Warren Buffett kauft US-Flieger

Der Weltluftfahrt-Verband IATA rechnet für 2017 erstmals seit 3 Jahren mit einem Gewinn-Rückgang.

Erster Gewinn-Rückgang seit 2014 erwartet

Es wird ein kumulierter Branchen-Gewinn von 29,8 Mrd. $ prognostiziert. Zum Vergleich: 2016 wurde mit einem Rekordgewinn von 35,6 Mrd. $ abgeschlossen.

Hauptgründe für den Gewinn-Rückgang sind steigende Ölpreise und Flughafen-Gebühren sowie global betrachtet langsamer wachsende Bruttoinlandsprodukte.

Für Europa wird ein Gewinn-Rückgang von 7,5 auf 5,6 Mrd. € veranschlagt.

Wegen der Türkei-Krise und der Anschlags-Serien in Nordafrika, dem Nahen Osten und Frankreich kam es zu einer Verschiebung der Passagier-Ströme in Richtung Spanien und Portugal.

Daraus resultierten auf diesen Flugstrecken Überkapazitäten, und die Ticket-Preise gerieten unter Druck.

Wie schlagen sich die Flieger auf dem alten Kontinent?

Air Berlin bekam das harte Wettbewerbs-Umfeld am stärksten zu spüren und flog sogar in den Sommer-Monaten hohe Verluste ein.

Das vorläufige Sanierungs-Konzept ist gescheitert; das Unternehmen steht vor der Zerschlagung, fast die Hälfte der Flotte samt Besatzung wurde an Lufthansa vermietet.

Aus dem Touristik-Geschäft steigt der Konzern aus und wird sich künftig auf die europäischen Geschäftskunden und die Langstrecke nach Nordamerika konzentrieren.

Angesichts der hohen Schulden räumen wir Air Berlin nur geringe Chancen für einen Turnaround ein. Eine Übernahme durch Lufthansa ist nicht mehr auszuschließen.

Lufthansa versucht mit seiner eigenen Low-Cost-Variante Eurowings, möglichst schnell eine wettbewerbsfähige Größe zu erreichen.

Durch Air Berlins Flugzeuge und die Übernahme von Brussels Airlines wird die Flotte schnell vergrößert.

Bislang schreibt Eurowings noch operative Verluste. Die Produktions-Kosten müssen sinken. Dafür bedarf es einer Lösung mit der Piloten-Vereinigung Cockpit.

Ryanair und easyJet reagieren auf die Eurowings-Initiative mit einer aggressiven Expansion.

Insbesondere ersterer Konzern stößt nach dem BrExit-Referendum verstärkt auf den deutschen Markt vor und wird ab März sogar vom Drehkreuz Frankfurt am Main fliegen – ein Frontal-Angriff auf Lufthansa.

Bei Ryanair laufen die Geschäfte rund und die Kostenführerschaft wird konsequent genutzt, um die Marktanteile durch niedrige Ticket-Preise auszubauen.

Bis 2024 sollen über 200 Mio. Passagiere (aktuell: 119 Mio.) befördert und der europaweite Marktanteil von 15 auf 20% ausgebaut werden.

Neben Ryanair gehört auch International Airlines Group (6201) zu unseren Favoriten in Europa: Dank besserer Strukturen, höherer Auslastungen und sinkender Stückkosten wird der Konzern profitabler.

Das Gewinn-Plus lag 2016 bei 29,2%, und es wurden erstmals mehr als 100 Mio. Gäste befördert.

Anleger werden konsequent am Erfolg beteiligt; für Dividenden-Jäger ist die Rendite von 3,6% interessant.

Buffetts Sinneswandel

Insbesondere bei der Luftfahrt-Branche lohnt sich für Anleger ein Blick über den Atlantik – die US-Luftfahrt befindet sich in einer sehr guten Verfassung.

Ein Beleg dafür ist Warren Buffetts Einstieg bei den 4 größten US-Fluggesellschaften mit mehreren Mrd. $. Damit hat er seine traditionellen Vorbehalte gegen Fluggesellschaften aufgegeben.

Bei Southwest Airlines sicherte er sich 7% der Anteile. Die Fluglinie eilt von einem Passagier-Rekord zum nächsten, glänzt durch eine hohe Profitabilität und kontinuierliche Umsatz- und Gewinn-Historie.

Das Gleiche gilt für die Alaska Air Group, welche durch die Akquisition von Virgin America zur Nr. 5 in den USA aufgestiegen ist.

10. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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