Dax und Co.: Warum die Aktienmärkte weiteres Potenzial haben

In der vergangenen Woche hatten die politischen Unsicherheiten um US-Präsident Donald Trump kurzzeitig für Verkaufsdruck an den Aktienmärkten gesorgt. Doch […] (Foto: Deutsche Börse AG)

In der vergangenen Woche hatten die politischen Unsicherheiten um US-Präsident Donald Trump kurzzeitig für Verkaufsdruck an den Aktienmärkten gesorgt.

Doch wieder einmal hat sich die alte Börsen-Weisheit „Politische Börsen haben kurze Beine“ bewahrheitet:

Sowohl der DAX als auch die US-Indizes drehten schnell nach oben und notieren bereits wieder auf Tuchfühlung zu ihren Höchstständen.

Die Chancen für weitere mittelfristige Kurssteigerungen stehen damit unverändert gut.

Der Bullenmarkt dauert mittlerweile 8 Jahre an

8 Jahre dauert der laufende Bullenmarkt inzwischen an.

Da überrascht es nicht, dass sich die Crash-Propheten immer lautstärker zu Wort melden und vor einem massiven Einbruch warnen.

Für mich ist das kein Grund zur Sorge. Denn der Crash kommt nicht, wenn alle davon reden, sondern dann, wenn keiner damit rechnet.

Gefährlich wird es, wenn an den Börsen Euphorie um sich greift. Davon kann jedoch nach wie vor keine Rede sein.

Zugegeben, unter den Anlegern hatte sich zuletzt eine gewisse Sorglosigkeit eingestellt.

Ein Beleg dafür ist die extrem geringe Volatilität (Schwankungsbreite), die bis zu dem Kursrückgang vergangene Woche vorgeherrscht hatte.

Der amerikanische Volatilitäts-Index VIX, der die erwartete Schwankungsbreite misst, war mit unter 10 Punkten auf den tiefsten Stand seit mehr als 1 Jahrzehnt gefallen.

Solche extrem niedrigen Werte sind außergewöhnlich. Da kommt es nicht überraschend, dass die Kurs-Ausschläge wieder etwas zugenommen haben.

Solche Rücksetzer sind von Zeit zu Zeit wichtig, damit der Markt nicht überhitzt und schaffen Luft für weitere Kurssteigerungen.

Allein die Tatsache, dass der Bullenmarkt mittlerweile seit 8 Jahren andauert, ist jedenfalls noch lange kein Argument für eine baldige Trendwende.

Die Sache mit dem Hund und dem Herrchen

Ebenso wenig wie die nicht mehr unbedingt günstige Bewertung.

Die Börsen-Legende André Kostolany hat den Zusammenhang zwischen der Wirtschaft und dem Aktienmarkt einmal mit einem Hund verglichen, der mit seinem Herrchen Gassi geht.

Dabei läuft der Hund (der Aktienmarkt) seinem Herrchen (die Wirtschaft) immer wieder voraus oder rennt in die andere Richtung.

Letztendlich kommen aber beide – verbunden durch die Leine – immer am gleichen Ziel an.

Übertragen auf den Aktienmarkt bedeutet das: Aktienkurse und Wirtschaft laufen nicht immer parallel.

Häufig laufen die Kurse der wirtschaftlichen Entwicklung voraus und die Bewertung steigt.

Klettern die Kurse, ohne dass es dafür eine wirtschaftliche Grundlage gibt. Fallen die Notierungen über kurz oder lang wieder zurück.

Unternehmens-Gewinne bleiben der wichtigste Antriebsfaktor

Aktuell liegt die Bewertung zwar leicht über dem historischen Durchschnitt. Im DAX ist das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) mit 14 aber durchaus noch auf einem moderaten Niveau.

In den USA ist die Bewertung traditionell etwas höher. So kommen die im S&P 500 gelisteten Unternehmen auf ein durchschnittliches KGV von 18.

Damit sind Aktien zwar keine Schnäppchen mehr, aber auch noch nicht hoffnungslos überbewertet.

Der entscheidende Antriebsfaktor für die Aktienkurse sind die Konzern-Gewinne. Und die sind im 1. Quartal kräftig gestiegen.

Die Gewinne der S&P-500-Firmen legten um 13% zu – und damit so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr.

Ähnlich erfreulich war die Entwicklung in Europa, insbesondere in Deutschland.

Vor diesem Hintergrund spricht einiges dafür, dass der Bullenmarkt weitergeht.

Klar ist aber auch: „Stockpicking“, also die richtige Aktienauswahl, wird immer wichtiger. Ich werde Ihnen hier auch künftig immer wieder aussichtsreiche Werte vorstellen.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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