Warnung vor ETF Fonds auf Staatsanleihen: Faule Papiere im Depot

Anti-Inflation ist das Thema dieser Tage. Riesenschuldenberge fluten die Finanzmärkte und werden Geld entwerten. Daher ist es wichtig, sich dagegen zu schützen, meinen wir.

Möglichkeiten zeigen wir gerne und häufig auch auf diesen Seiten auf, wenn es um Sachwerte geht. Sie können jedoch auch Anleihen verwenden, um sich wirksam auf die sichere Seite zu stellen. Nur: ETFs helfen in vielen Fällen nicht.

Anti-Inflations-Links: Spezialanleihen

Mit ETF-börsengehandelten Fonds erwerben Sie besonders günstige und transparente Geldanlageformen, die sicherer sind als etwa Zertifikate. Fonds bieten Sondervermögen, das selbst bei einem Konkurs des Emittenten nicht angreifbar ist. Sie sind und bleiben Eigner.

Dieser Schutz besteht auch, wenn Sie Inflation-Linked ETFs kaufen. Einen anderen Schutz aber werden Sie mit diesen Fonds nicht erwerben: die Inflation und laufende Geldentwertung.

Mit Inflation-Linked ETFs investieren Sie in eine Ansammlung von Anti-Inflations-Anleihen, die meist einen bestimmten Aufschlag zur Inflationsrate garantieren. So kann die Inflationsrate bei 2,5% liegen – Sie bekämen in Deutschland typischerweise dann einen Zins in Höhe von 3,5%.

Aber: selbst diese 3,5% würden Sie rein rechnerisch schon nicht retten. 3,5% Zinsen führen dazu, dass Sie etwa 1/3tel Steuern zahlen müssen. Es bleiben 2,2% bis 2,3% übrig, die in der Regel noch nicht einmal reichen, um die Inflation abzudecken.

Achtung: dies ist bei Fonds nicht anders. Ein Fonds mit diesen Spezialanleihen wird Ihnen die Ausschüttungen weiterreichen. Damit aber sind Sie nach Steuern wieder auf der falschen Seite.

Zusatzfalle: falsche Staaten

Kürzlich tauchte ein Bericht auf, wonach in vielen dieser Fonds zusätzlich noch die falschen Staatsanleihen sind. „Falsch“ heißt in diesem Sinne, dass diese noch unsicherer als etwa deutsche Anleihen sein werden.

Da in Deutschland die Anti-Inflations-Papiere erst seit 2006 überhaupt bekannt sind, halten viele Fonds noch Anleihen aus Frankreich oder Italien.

Ein Fonds, der „iSharesEUR Inflation Linked ETF“ etwa hat Frankreich mit 52% vertreten und Italien mit 32%. Das bedeutet: Deutschland ist mit seinen Anleihen stark in der Minderheit – diese machen 16% auf.

Der Fonds wird und Sie als Investor würden darunter leiden:

  • Die Kurse eines Fonds werden von den enthaltenen Wertpapieren bestimmt.
  • Damit aber werden künftige Kursverluste auch den Anteilswert der Fonds nach unten senken.
  • Vorsichtig formuliert: die Fonds sind nicht nur schlecht rentierlich, sondern deren Kurse werden künftig das gesamte Engagement ins Minus treiben.

GeVestor meint: ein wirksamer Inflationsschutz ist dies nicht. Investieren Sie statt in einen solchen Fonds besser in einen ETF, der Anleihen und Aktien mischt.

So ist etwa der „Carmignac Patrimoine A“ ein Fonds, der hohe Renditen gegen die um sich greifende Inflation erzeugen kann. Den Fonds haben wir mehrfach empfohlen.

ETF Staatsanleihen – Fonds sind jedoch nicht geeignet. Diese Warnung halten wir bis zum Jahr 2012 und 2013 aufrecht.

28. Oktober 2011

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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