Warum die meisten (Privat-)Anleger an der Börse kein Geld verdienen

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Machen Sie nicht den Fehler, den Ihr Nachbar macht und seien Sie so langfristig und nachhaltig erfolgreich an der Börse. (Foto: zentradyi3ell)

Die Fondsstatistik des Branchenverbands BVI spricht eine klare Sprache: Aktienfonds verzeichneten in Deutschland zuletzt erhebliche Mittelabflüsse. Bereits im Oktober verzeichneten Aktienfonds in Deutschland Nettoabflüsse von 1,75 Mrd. Euro.

Die Tendenz dürfte sich zuletzt noch deutlich verschärft haben – zumal die deutschen Indizes (DAX und Co.) in den vergangenen Tagen und Wochen neue Jahrestiefs markierten und das Nervenkostüm vieler Anleger (vor allem von Privatanlegern) immer angefressener ist.

Der Gesamte Markt für Publikumsfonds steuert auf eine Schrumpfung im Jahr 2018 hin – nach drei Jahren mit guten Wachstumsziffern. Das die Nachfrage nach Fonds in den vorherigen 3 Jahren stark war und in diesem Jahr schwach ist, liegt natürlich zu einem Großteil an der Wertentwicklung.

Teuer kaufen, günstig verkaufen = Verlust

Warum ich Ihnen das schreibe? Weil genau das der Grund dafür ist, dass der durchschnittliche Privatanleger an der Börse unter dem Strich kein Geld verdient bzw. sogar regelmäßig viel Geld verliert.

Es leuchtet Ihnen sicher ein, dass kein Geld zu verdienen ist, wenn man teuer in den Aktienmarkt einsteigt und günstig wieder aussteigt. Nichts anderes taten diejenigen, die beispielsweise im vergangenen Herbst Aktien gekauft haben und sie kürzlich wieder abgestoßen haben.

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Das große Problem dabei ist weniger das „teure Kaufen“, sondern vielmehr das „günstige Verkaufen“. Börsenlegende Warren Buffett bringt es auf den Punkt indem er sinngemäß sagt, dass es besser ist eine hervorragende Aktie zu einem annehmbaren Preis zu kaufen als eine annehmbare Aktie zu einem hervorragenden Preis.

Soll heißen: Es ist schlussendlich nicht so sehr entscheidend, welchen Preis Sie für eine Aktien bezahlen, wenn die Qualität der Aktie stimmt und Sie einen längerfristigen zeitlichen Horizont mitbringen. Meine klare Einschätzung zum zeitlichen Horizont: Geld, auf das Sie nicht mindestens die nächsten 3 Jahre verzichten können, hat an der Börse nichts verloren.

So machen Sie es richtig

Wenn Sie Qualitätsaktien im Depot haben und Zeit mitbringen, können Sie auch einen Crash aussitzen und müssen nicht zu „Schleuderpreisen“ verkaufen. Denn erstens brauchen Sie dann ja nicht kurzfristig das Geld und zweitens wird das Unternehmen, dessen Aktien Sie halten die Krise überstehen und wahrscheinlich sogar gestärkt aus ihr hervorgehen.

Wenn Sie dann noch etwas Liquidität übrig haben, um nachzukaufen oder um neue Qualitätsaktien zu kaufen, wenn die anderen sich zu Ausverkaufspreisen von ihren Aktien trennen, machen Sie es nicht nur meines Erachtens genau richtig, sondern auch anders als der absolute Löwenanteil der Privatanleger.

Probieren Sie es aus! Sie werden sehen: Es ist zwar nicht leicht, weil Sie die eigene Psyche mehr oder minder stark überwinden müssen. Dafür machen Sie dann langfristig und vor allem nachhaltig Gewinne! Börsen-Altmeister André Kostolany, sah an der Börse verdientes Geld als Schmerzensgeld an. „Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld“, so Kostolany.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.