Warren Buffett setzt auf Hilfe deutscher Sparkassen

Raten Sie einmal, wer vor wenigen Tagen in Deutschland war? Ted Weschler, Investment-Manager von Warren Buffetts Beteiligungs-Firma Berkshire Hathaway.

Er war einer Einladung der 25 größten Sparkassen gefolgt und stellte ihnen Buffetts Anlage-Strategie für Berkshire Hathaway vor.

Warren Buffett ist ein großer Fan des deutschen Mittelstands

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum der erfolgreichste Investor alles Zeiten, Warren Buffett, einen seiner Investment-Manager nach Deutschland schickt?

Ganz einfach: Weil Buffett ein großer Fan des deutschen Mittelstands ist und im vergangenen Jahr erstmals einen deutschen Mittelständler übernommen hat.

Es handelt sich dabei um die Hamburger Firma Detlev Louis, einen Spezialisten für Motorrad-Zubehör.

Seinerzeit sagte Buffett zu seinem eher ungewöhnlichen Kauf gegenüber der „Financial Times“: „Dieses Investment ist kleiner als die, die wir normalerweise tätigen, aber es ist ein Türöffner. Ich mag die Tatsache, dass wir den Code für Deutschland geknackt haben.“

Bleibt die Frage, warum Buffett so auf den deutschen Mittelstand steht? Weil in keinem Land der Welt so viele unbekannte Weltmarktführer anzutreffen sind wie in Deutschland.

Der deutsche Mittelstand ist nicht nur das Aushängeschild der deutschen Wirtschaft, sondern etwas, worum uns die ganze Welt beneidet – u. a. eben auch Buffett.

Buffett wird weiter in Deutschland einkaufen

Daher wird es auch weitere Käufe Buffetts in Deutschland geben. Auf die Frage, wo Berkshire als nächstes zuschlagen würde und ob es einen Branchen-Fokus gebe, antwortete Welscher, dass es prinzipiell keinen gebe.

Er will sich da offenbar nicht in die Karten schauen lassen. Schließlich könnten Spekulationen über neue Aktienkäufe von Buffett die Aktienkurse schlagartig in die Höhe treiben.

Vielmehr sei Berkshire interessiert an Firmen, die von Personen geführt werden, denen es zu allererst um das Geschäft geht.

Außerdem müsse Berkshire davon überzeugt sein, dass es die Firma auch noch in 20 Jahren geben werde. Berkshire wolle solchen deutschen Firmen ein neues Zuhause geben. Denn: Wenn Berkshire etwas kauft, dann für immer.

Bei der Identifikation von Firmen sollen auch die deutschen Sparkassen helfen. Die haben ein eigenes Interesse daran: Schließlich haben sie viele Kredite an Unternehmen vergeben, deren Nachfolge aktuell noch nicht gesichert ist.

Berkshire könnte das Nachfolge-Problem lösen – und neben den Sparkassen-Krediten auch noch den Fortbestand der Firmen und damit zahlreiche Arbeitsplätze sichern.

4. Juli 2016

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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