Warum Charts für Sie so unglaublich wertvoll sind

Tappen Sie nicht mehr in die PR-Falle – Wie Ihnen der Chart die Spuren des „großen Geldes“ verrät. (Foto: solarseven / Shutterstock.com)

Wie ich Ihnen kürzlich bereits geschrieben hatte, unterschätzen viele Anleger das Chartbild einer Aktie, da sie sich lieber an Fundamentaldaten halten. Ich möchte Ihnen erklären, warum Charts so wertvoll sind.

Tappen Sie nicht mehr in die PR-Falle

Überdurchschnittlich starke Aktien können besonders effektiv zu Tage gefördert werden, wenn die fundamentale Wachstums-Story durch charttechnische Stärke (= hohe Nachfrage nach der Aktie) bestätigt wird. Einzig daran scheitern viele andere Anlage-Strategien, die sich rein auf die fundamentale Analyse konzentrieren. Viele „Storys“ hören sich zu gut an um wahr zu sein – und sind es auch nicht. Mit einem kritischen Blick auf den Chart tappen Sie nicht mehr in die Falle, wenn Großanleger aus gutem Grund (!) die PR-Werbetrommel für eine Aktie rühren die sie selbst loswerden wollen.

Ein Anfängerfehler, der mich sehr viel Geld gekostet hat

Am Anfang meiner Börsenkarriere habe ich selbst viel Geld mit Aktien verloren, die in Börsenmedien als fundamental unglaublich billig dargestellt wurden. Meist hatten sich diese Aktien bereits weit von ihren Höchstkursen entfernt, so dass ich mich damals über vermeintlich günstige Einstiegskurse gefreut habe. Aber nicht sehr lange, denn die meisten Aktien fielen immer weiter und wurden schließlich zu Pennystocks. Einige davon musste ich sogar aus dem Depot ausbuchen lassen, da die hohen Verkaufsgebühren meiner damaligen Hausbank von 40 D-Mark pro Auftrag den kläglichen Restwert der Aktien überstiegen.

Heute kaufe ich niemals charttechnisch schwache Aktien

Diese Erlebnisse führten für mich zu einer wertvollen Lektion, denn ich habe aus diesem „jugendlichen Leichtsinn“ gelernt. So kaufe ich heute niemals (!) mehr eine fallende oder schwache Aktie. Und das sollten Sie auch nicht! Allein schon deshalb nicht, weil es bei diesen Papieren oft Hunderte oder gar Tausende unglückliche und frustrierte Aktionäre gibt, die alle nur darauf warten möglichst wieder Plus/Minus null aussteigen zu können. Bei starken, steigenden Aktien hingegen gibt es ausschließlich zufriedene und glückliche Aktionäre, die ein weit weniger starkes Bedürfnis haben zu verkaufen.

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Kein Analyst kann alle Details kennen

Trotz einer noch so akribischen Fundamentalanalyse kann der Analyst ein kleines, aber wichtiges Detail übersehen haben oder es gibt einen negativen Sachverhalt, der nur Insidern oder Großaktionären bekannt ist. Dies zeigt sich dann oft im Chart, denn hier bilden sich die Geldflüsse ab. Man kann an den steigenden oder fallenden Kursen ablesen, ob die Investoren Gründe sehen, Geld abzuziehen oder zu investieren. Bei einer perfekt klingenden Wachstums-Story und einem schwachen Chart ist fast immer etwas faul.

Der Chart offenbart Ihnen die Spuren des „großen Geldes“

Umgekehrt deutet eine steigende Nachfrage nach einer Aktie in Form eines klar erkennbaren Aufwärtstrends darauf hin, dass der Laden offensichtlich tatsächlich brummt. Der Chart ist für Sie als Anleger sehr wertvoll, denn er offenbart Ihnen die Spuren des „großen Geldes“. Und diese sind aussagekräftiger als jede aufpolierte Story.

Auch die charttechnische Analyse ist nicht perfekt

Doch auf Charttechnik allein sollten Sie sich natürlich auch nicht verlassen. Denn dann fehlen Ihnen die fundamentalen Aspekte, so dass die Aktie auch eine spekulative Luftnummer sein könnte, die jederzeit zusammenbricht. Dies schließe ich durch das Einbeziehen von fundamentalen Fakten wie Branche, Wachstumsraten und Geschäftsmodell komplett aus.

Ich selbst sehe Chartstärke eher als „Versicherung“ dafür, dass mein vorangegangenes fundamentales Research tatsächlich eine aussichtsreiche Aktie zu Tage gefördert hat. Nach fundamentalen und technischen Aspekten ausgewählten Aktien sind im Vergleich zu beliebigen Aktien erfahrungsgemäß überdurchschnittlich stark. Und deshalb sollten Sie sich den Chart auf alle Fälle gut ansehen, wenn Sie in eine Aktie investieren möchten. Denn in Ihr Depot gehören nur Top-Aktien.


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Von: Maximilian Ritter. Über den Autor

Schon seit seiner Jugend interessiert sich Maximilian Ritter für das Börsengeschehen. In seinem Dienst "Aktien-Timing-System" setzt er auf eine verfeinerte CANSLIM-Methode, mit der sich eine 30%ige Rendite im Jahr erwirtschaften lässt.