Warnung vor Optionsscheinen auf chinesische Aktien

„Lassen Sie Ihr Depot aufleuchten“, wirbt die Citigroup für chinesische Aktien und Optionsscheine auf diese Anteilsscheine.

Wir können Sie nicht nur warnen, wir müssen sogar warnen. Hier droht Vermögen 2011 verbrannt zu werden. Vermögen, das Sie in den vergangenen Jahren mühsam an den Finanzmärkten gewinnen konnten.

China wächst – die gute Nachricht 2011 und 2012

Richtig ist, dass das Wirtschaftswachstum in China weiterhin intakt ist. Bis zu 10% Wirtschaftswachstum erwarten auch wir für dieses Jahr. Im nächsten Jahr wird das Wachstum kaum geringer werden. An sich gute Voraussetzungen für ein Investment in Optionsscheine. Wir warnen Sie jedoch davor.

Optionsscheine haben ein Laufzeitende. Dies ist das erste Risiko, das Ihnen als Investor hier blüht. Zudem sind die Schwankungen nicht abzuschätzen. Auch 2011 wird es lebendiger.

Einer der Gründe für die schwächelnden Aktien: Neuemmissionen

Schätzungsweise 5,8 Milliarden Aktien im Gesamtwert von 41,7 Milliarden US-Dollar werden in den kommenden Tagen am chinesischen Aktienmarkt neu umgesetzt.

Beispiel Petrochina: 1 Milliarde an Aktien wird demnächst handelbar sein. Kein Wunder, dass Investoren im Vorfeld ihre Aktien verkauften und nicht aggressiv eingestiegen sind.

China: Die Bilanzen sind oft zu wenig transparent

Kurz zusammengefasst ist die Transparenz in China bei weitem nicht so hoch wie bei uns.

Dies betrifft bei Unternehmen die Gewinne, wie könnte es anders ein. Abschreibungen, subjektive Bewertungen oder diverse Handelsabkommen können den Preis von Gütern stark beeinflussen und damit auch in der Bilanz als Wert in verschiedener Dimension auftauchen.

Das bedeutet für Investoren: Gewinn A können Sie nicht mit den Gewinnen in Europa oder Deutschland vergleichen. Sie können noch nicht einmal Gewinn A und Gewinn B in China seriös vergleichen. Diese Einschränkung gilt sowohl für den Vergleich zwischen Unternehmen als auch für den Vergleich unterschiedlicher Jahre.

Chinas Unternehmen kaum zu beurteilen

Das Risiko steigt aber, wenn Sie sich mit einzelnen Unternehmen befassen und diese analysieren wollen. Die Bilanzierungspraxis in China entspricht nicht den Gewohnheiten in Europa oder gar in Deutschland.

Selbst wenn Sie sich also die Zeit nehmen, fällt ein Urteil schwer.

Zudem leben Optionsscheine und deren Kurse von der richtigen Einschätzung der Schwankungen. Diese aber lassen sich über so genannte „implizite Volatilitäten“ von der Bank quasi einstellen. Damit sind Sie Einzelwerten, die nicht zu analysieren sind ausgesetzt und Optionsscheinen, die nicht zu kontrollieren sind.

GeVestor.de meint: Die Euphorie an den Märkten wird zu groß. Wir lehnen Investments in nicht zu kontrollierende Hebelprodukte wie dieses rigoros ab.

Wenn Sie Chancen in China suchen – haben Sie Recht. Ein börsengehandelter Indexfonds (ETF) jedoch reicht auch 2011 und 2012.


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2. Mai 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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