Warren Buffett: Der erfolgreichste Investor seiner Zeit

Die Vermögen der reichsten Menschen weltweit sind im vergangenen Jahr mehrheitlich stark gestiegen. (Foto: Krista Kennell / Shutterstock.com)

Früh zeigt sich, wer das Talent hat, ein Meister seines Faches zu werden. In unserer Schlussgong-Serie „Die reichsten Menschen der Welt“ habe ich für Sie den Lebenslauf einiger interessanter Milliardäre analysiert. Heute nehme ich für Sie Warren Buffett unter die Lupe.

Bereits im Frühjahr vergangenen Jahres habe ich hier im ,,Schlussgong“ die Frage gestellt: Wie wird man zum Millionär oder sogar zum Milliardär? Damals platzierte sich Warren Buffett „nur“ auf den hinteren Rängen der Top 10. In der jüngsten Rangliste ist er wieder der drittreichste Mensch der Welt mit einem Vermögen von 87,9 Milliarden Dollar. Vielleicht können Sie sich ein paar Tipps abschauen, wie Sie ihr Vermögen vermehren.

Zum Hintergrund: Das Forbes-Magazin veröffentlichte jeweils im März eine Liste mit den reichsten Menschen der Welt. Sie werden erstaunt sein, wie die Spitzenreiter ihr Vermögen verdient haben.

Die ersten Investment-Schritte Buffetts

Warren Edward Buffett wurde am 30. August 1930 in Omaha, Nebraska geboren. Er ist ein US-amerikanischer Großinvestor und Unternehmer. Fast sein ganzes Vermögen ist in seinem eigenen Investment-Unternehmen Berkshire Hathaway angelegt, dessen größter Aktionär er selbst ist.

Die A-Aktie seines Unternehmens ist mit einem Kurs von aktuell über 250.000 Euro die teuerste Aktie der Welt, welche man an der Börse kaufen kann (in meinem Börsendienst „Der Depot-Optimierer“ empfehle ich die B-Aktie von Berkshire, die nur rund 167 Euro kostet).

Buffett wurde in eine Broker-Familie hineingeboren. Sein Vater war zu seiner Zeit ein Geschäftsmann, Investor und Politiker.

Sein erstes eigenes Geld verdiente Warren Buffett bereits im Sommer 1936 mit 6 Jahren! Er kaufte Coca-Cola Sixpacks für 25 Cent und verkaufte die Einzelflaschen für jeweils 5 Cent weiter (30 Cent Verkaufserlös). Der Gewinn lag also bei 5 Cent je Sixpack; das entspricht einer Gewinnmarge von 20%. Die angestrebte Gewinnmarge von 20% hat das gesamte spätere Geschäftsleben von Buffett geprägt.

Nach seiner Zeit als Coca-Cola-Verkäufer verdiente Buffett sein Geld als Zeitungsbote, mit der Vermietung von Flipperautomaten und dem Weiterverkauf gebrauchter Golfbälle.

Schon mit 11 Jahren machte er seine ersten Erfahrungen im Aktien-Handel. Er kaufte sich 3 Vorzugsaktien des Unternehmens ,,Cities Service“. Später verkaufte er diese mit einem kleinen Gewinn. Hätte er jedoch länger gewartet, wäre der Gewinn viel größer gewesen. So lernte der junge Buffett seine erste Lektion: beim Anlegen muss man sich in Geduld üben.

Insgesamt häufte der Teenager während seiner Jugendzeit rund 10.000 Dollar an. Zur damaligen Zeit war das sehr viel Geld. Der Knackpunkt des jungen Buffett war, als ihm eine Kopie von Benjamin Grahams ,,The Intellegent Investor“ („Der intelligente Investor“) in die Hände fiel.

Die Buffett Partnership

Zum Verständnis: Benjamin Graham war ein einflussreicher US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Investor. Graham gilt als Erfinder der Value-Aktien-Analyse. Buffett schrieb sich in der Colombia University ein, in der er Grahams erfolgreichster Schüler wurde.

Später arbeitete er auch für Graham, machte sich aber schnell mit der Buffet Partnership selbständig, die bis zu ihrem Ende (1969) eine jährliche Rendite von 29,5% erzielte. Zum Vergleich: der Dow Jones konnte für dieselbe Zeitspanne nur eine Rendite von 7,4% vorweisen.

Das Unternehmen gründete Buffett mit einer symbolischen Einzahlung von 100 Dollar. Weitere 105.000 Dollar steuerten 7 Verwandte und Bekannte bei. Für die Investoren wurden aus 10.000 Dollar rund 150.000 Dollar (nach Abzug von Buffetts Erfolgsanteil). Im gleichen Zeitraum hätte eine Investition in den Dow-Jones-Index lediglich einen Betrag von etwas über 15.000 Dollar ergeben.

Gegen Ende der 1960er Jahre beunruhigten Buffett die immer stärker werdenden kurzfristigen Kurssteigerungen der hochspekulativen Aktien. 1969 löste Buffett den Investmentpool auf.

Er gründete anschließend die Holding-Gesellschaft Berkshire Hathaway (ein ehemaliges Textilunternehmen). Dort hat er sein Gespür für Unternehmensbewertungen weiter perfektioniert. Berkshire Hathaway ist mittlerweile an über 80 Unternehmen beteiligt. Auch hier erzielt er ein phänomenales Ergebnis. Eine jährliche Durchschnitts-Rendite von rund 20% über einen extrem langen Zeitraum von über 50 Jahren kann sich sehen lassen!

Anlagestrategie des erfolgreichsten Investors aller Zeiten

Jetzt komme ich zu der abschließenden Frage: wieso ist Buffett so erfolgreich? Die Anlagestrategie des Börsen-Großmeisters ähnelt sehr der seines Lehrers Graham. Genauso wie Graham geht Buffett auf die Suche nach inneren Werten (Substanzwert des Unternehmens). Wichtig: diese sollten unter dem Börsenwert liegen. Laut eigenen Angaben ist sein favorisierter Anlagezeitraum, um eine Aktie zu besitzen, ,,für immer“!

Buffett lässt sich nicht auf den Tagestrieb oder auf kurzfristige Preisbewegungen von Börsenkursen ein. Außerdem hält er wenig von Diversifikation. Man kann ihn eher als einen Investor ,,mit Tiefe“ nennen, mit großen Positionen und wenig Unternehmen.

Ein Investment muss methodisch sein. Dies erfordert Geduld und Selbstdisziplin. Darüber hinaus sind Emotionen der größte Feind eines Investors. Außerdem sollten Sie keinen Spekulationen von kurzfristigen Gewinnen hinterherjagen. Bodenständigkeit ist essenziell für den Erfolg, daher wohnt Buffett noch immer in demselben Haus, das er vor über 50 Jahren für 31.500 Dollar kaufte.

Zum Abschluss möchte ich Ihnen mein Lieblingszitat von Warren Buffet mitteilen: ,,Regel Nr.1 verlieren Sie niemals Geld. Regel Nr.2, niemals Regel Nr.1 vergessen.“

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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