Warum der Google-Konzern das Maß der Dinge ist

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Neben einer guten Marktposition punktet Alphabet auch mit hohen Cash-Reserven. Da kann auch ein Gewinnrückgang nicht schocken, oder doch? (Foto: achinthamb / Shutterstock.com)

Was macht eigentlich Google? Der Konzern, der an der Börse seit einiger Zeit Alphabet heißt, ist aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Während Facebook mit einem Skandal zu kämpfen hat, scheint die Daten-Krake Google fein raus zu sein. Zwar ist Google bei sozialen Netzwerken nicht so gut aufgestellt, aber dafür läuft es in vielen anderen Bereichen richtig gut. Das lässt sich auch am Aktienkurs ablesen: Der Chart zeigt seit Jahren von links unten nach rechts oben. Ob das auch so weiter geht, zeigen wir Ihnen in unserer Analyse.

Alphabet (Google) mit Sitz in Mountain View, USA, wurde am 7. September 1998 von Larry Page und Sergey Brin gegründet. Alphabets Anspruch besteht darin, Informationen zu organisieren und weltweit verfügbar zu machen. Dafür betreibt das Unternehmen mit einem Marktanteil von rund 82% die weltweit führende Internet-Suchmaschine. Der Eintritt in neue Märkte (Google Mobile, Software-Plattform Android, Chrome) rundet die Unternehmensstrategie ab.

Trumps Steuerreform sorgt für negative Einmaleffekte

Alphabet hat für 2017 erstklassige Zahlen vorgelegt. Der Mutterkonzern von Google konnte sein rasantes Wachstum unbeirrt fortsetzen. Der Umsatz stieg um mehr als ein Fünftel auf 110,86 Mrd $. Damit zählt Alphabet zu den umsatzstärksten Konzernen der digitalen Welt. Die 100-Milliarden-Dollar-Marke gilt als historischer Meilenstein. Besonders gut haben sich die Werbegeschäfte der hauseigenen Suchmaschine entwickelt.

Weitere Wachstumsimpulse lieferten die Video- Plattform Youtube und die zahlreichen Startup- Unternehmen, an denen Alphabet mittlerweile beteiligt ist. Allerdings ist das starke Wachstum nicht ganz preiswert. Unterm Strich musste Alphabet einen Gewinnrückgang von 35% auf 12,7 Mrd $ verbuchen.

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Die operativen Margen stehen unter Druck. Das größte Problem stellt aber die Steuerreform von Donald Trump dar. Dadurch sind hohe einmalige Sonderbelastungen angefallen. Im Schlussquartal rutschte Alphabet deshalb sogar in die roten Zahlen und musste einen Verlust von 4,35 $ pro Aktie verkraften.

Alphabet bleibt die Zukunfts-Holding schlechthin

Neben den zahlreichen Rückstellungen leistete Alphabet eine Einmalzahlung von 9,9 Mrd $. Für die langfristige Geschäftsentwicklung sind solche Sonderbelastungen jedoch ohne Belang. Operativ zählt Alphabet zu den stärksten Holding-Konzernen der Welt.

Allein der Bestand an liquiden Mitteln von rund 102 Mrd $ versetzt Alphabet in die privilegierte Lage, praktisch jedes Konkurrenzunternehmen aufkaufen zu können, um anschließend deren Wettbewerbsvorteile zu integrieren. Mit dieser Kriegskasse und der soliden Marktstellung kommt kein Anleger um Google herum. Der Gewinnrückgang ist zu verschmerzen.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.