Warum der DAX auf 100.000 Punkte ansteigen wird

Ein Anstieg des DAX auf 100.000 Punkte ist keine Spekulation, sondern ein wahrscheinliches Szenario (Foto: psdesign1 - Adobe.com)

Um optimistische Aussagen zur US-Wirtschaft war der US-amerikanische Börsen-Guru Warren Buffett noch nie verlegen. Kürzlich hat der Multimilliardär und Chef der Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway einmal mehr eine Prognose abgegeben, die hellhörig macht.

Denn Warren Buffett hat bestätigt, dass er den Dow-Jones-Index auf einen Stand von 1 Million Punkte ansteigen sieht.

Anfang der Woche schloss der Dow-Jones-Index bei rund 26.500 Punkten. Grob gerechnet hat dies zur Folge, dass Buffett eine Vervierzigfachung des Börsenindex prognostiziert. Sie werden sich fragen, ob einer der reichsten Männer der Welt plötzlich übergeschnappt ist oder etwa zu viel von seiner geliebten Cherry-Cola getrunken hat.

Dabei ist seine Rechnung durchaus nachvollziehbar. Denn Buffetts Prognose gilt für das Jahr 2117, also in hundert Jahren. Damit der Dow-Jones-Index von 26.500 auf 1 Million Punkte ansteigt, müsste er pro Jahr um 3,7 % zulegen. Das klingt nun plötzlich gar nicht mehr so abwegig. Vor 100 Jahren, also Anfang 1918, notierte der kriegsgeschüttelte Dow-Jones-Index bei rund 100 Punkten. Die jährliche Rendite des US-Börsenbarometers lag im vergangenen Jahrhundert also bei 5,7 %.

So gesehen erscheint Buffetts Millionen-Punkte-Prognose durchaus realistisch. In einem Interview mit dem Fernsehsender CNN meinte Buffett denn auch: „Wenn sie richtig rechnen, ist das ist keine lächerliche Vorhersage. Wir leben in einem fantastischen Land.“ Und weiter: „Nur Verlierer würden gegen die US-Wirtschaft wetten“.

Buffett: Dow-Jones-Index bei 1 Million Punkte?

Also befinde ich mich in bester Gesellschaft, wenn ich für den DAX einen Anstieg auf 100.000 Punkte prognostiziere. Vergleichen wir den aktuellen DAX-Stand von rund 13.200 Punkten mit den Anfängen des DAX (bzw. seines Vorgängers, dem sogenannten Hardy-Index) im Jahre 1959, so errechnet sich ein durchschnittlicher jährlicher Anstieg des deutschen Leitbarometers von 5,8%. Legen wir diese Wachstumsrate in die Zukunft an, so ergibt sich nach Adam Riese, dass der DAX mein Kursziel bereits im Jahr 2054 erreicht haben wird, Jahrzehnte vor Buffetts Zielvorgabe für den Dow-Jones-Index.

Reine Mathematik also, denken Sie. Und wie sieht es mit der Realität aus? Im Normalfall legt eine Volkswirtschaft um 1 bis 4 % pro Jahr zu, wobei der untere Rand der Bandbreite Ländern wie Deutschland oder Italien mit niedrigen Geburtenraten vorbehalten ist.

Wenn Sie sich dann ein Portefeuille aus Unternehmen zusammenstellen, deren Gewinne nochmals schneller wachsen als der Rest der Volkswirtschaft, steigen auch deren Aktien langfristig um mindestens diesen Betrag. Damit ist meine DAX-Prognose nicht nur eine Spekulation, sondern ein sehr wahrscheinliches Szenario.

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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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