Anleihen: aktienähnliche Gewinne seien möglich. Das stimmt: aber nur dann, wenn die Titel vorher regelrecht abstürzen. Genau das ist passiert – meiden Sie Hybrid-Anleihen.

Hybrid-Anleihen sind Schuldverschreibungen wie andere Anleihen auch, allerdings mit einem kleinen teuren Unterschied.

Die Zinsen werden nur gezahlt, wenn das Unternehmen Gewinne erwirtschaftet hat. „Nachrangig“ eben. Gerade in Krisenzeiten wie 2009 und 2010 mit unstabilen Unternehmensgewinnen ist eine Investition höchst riskant.

Für dieses Risiko gibt es 2 bis 3 Prozentpunkte Zinsaufschlag. Zu wenig, meinen wir. Hier die Fakten: Schon jetzt stehen Zinsenvon ING Diba oder Lloyds Banking auf der Kippe. Northern Rock, bekannt durch lange Schlangen zur Kontenauflösung im Jahr 2008, hat die Zinsen für nachrangige schon gestrichen.

Aus Angst vor ausfallenden Zahlungen fielen die Kurse für Hybrid-Anleihen von Bayer oder Henkel in den vergangenen 10 bis 12 Monaten stark, Kursgewinne waren jetzt möglich.

Was „Focus Money“ aber verschweigt: Mehr als 100 Prozent Kurs sind bei den Hybriden kaum drin – das Potenzial ist ausschließlich auf die Aufholjagd begrenzt.

Meiden Sie die A1alvc Anleihe der Deutschen Bank. 9,5 Prozent „Zinsen“ sind für das Risiko der nächsten Jahre nicht genug. Stattdessen können Sie Anleihen kaufen.

Etwa die vom „Neuen Deutschen Geldanlagebrief“ empfohlene Fresenius-Anleihe mit der ISIN XS0390398344. Aktuelle Rendite: 6,63 Prozent.

Wer von Ihnen noch immer skeptisch ist, der möchte doch bitte an dieser Stelle weiter lesen und über die Details über den neuen Typus der Hybrid-Anleihe informiert werden.

Hybrid-Anleihen: Nachrangig bei Konkurs

Eine wesentliche Falle bei Hybrid Anleihen ist deren Stellung im Konkurs: als Gläubiger würden Sie erst bedient, wenn andere Anleihen-Gläubiger bedient sind. Ein schlechter Witz, denn:

Gerade bei Insolvenz steht nicht mehr genügend Geld zur Verfügung. Wer dann Gläubiger ist, muss ohnehin schon mit Abschlägen rechnen.

Meistens sind die Abschläge so hoch, dass schon „normale“ Anleihen ein schlechtes Geschäft sind. Vergleichsquoten zwischen 25 Prozent und 50 Prozent sind inzwischen die Regel.

Zusätzlich drohen Kursverluste

Kein Wunder, dass Hybridanleihen in den vergangenen Jahren teils stark unter die Räder geraten sind. Das Misstrauen war zu groß.

Die starken Kursverluste bringen ein weiteres Problem für Sie, falls Sie investierten.

Sie könnten noch nicht einmal sinnvoll die Anleihen liquidieren. Daher: Finger weg. Kaufen Sie stattdessen etwa den Genußschein von Bertelsmann.

4. September 2009

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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