Warten hier prickelnde Renditen?

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Schloss Wachenheim vertreibt Sekt und galt lange als Geheimtipp. Jetzt stößt Aktionären die Coronakrise sauer auf. Wir erklären, wie es um das Unternehmen steht. (Foto: Samot / shutterstock.com)

Steile Weinberge, romantische Besenwirtschaften in Innenhöfen schnuckeliger Bauten, gutes Essen und wohlschmeckende Weine von trocken bis lieblich: Das ist die Pfalz. Gerade in Zeiten der Pandemie schätzen immer mehr Menschen die Region als Ausflugs- oder Urlaubsziel. Inmitten der Pfalz liegt Wachenheim, ein kleiner Ort, der die Region ziemlich genau abbildet: Gastlichkeit und Natur werden hier groß geschrieben.

Immer dann, wenn es etwas zu feiern gibt, liefert Schloss Wachenheim die passenden Getränke. Wir erklären Ihnen, wie es um den ehemaligen Geheimtipp im Nebenwerte-Segment steht. Doch zunächst ein paar Eckdaten: Schloss Wachenheim gehört zu den weltweit führenden Sektherstellern. Die Produktpalette reicht von Sekt und Schaumwein bis Perlwein und andere innovative Getränke auf Weinbasis. Das Unternehmen setzt jährlich rund 230 Mio Flaschen ab. Bekannte Marken sind Faber und Feist.

Jahresziele nach unten geschraubt

Nach dem schwachen Jahresauftakt lief es bei Schloss Wachenheim auch in den folgenden Quartalen nicht rund. Während der Absatz um 2% auf 168,1 Mio Flaschen schrumpfte, stieg der Umsatz um 1,5%. Geholfen haben gute Geschäfte in Osteuropa und die erstmalige Konsolidierung der Vino Weinhandels GmbH. Operatives Ergebnis (EBIT) und Gewinn brachen dagegen um 24,5% respektive 37% ein. Belastet haben nach wie vor die hohen Weinpreise aus der Ernte 2017, Verschiebungen im Absatzmix sowie übernahmebedingt höhere Sach- und Personalkosten. Die einzelnen Absatzmärkte haben sich sehr unterschiedlich entwickelt.

Deutschland ist bei einem Umsatzwachstum von 4,7% auf 89,9 Mio € in die roten Zahlen gerutscht. Frankreich meldete einen Umsatzrückgang um 13,7% auf 66,1 Mio € und ein deutlich geringeres EBIT. Überzeugt hat lediglich Osteuropa. Dort stiegen der Umsatz um 10,5% auf 109,7 Mio € und das EBIT um 5,4% auf 12,8 Mio €.

Weil das Management davon ausging, dass die Corona-Pandemie die Geschäftsentwicklung im 4. Quartal stark belasten werde, wurden die Jahresziele nach unten geschraubt. In Aussicht gestellt wurden neu ein leichter Absatzrückgang, ein stabiler Umsatz, ein EBIT von 17,5 bis 20 Mio € sowie ein Gewinn vor Anteilen Dritter von 12 bis 14,5 Mio €. Den Gewinn pro Aktie schätzen wir auf 1,10 €. Entsprechend ist auch eine Dividendenkürzung nicht ausgeschlossen.

Schloss Wachenheim: Besser im Kühlschrank als im Depot

Die Aktie ist für uns aus diesen Gründen eher mittelprächtig interessant. Der Umsatz mit Getränken schwächelt in der Krise. Auch bleibt unklar, wie das Unternehmen seine alkoholfreien Alternativen an den Kunden bringen kann. Warten Sie als Anleger besser ab, gegen eine kühle Flasche aus Wachenheim im Kühlschrank spricht aber nichts. Vor allem, wenn Sie in die Favoriten unserer Aktien Analyse investieren. Schloss Wachenheim gehört aktuell nicht dazu.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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