Warum der DAX 2015 steigen wird

Heute waren zwei wichtige Meldungen zu lesen: Erstens die Meldung, dass der Preis für die Ölsorte Brent erstmals seit Mai 2009 wieder unter die Marke von 50 US-Dollar gefallen ist und zweitens, dass der Euro heute seinen tiefsten Stand seit Februar 2006 markierte. Damit ist der Euro so schwach wie seit fast neun Jahren nicht mehr.

Ich möchte Ihnen jetzt erläutern, was das für Sie als Aktionäre bedeutet und Ihnen erklären, warum diese beiden Meldungen für Anleger, die deutsche Aktien halten, größtenteils positiv zu bewerten sind.

Das billige Öl entlastet Unternehmen und Verbraucher

Der niedrige Ölpreis, der am Montag noch neben dem möglichen Euro-Austritt Griechenlands als Belastungsfaktor für den DAX gesehen wurde und von vielen Experten für das Minus von 3% verantwortlich gemacht wurde, ist in Wahrheit kein Krisenindikator. Dies habe ich Ihnen bereits im vergangenen Jahr an dieser Stelle berichtet.

Denn heute, als gemeldet wurde, dass der Preis für die Ölsorte Brent erstmals seit Mai 2006 unter die Marke von 50 US-Dollar fiel, bewegte sich der DAX munter im Plus. Wie passt das zusammen? Aus meiner Sicht war am Montag hauptsächlich der Computerhandel für das Minus verantwortlich.

Die Computer waren so programmiert, dass sie einen sinkenden Ölpreis als Krisenindikator deuteten. In der Vergangenheit mag dies in den allermeisten Fällen so gewesen sein, doch aktuell wird der Ölpreis aus politischen Motiven nach unten gedrückt und deutet nicht etwa auf eine globale Konjunkturdelle hin.

Stattdessen ist der niedrige Ölpreis für uns Deutsche ein Segen. Denn: Nach aktuellen Berechnungen wird das billige Öl in diesem Jahr dazu führen, dass die deutschen Unternehmen und Haushalte um 30 bis 35 Mrd. Euro entlastet werden.

Für die meisten Unternehmen ist das billige Öl sogar ein doppelter Segen, da zum einen die Rohstoffkosten sinken und zum anderen die Verbraucher mit den Ersparnissen aufgrund des niedrigen Ölpreises die Binnenkonjunktur antreiben können. Denn die Verbraucher haben mehr Geld für andere Konsumgüter zur Verfügung, da sie beim Tanken und Heizen sparen.

Der schwache Euro sorgt für steigende Umsätze und Gewinne

Ebenfalls beflügelt wird der DAX vom schwachen Euro. Während Investoren bis Mai 2014 in der Spitze noch 1,40 US-Dollar für einen Euro zahlen mussten, liegt der Preis für einen Euro jetzt nur noch bei 1,18 US-Dollar.

Damit sind europäische Waren und Dienstleistungen im Dollar-Raum viel günstiger geworden. Und dies sorgt im ersten Schritt für eine steigende Nachfrage und im zweiten Schritt für steigende Umsätze und Gewinne bei exportorientierten Unternehmen in der Euro-Zone.

Da viele der 30 DAX-Unternehmen nennenswerte Geschäfte außerhalb des Euro-Raumes betreiben, wird sich der schwache Euro mehr und mehr positiv in den Zahlen der Unternehmen – und dadurch auch in den Aktienkursen – bemerkbar machen. Die Folge: Der DAX wird steigen.

Mein Fazit habe ich bereits vorweggenommen: Der DAX wird in diesem Jahr weiter steigen. Es führt also auch im Jahr 2015 kein Weg an Aktien vorbei.

7. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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