Warren Buffett setzt auf Öl

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Chevron rein, Pfizer raus – Warren Buffett schichtet sein Portfolio um und sorgt damit bei Anlegern für Aufsehen. (Foto: 360b / Shutterstock.com)

Warren Buffett überrascht die Börsen: In dieser Woche wurde bekannt, dass der US-Starinvestor mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway in großem Stil Aktien des Ölkonzerns Chevron gekauft hat. Gut 4 Milliarden Dollar pumpt Buffett damit in eine Branche, die von vielen längst totgesagt wurde.

Seit Jahren setzen Anleger vermehrt auf grüne Technologien und erneuerbare Energien, die Elektrifizierung des Automarktes dürfte in dieser Dekade richtig Fahrt aufnehmen. Öl als fossiler Brennstoff mit wenig rühmlicher Ökobilanz gilt da eher als Auslaufmodell.

Renaissance beim Ölpreis nach Corona-Krise?

Dass das „Orakel von Omaha“, wie Buffett von seinen Fans andächtig betitelt wird, dennoch auf einen Ölboom in nicht allzu ferner Zukunft setzt, liegt nicht zuletzt an der Corona-Pandemie und deren Folgen für die Wirtschaft. Nach der abrupten Vollbremsung 2020 rechnen viele Beobachter mit einem umso stärkeren Aufschwung nach dem Abklingen der akuten Krise, insbesondere Chinas Wirtschaft dürfte für steigende Nachfrage sorgen, aber auch die umfassenden Rettungs- und Investitionsmittel, die die neue US-Administration dieser Tage auf den Weg bringt, dürften neuen Schwung bringen und den Ölpreis steigen lassen.

Dass Chevron außerdem als starker Dividendenzahler gilt, passt ins Portfolio von Berkshire Hathaway. Die Chevron Aktie, auf Jahressicht gut 20 Prozentpunkte im Minus, legte nach Bekanntwerden der Großinvestition von Buffett kräftig zu und kletterte im bisherigen Wochenverlauf um rund 7 Prozent nach oben.

Ölpreis legt kräftig zu

Der Ölpreis, auf Jahressicht nur geringfügig gestiegen, hat in den vergangenen drei Monaten kräftig an Fahrt aufgenommen: Allein in diesem Zeitraum stiegen die Preise für die US-Sorte WTI und die Nordseesorte Brent um jeweils rund 45 Prozent. Das Barrel beider Ölsorten kostete zuletzt mehr als 60 US-Dollar.

Zu den steigenden Kursen beigetragen hat neben der wirtschaftlichen Erholung in China – die Volksrepublik konnte als einzige größere Volkswirtschaft 2020 unterm Strich ein Plus verbuchen, die Wirtschaftsleistung legte um gut 2 Prozent zu – auch die Opec mit ihren Verbündeten beigetragen. Das Ölkartell trifft sich nun in deutlich enger getakteten Zeitabständen, um die gemeinsame Förderpolitik abzustimmen, wobei insbesondere Saudi Arabien weiterhin auf eine Drosselung der Kapazitäten setzt, um die Preise zu stabilisieren.

Das gelingt nun schon über einen längeren Zeitraum recht gut. Beobachter sind sich dennoch einig, dass Ölpreise im dreistelligen Bereich, wie sie zuletzt 2014 erzielt wurden, in absehbarer Zukunft wohl nicht mehr erreicht werden.

Berkshire Hathaway schmeißt Pfizer Aktien raus

Dass Buffett dennoch auf den Ölsektor setzt, lässt daher viele Marktteilnehmer aufhorchen – genau wie die Meldung, dass sich Berkshire Hathaway parallel von Pfizer Aktien getrennt hat. Der US-Pharmariese hat gemeinsam mit dem Mainzer Biotechnologieunternehmen Biontech den ersten neuartigen mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 auf den Markt gebracht, wodurch die Aktien beider Unternehmen im Dezember Spitzenwerte erreichten, gefolgt von Gewinnmitnahmen.

Während Biontech weiterhin auf der Erfolgswelle surft und die Aktien auch auf Monatssicht noch fast 10 Prozentpunkte zulegen konnten, ist der Hype um Pfizer Papiere inzwischen abgeklungen, sie verbuchten zuletzt Verluste, die sich mit dem Ausstieg des Orakels von Omaha noch ausweiten dürften.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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