Warum auf dem aktuellen Niveau ganz klar die Chancen überwiegen

DAX Logo RED_shutterstock_392120233_imagentle

Der DAX notiert nur noch knapp über dem Buchwert. In vergangenen Krisen wurde in dieser Region immer das Tief erreicht. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Der Irrsinn will kein Ende nehmen. Hatte die Wall Street am Freitag noch eine kräftige Erholung gestartet, ging es gestern mit den Aktienkursen wieder rasant in den Keller. Der Dow Jones verzeichnete mit einem Abschlag von 13% den größten Tagesverlust seit dem schwarzen Montag im Oktober 1987. Zu dem, was gestern in New York passierte, fällt mir nur ein Wort ein: Kapitulation.

Wo die Kurse einen Boden finden, ist angesichts panikartiger Verkaufswellen kaum zu prognostizieren. Ich möchte es heute dennoch versuchen und für Sie einen Blick auf den heimischen DAX werfen.

US-Notenbank verschreckt die Anleger

Eigentlich waren die US-Vorgaben für den Start in die neue Handelswoche hervorragend. Schließlich hatten die amerikanischen Indizes am Freitag noch eine kräftige Erholung gestartet und 9% zugelegt. Den Grund, warum diese Vorgaben komplett verpufften, lieferte am Sonntagabend die US-Notenbank Fed.

Eine deutliche Zinssenkung war für die Sitzung am morgigen Mittwoch erwartet worden. Dass die Fed nun sogar am Sonntag eine Leitzinssenkung um einen ganzen Prozentpunkt auf 0 bis 0,25% verkündete, schürte die ohnehin große Verunsicherung nur noch zusätzlich.

Ich sehe das beherzte Handeln der Fed und der EZB positiv. Zu der jahrelangen Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren kam es nur deshalb, weil die Notenbanken eben nicht rechtzeitig reagiert hatten. Auch die Maßnahmen der Bundesregierung, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, sind aus meiner Sicht richtig. Zwar sorgen diese momentan für Verunsicherung unter den Menschen. Sie werden aber dazu beitragen, dass wir bald das Schlimmste überstanden haben werden. So, wie das in China bereits gelungen ist.

Aktienmärkte weiter im Panikmodus

Die Aktienmärkte bleiben allerdings vorerst im Panikmodus. Beleg dafür ist der Volatilitätsindex VDAX, der die Schwankungsbreite der DAX-Werte widerspiegelt. Der auch als “Angst-Barometer” bezeichnete Index stieg gestern mit 93 Punkten auf ein nie dagewesenes Niveau. Das amerikanische Pendant VIX kletterte auf rund 84 Punkte. Sein Allzeithoch hatte er während der Finanzkrise bei knapp 90 Zählern erreicht.

Auch wenn es momentan nicht unbedingt den Anschein hat, lässt dieses Hochschießen der Volatilität erwarten, dass es bald zu einer Stabilisierung kommt. Wenn es zu einem derart extremen Anstieg der Volatilität kommt, ist das Tief der Abwärtsbewegung normalerweise nicht mehr weit.

Das Tief der Korrektur ist nicht mehr weit

Die Charttechnik hilft in solchen Panikphasen zwar nur bedingt weiter. Eine ganz markante Haltezone bei rund 8.150 Punkten ist aber nicht mehr weit entfernt. In dieser Region hatte die Hausse vor dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000 geendet. Und auch vor der Finanzkrise hatte der DAX in diesem Bereich nach unten gedreht.

Einen guten Anhaltspunkt, wo das Tief liegen könnte, liefert auch der Buchwert, also der Vermögenswert in den Unternehmensbilanzen. Beim DAX liegt dieser bei knapp 8.200 Punkten. In früheren Krisen, sowohl 2003 als auch 2009 und 2011, wurde das Tief jeweils dann erreicht, wenn der DAX in den Bereich seines Buchwerts zurückgefallen war. Am Montag lag der Index im Tief schon bei 8.256 Punkten.

Wie gesagt, exakte Prognosen sind in diesem verrückten Markt nicht möglich. Aber ich bin mir sicher: Für Anleger mit Weitblick überwiegen auf dem aktuellen Niveau ganz klar die Chancen.

PS: Corona befällt die Börse: Die Kurse an der Börse stürzen ab – gerade der DAX fällt und fällt. Aber ist das die Chance, jetzt einzusteigen? Aktuelle Kursdaten und die Analyse erfahrt ihr in dieser Ausgabe von der Börsenwoche von #dukannstbörse.

DAX Logo RED_shutterstock_392120233_imagentle

Boom! DAX macht die Rolle rückwärts und trickst die Bären aus!Entweder wir laufen im Kanal noch weiter, oder der Ausbruch kommt bald und es geht aufwärts. 12.800 Punkte müssen die Bullen dafür nachhaltig überbieten. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Michael Kelnberger. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz