Wartet hier ein Comeback?

Interessieren Sie sich für die Stahl-Branche? Noch vor einigen Jahren gehörte die Stahl-Industrie zu denjenigen Branchen, die risikobewusste Anleger bevorzugt ausgewählt haben.

Einige schlechtere Jahre haben die Branche inzwischen aber in eine schlechteres Licht gerückt. Wie steht es um die Sparte heute?

Wir haben die Aktie von Acerinox exemplarisch unter die Lupe genommen. Acerinox gehört zu den weltweit größten Stahl-Produzenten.

Das Unternehmen verlagert seine Produktions-Kapazitäten vornehmlich nach Nordamerika (North American Stainless) und Südafrika (Columbus Stainless).

Der Markteintritt in Südafrika erfolgte 2002 durch den Erwerb von 64% an Columbus Stainless.

Kostensenkungen sorgen für schmalen Gewinn

Für Acerinox verlief das 1. Halbjahr 2016 weniger erfreulich. Die Abnahme-Mengen konnten zwar in allen Produkt-Gruppen und allen Regionen um 1,2% gesteigert werden und erreichten 1,22 Mio. t.

Doch aufgrund geringer Preise fiel der Umsatz um 17,6% auf 1,91 Mrd. €. Nach Aussage des Managements begann sich der Markt für Edelstahl im 2. Quartal zu erholen.

Gegenüber dem 1. Quartal stieg die Produktion um 13%. Das operative Ergebnis (EBITDA) brach um 41% auf 36,4 Mio. € ein.

Unterm Strich sah es noch düsterer aus: Nach einem Gewinn von 63,9 Mio. € im Vorjahr verdiente Acerinox nur 8,7 Mio. €.

Das Ergebnis wäre ohne das Programm zur Senkung der Kosten noch schlechter ausgefallen: Das Ziel waren Einsparungen in Höhe von 48 Mio. €. Davon wurden Ende Juni schon 71% erreicht.

Es gibt bessere Alternativen

Durch das verbesserte wirtschaftliche Umfeld in der Eurozone nahm der Auftrags-Eingang in den vergangenen Wochen weiter zu. Acerinox rechnet mit einer weiteren Erholung des Marktes und mit einem soliden 2. Halbjahr.

Nachdem der Nickelpreis 4 Jahre in Folge gefallen war, legte er seit seinem Tiefpunkt im März bei 7.593 $/Mt um 40% zu.

Belastet wurde die Edelstahl-Produktion durch massive Billig-Importe, insbesondere aus China und Taiwan. Diese Importe sind jetzt deutlich zurückgegangen.

Wir gehen davon aus, dass sich die Preise stabilisieren werden. Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten erwarten wir eine unterdurchschnittliche Kursentwicklung.

Ein Langfrist-Investment bietet sich bei dieser zyklischen Aktie nicht an, andererseits sichert die relativ hohe Dividendenrendite den Kurs nach unten ab. Dennoch sehen wir bessere Alternativen für Acerinox.

Dabei sollten Sie sich nicht nur auf den Stahl-Sektor fokussieren – es gibt bessere Alternativen. Einige davon stelle ich Ihnen in den weiteren Ausgaben vor.

6. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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