Warren Buffett hat sich von einigen Öl-Aktien getrennt

Der Ölpreisverfall hat die US-Investorenlegende Warren Buffett dazu gebracht, einige große Öl-Werte abzustoßen. Wie kürzlich bekannt wurde, hat der oft als „Orakel von Omaha“ bezeichnete Starinvestor bereits Ende 2014 seine Anteile an Exxon Mobil und Conoco Phillips verkauft.

Bevor ich gleich genauer auf die jüngsten Umschichtungen von Buffett eingehe, habe ich noch einen Hinweis für diejenigen unter Ihnen, die Buffett nacheifern bzw. von seinen zumeist sehr guten Anlageentscheidungen profitieren wollen.

Wer Buffetts Anlagestrategie direkt folgen möchte, hat zwei Möglichkeiten: Die erste Möglichkeit ist es, die Käufe und Verkäufe zu kopieren.

Das ist technisch möglich, denn wenn der Investment-Guru mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway irgendwo ein- oder aussteigt, muss er dies der Börsenaufsicht melden. Der Nachteil dieser Strategie: Die Transaktionen werden erst mit einer zeitlichen Verzögerung veröffentlicht.

Die zweite Möglichkeit ist es, Aktien von Buffetts Beteiligungsholding Berkshire Hathaway zu kaufen. Dadurch haben Sie den Vorteil, dass nicht Sie selbst umschichten müssen, sondern – wenn Sie so wollen – Buffett selbst dies für Sie tut.

Rückblickend nicht der beste Zeitpunkt

Wie aus den jetzt veröffentlichten Mitteilungen der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, hat Buffett im Laufe des 4. Quartals 2014 seine Anteile an dem weltgrößten Ölkonzern Exxon Mobil und an der Nummer drei Conoco Phillips komplett verkauft.

Rückblickend betrachtet lässt sich sagen, dass Buffett hierbei nicht unbedingt den besten Zeitpunkt erwischt hat. Denn seit dem Tiefpunkt Mitte Dezember haben die Aktien der beiden Öl-Konzerne um knapp 10% zugelegt.

Dennoch ist Buffetts Entscheidung auch in der Rückschau nachvollziehbar, da die Kursentwicklung zum damaligen Zeitpunkt unberechenbar war. Buffett hat den Öl-Sektor auch nicht ganz verlassen, sondern zeitgleich Beteiligungen an kleineren Ölwerten auf- oder ausgebaut.

Und: Buffett hat seine über Jahrzehnte herausragenden Ergebnisse nicht dadurch erzielt, dass er stets das perfekte Timing beim Ein- und Ausstieg erwischte. Stattdessen hat er vereinfacht gesagt seine Top-Ergebnisse dadurch erzielt, dass er Mut bewies, wenn andere (zu) ängstlich waren und ängstlich war, wenn andere Investoren (zu) mutig waren.

Auswirkungen auf Berkshire noch nicht bekannt

Seit Sommer 2014 haben sich die Ölpreise mehr als halbiert. Darunter litten besonders die Öl-Konzerne. Der Gewinn von Exxon Mobil brach allein im 4. Quartal 2014 um gut ein Fünftel auf 6,6 Mrd. US-Dollar ein.

Buffett war über seine Holding Berkshire Hathaway noch Ende September 2014 mit rund 41 Mio. Aktien an Exxon beteiligt. Dies entsprach damals einem Wert von rund 3,7 Mrd. US-Dollar.

Wie sich der Verkauf der Exxon-Aktien auf das Berkshire-Ergebnis ausgewirkt hat, lässt sich aus den jetzt veröffentlichten Daten noch nicht ableiten.

Welche Aktien Warren Buffett zuletzt gekauft hat

Statt auf große Öl-Konzerne setzt Buffett jetzt zunehmend auf die Landwirtschaft und die IT-Branche.

Denn: Wie ebenfalls am Dienstag bekannt wurde, kaufte Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway Aktien des US-Traktor-Herstellers Deere &Co. Außerdem erhöhte Berkshire die Beteiligung an IBM und stockte seine Position um 6,5 Mio. Aktien auf.

Aus dem Energiesektor hat sich Buffett – wie oben beschrieben –  keineswegs komplett zurückgezogen. Berkshire hält nach wie vor Anteile an dem Öl- und Gaszulieferer National Oilwell Varco und stockte die Beteiligung an dem kanadischen Energiekonzern Suncor sogar auf.

20. Februar 2015

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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