Warren Buffetts Berkshire Hathaway legt Quartalszahlen vor

Mehrheitlich gute Quartalszahlen sorgten dafür, dass der deutsche Aktienmarkt positiv in die neue Handelswoche gestartet ist. Der deutsche Leitindex DAX legte um knapp 0,7% auf 9.351 Punkte zu.

Auf einen interessanten Quartalsbericht aus den USA möchte ich heute im „Schlussgong“ etwas genauer eingehen. Berkshire Hathaway, die Holdinggesellschaft von Investorenlegende Warren Buffett, öffnete am vergangenen Freitag seine Bücher und legte die Zahlen für das 3. Quartal 2014 vor. Und die Zahlen zeigen, dass das operative Geschäft weiterhin glänzend läuft.

Allerdings leidet Berkshire Hathwaway (und somit auch Warren Buffett) etwas unter der Schwäche der britischen Supermarktkette Tesco. Ich habe hier im „Schlussgong“ bereits mehrfach über die aktuellen Probleme bei Tesco berichtet.

Buffett bezeichnete sein Engagement bei Tesco bereits als großen Fehler. Das Beispiel Tesco zeigt: Auch sehr erfolgreiche Anleger liegen an der Börse ab und zu völlig daneben.

Operativer Gewinn steigt, Nettogewinn im Minus

Der operative Gewinn von Berkshire Hathaway stieg um insgesamt 29% auf 4,72 Mrd. US-Dollar und lag damit klar über den Erwartungen der meisten Marktteilnehmer (das erklärt auch den Kursanstieg der Berkshire-Aktie).

Rückläufig war dagegen der Nettogewinn, der um 9% auf 4,62 Mrd. US-Dollar fiel. Ursächlich dafür ist der Fehlgriff Tesco.

Berkshire musste im Zusammenhang mit seiner Beteiligung am britischen Einzelhändler Tesco Abschreibungen in Höhe von insgesamt 678 Mio. US-Dollar vornehmen. Auf die Schwäche von Tesco hat Buffett jedoch bereits reagiert, indem er die Beteiligung an dem Unternehmen massiv zurückgefahren hat.

Mit 62 Mrd. US-Dollar auf der Suche nach Schnäppchen

Wenn man den Fehlgriff Tesco ausklammert, hatte Buffett, wie fast immer, ein goldenes Händchen. So stiegen die Barmittel von Berkshire Hathaway im abgelaufenen 3. Quartal 2014 um 7 Mrd. US-Dollar auf jetzt insgesamt 62 Mrd. US-Dollar an. Buffett sitzt also auf einem gewaltigen Geldberg.

Dadurch ist zwar ein gewaltiges Potenzial an Finanzmitteln vorhanden, doch Buffett und Berkshire befinden sich dennoch in einer schwierigen Situation.

Denn: In einer derartigen Größenordnung sind nur noch schwerlich Schnäppchen zu finden. Daher wird es für Buffett immer schwieriger, neue Zukäufe zu finden, die Buffetts Value-Ansatz entsprechen.

Wer aber die Investment-Karriere des Warren Buffett schon länger verfolgt, der weiß, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis er trotz der Schwierigkeiten ein passendes Investment findet und wieder zuschlägt.

Die Berkshire-Aktionäre jedenfalls vertrauen Buffett. Der Aktienkurs von Berkshire Hathaway stieg in den vergangenen 5 Jahren von rund 100.000 US-Dollar auf etwa 215.000 US-Dollar und hat sich damit mehr als verdoppelt (die B-Aktie von Berkshire ist deutlich günstiger und damit auch für Privatanleger geeignet).

Auch nach der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen legte die Aktie trotz des Ausrutschers mit Tesco weiter zu.

Nachfolge weiterhin offen

Neben der Schwierigkeit, neue Schnäppchen in den Milliarden-Dimensionen zu finden, in denen sich Berkshire inzwischen bewegt, liegt eine weitere Schwierigkeit darin, einen passenden Nachfolger für den Altmeister Warren Buffett zu finden.

Ich habe hier im „Schlussgong“ in den vergangenen Jahren bereits mehrfach über die Suche eines geeigneten Nachfolgers berichtet. Immer wieder tauchen neue Namen auf der Liste möglicher Kandidaten auf und andere Namen verschwinden dafür von der Liste.

Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dass die 2015er Hauptversammlung von Berkshire, die zugleich die 50. (!) ist, die letzte Hauptversammlung sein wird, die Warren Buffett zusammen mit seinem kongenialen und langjährigen Partner Charlie Munger abhalten wird.

Daher könnte die Berkshire-Hauptversammlung im kommenden Jahr eine ganz besondere Aktionärs-Veranstaltung werden. Ich werde für Sie „live“ aus Omaha berichten.

10. November 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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