Warum der Bullenmarkt an der Wall Street weitergeht

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Die US-Notenbank Fed wird weiterhin nur langsam an der Zinsschraube drehen. Die Perspektiven für den amerikanischen Aktienmarkt bleiben gut. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Gestern Abend blickten die Anleger rund um den Globus wieder auf die amerikanische Notenbank.

Wie erwartet, kündigte die Federal Reserve (Fed) den Anfang vom Ende ihrer extrem lockeren Geldpolitik an.

Die Aktienmärkte reagierten nach einem kurzen Rücksetzer letztlich doch positiv. Auch auf mittlere Sicht bleiben die Perspektiven für den amerikanischen Aktienmarkt gut.

Weitere Zins-Erhöhung im Dezember erwartet

Nachdem die Fed den Leitzins zuletzt im Juni leicht erhöht hatte, wurde diesmal erwartungsgemäß nicht weiter an der Zinsschraube gedreht.

Die Mitglieder des Offenmarkt-Ausschusses beschlossen einstimmig, den Leitzins zunächst in einer Spanne von 1,00 – 1,25% zu belassen.

Fed-Präsidentin Janet Yellen signalisierte allerdings noch einen weiteren Zinsschritt für dieses Jahr.

Im Dezember soll der Leitzins, wie geplant, nochmals um 1/4 Prozentpunkt angehoben werden. Dies wäre die 3. Anhebung im laufendem Jahr.

Im kommenden Jahr soll es ebenfalls 3 Zins-Erhöhungen geben.

Darüber hinaus gab die Fed bekannt, dass sie ab Oktober damit beginnen wird ihre Anleihekäufe langsam zurückzufahren.

Auslaufende Zins-Papiere sollen dann immer weniger durch Neukäufe ersetzt werden, um so die aufgeblähte Bilanz zu reduzieren.

Zinsen steigen weiterhin nur langsam

In einer 1. Reaktion rutschte der Dow Jones gestern Abend ins Minus, drehte aber umgehend wieder nach oben und schloss sogar auf einem neuen Rekordhoch.

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Und ich sehe gute Chancen für eine Fortsetzung des Bullenmarkts – trotz oder gerade wegen leicht anziehender Zinsen.

Denn die steigenden Zinsen sind Ausdruck einer starken Konjunktur. Für die amerikanische Wirtschaft sieht die Fed ein stabiles, aber kein ausuferndes Wachstum.

Für die kommenden 3 Jahre werden Wachstumsraten um die 2% erwartet. Die Arbeitslosen-Quote liegt mit 4,4% auf einem Rekordtief.

Als Konsequenz wird die Fed die Zinsen weiter anheben – allerdings nur langsam, in homöopathischen Dosen sozusagen.

Nach den aktuellen Prognosen der Fed-Mitglieder dürfte der Zins-Höchststand 2020 bereits bei 2,8% erreicht werden – nicht, wie ursprünglich geplant, bei 3,0%.

US-Aktienmärkte setzen ihren Aufwärtstrend fort

Die Zinsen steigen zwar, bleiben aber auf einem moderaten Niveau.

Ich habe keinen Zweifel daran, dass die US-Notenbank bei ihrem allmählichen Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik sehr behutsam vorgehen wird, wie sie es bisher auch schon getan hat, um den seit 2009 andauernden Bullenmarkt nicht zu gefährden.

Von dieser Seite sehe ich vorerst also keinen großen Gegenwind für den Aktienmarkt. Und die Charttechnik gibt ohnehin grünes Licht: Dow Jones und S&P 500 notieren auf Höchststand.

Lediglich der Nasdaq 100 kämpft derzeit noch mit der runden 6.000er-Marke. Wird die geknackt, steht der nächste Trendschub an.

Die Perspektiven für die Wall Street bleiben gut. Amerikanische Aktien gehören damit also weiterhin in jedes gut aufgestellte Depot.


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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.